American Tour 1981

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Die American Tour 1981 war eine Tournee der britischen Rockband The Rolling Stones, bei der sie ihr 1981 veröffentlichtes Studioalbum Tattoo You vorstellte.

PräsentationsalbumTattoo You
Anfang der Tournee25. September 1981
Ende der Tournee19. Dezember 1981

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Schnelle Fakten Präsentationsalbum, Anfang der Tournee ...
American Tour 1981
von The Rolling Stones
Präsentationsalbum Tattoo You
Anfang der Tournee 25. September 1981
Ende der Tournee 19. Dezember 1981

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 50
Chronologie
US Tour 1978
(1978)
American Tour 1981 European Tour 1982
(1982)
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Hintergrund

Anfangs zeigte Sänger Mick Jagger kein Interesse an einer Tournee zum Album Tattoo You, doch die Gitarristen Keith Richards und Ron Wood sowie Teile der Presse und der Öffentlichkeit waren begeistert. Schließlich gab Jagger nach. Wie schon frühere Stones-Tourneen wurde auch diese Tournee von Bill Graham organisiert.

Die Band probte vom 14. August bis zum 25. September 1981 auf der Long View Farm in North Brookfield (Massachusetts).[1] Am 14. September gab sie ein Aufwärmkonzert im Sir Morgan’s Cove Club in Worcester.[2] Obwohl sie unter dem Bandnamen Little Boy Blue & the Cockroaches angekündigt waren, sprach sich die Kunde um ein Geheimkonzert der Rolling Stones herum, und etwa 11.000 Fans drängten und schubsten vor dem nur 300 Plätze fassenden Club.[3] Der Bürgermeister von Boston, Kevin H. White, verbot weitere öffentliche Proben mit der Begründung: „Der Auftritt von Mr. Jagger hier liegt nicht unbedingt im öffentlichen Interesse.“[4]

Die aufwendige und farbenfrohe Bühne der Tournee war ein Werk des japanischen Designers Kazuhide Yamazaki.[5] „Die meisten Open-Air-Konzerte fanden damals tagsüber statt“, erinnerte sich Jagger, „wahrscheinlich, weil es billiger war, ich weiß es nicht. Wir hatten also die leuchtenden Primärfarben … und diese riesigen Bilder einer Gitarre, eines Autos und einer Schallplatte – eine typisch amerikanische Idee –, die sich hervorragend für Nachmittagskonzerte eigneten.“[6]

Die Tournee startete schließlich am 25. September 1981 in Philadelphia und endete am 19. Dezember des gleichen Jahres in Hampton (Virginia). Sie umfasste 50 Konzerte, die allesamt ausschließlich in den Vereinigten Staaten stattfanden. Im Vorprogramm spielten über die gesamte Tournee verteilt so unterschiedliche Band und Künstler wie ZZ Top, Journey, die J. Geils Band, die Stray Cats, Tina Turner oder Prince. Während alle Vorbands gut ankamen, schaffte es der dem großen Publikum noch unbekannte Prince jedoch kaum, drei Songs zu spielen, bevor er vom Publikum ausgebuht wurde. Tina Turner kam bei den Konzerten in East Rutherford auch während des Auftritts der Stones auf die Bühne, um mit Mick Jagger gemeinsam das Stück Honky Tonk Women zu singen. Turner war laut People bereits 1966 und 1969 mit den Stones auf Tournee gewesen, und Jagger gab zu, viel von ihr gelernt zu haben.[7]

Beim vorletzten Konzert der Tournee am 18. Dezember 1981 in Hampton spielte der ehemalige Stones-Gitarrist Mick Taylor einen Großteil des Konzerts mit der Band.[8] Ron Wood war jedoch nicht zufrieden mit Taylor: „Er polterte durch Passagen, die subtil hätten sein sollen, ignorierte Pausen und spielte ungebetene Soli.“[9]

Die Tournee war die umsatzstärkste Tournee des Jahres 1981 und sollte es auch in den folgenden Jahren bleiben. Sie brachte 50 Millionen US-Dollar an Ticketeinnahmen ein, bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 16 US-Dollar. Rund 2,5 Millionen Besucher strömten zu den Konzerten. Die Stones stellten zahlreiche Rekorde auf, die bis heute ungebrochen sind. Allein für die Konzerte im John F. Kennedy Stadium in Philadelphia gingen fast vier Millionen Postkartenanfragen für Tickets ein (eine damals gängige Methode, um den Ticketwucher einzudämmen); für die fünf Arena-Konzerte im Großraum New York verzeichneten die Ticketanfragen Millionen von Besuchern.[10] Die New York Times schrieb: „Es wird erwartet, dass diese Tournee die profitabelste in der Geschichte des Rock ’n’ Roll wird; ihr schieres Ausmaß ist überwältigend … die Ticketanfragen für diese Konzerte gingen in die Millionen …“[11] Tatsächlich erwies sich die Tournee als äußerst profitabel: Die Band soll nach Abzug aller Kosten rund 22 Millionen US-Dollar eingenommen haben.

Die Tournee markierte auch einen frühen Meilenstein für die Rockindustrie, da die Werberechte an Jōvan Musk verkauft wurden.[12] Jōvan zahlte eine Million Dollar, um seinen Namen auf den Stones-Tickets zu platzieren.[13] Dies erregte in der Wirtschaftspresse großes Aufsehen, da Jōvans Image als Marke für angenehme Düfte im Widerspruch zum rüpelhaften Image der Stones stand.[14] Doch die Stones verhielten sich auf der Tournee vorbildlich, und Sponsoring von Rocktourneen durch Unternehmen wurde bald zum Standard.[15]

Der Tourneeablauf verlief positiv, generell gab es auf dieser Tournee weniger Exzesse hinter der Bühne als auf vielen vorherigen. Dies lag vor allem daran, dass Richards inzwischen seine Heroinsucht überwunden hatte. Die New York Times schrieb über Richards: „Er sieht gesund aus, spielt brillant, und sein Backgroundgesang ist oft so kraftvoll, dass er Mr. Jagger übertönt, der sich deshalb mehr anstrengen muss, um seinen Teil der Performance zu erfüllen.“[16] Diese Tournee und die folgende European Tour 1982 waren jedoch die letzten, auf denen Richards den Großteil des Backgroundgesangs beisteuerte; für zukünftige Tourneen wurden Backgroundsänger engagiert.

Liveaufnahmen

Mehrere Konzerte wurden aufgezeichnet, und ausgewählte Aufnahmen erschienen 1982 auf dem Live-Album Still Life. Im Februar 1983 erschien der von Hal Ashby inszenierte Konzertfilm Let’s Spend the Night Together, in dem Konzertmitschnitte aus East Rutherford (5./6. November 1981) und Tempe (13. Dezember 1981) enthalten waren.

Setlist

Beispiel-Setlist

Tourdaten

Weitere Informationen Nr., Datum ...
Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort
1 25. September 1981 Philadelphia Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John F. Kennedy Stadium
2 26. September 1981
3 27. September 1981 Orchard Park Rich Stadium
4 1. Oktober 1981 Rockford MetroCenter
5 3. Oktober 1981 Boulder Folsom Field
6 4. Oktober 1981
7 7. Oktober 1981 San Diego Jack Murphy Stadium
8 9. Oktober 1981 Los Angeles Memorial Coliseum
9 11. Oktober 1981
10 14. Oktober 1981 Seattle Kingdome
11 15. Oktober 1981
12 17. Oktober 1981 San Francisco Candlestick Park
13 18. Oktober 1981
14 24. Oktober 1981 Orlando Orlando Stadium
15 25. Oktober 1981
16 26. Oktober 1981 Atlanta Fox Theatre
17 28. Oktober 1981 Houston Astrodome
18 29. Oktober 1981
19 31. Oktober 1981 Dallas Cotton Bowl
20 1. November 1981
21 3. November 1981 Louisville Freedom Hall
22 5. November 1981 East Rutherford Brendan Byrne Arena
23 6. November 1981
24 7. November 1981
25 9. November 1981 Hartford Civic Center
26 10. November 1981
27 12. November 1981 New York City Madison Square Garden
28 13. November 1981
29 16. November 1981 Richfield Coliseum
30 17. November 1981
31 19. November 1981 St. Louis Checkerdome
32 20. November 1981 Cedar Falls UNI-Dome
33 21. November 1981 St. Paul Civic Center
34 23. November 1981 Rosemont Rosemont Horizon
35 24. November 1981
36 25. November 1981
37 27. November 1981 Syracuse Carrier Dome
38 28. November 1981
39 30. November 1981 Pontiac Pontiac Silverdome
40 1. Dezember 1981
41 5. Dezember 1981 New Orleans Louisiana Superdome
42 7. Dezember 1981 Landover Capital Center
43 8. Dezember 1981
44 9. Dezember 1981
45 11. Dezember 1981 Lexington Rupp Arena
46 13. Dezember 1981 Tempe Sun Devil Stadium
47 14. Dezember 1981 Kansas City Kemper Arena
48 15. Dezember 1981
49 18. Dezember 1981 Hampton Coliseum
50 19. Dezember 1981
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Band

Commons: American Tour 1981 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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