Amern
Siedlung in Deutschland
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Der Ortsteil Amern liegt am Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er gehört mit etwa 7500 Einwohnern zur Gemeinde Schwalmtal im Kreis Viersen (Regierungsbezirk Düsseldorf).
Amern Gemeinde Schwalmtal | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 14′ N, 6° 15′ O |
| Höhe: | 49 m |
| Fläche: | 22,23 km² |
| Einwohner: | 7433 (31. Dez. 2022)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1970 |
| Postleitzahl: | 41366 |
| Vorwahl: | 02163 |
![]() Lage von Amern im Gebiet der Gemeinde Schwalmtal im Kreis Viersen | |
Geschichte
Ausgrabungen zufolge fand die erste Besiedlung Amerns bereits in der Jungsteinzeit statt.
Ab 966 n. Chr. stand das Gebiet, das damals unter dem Namen Mühlgau bekannt war, unter der Herrschaft des Gaugrafen Eremfried. Die Grafen von Kessel lösten diese Herrschaft gegen 1082 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts ab. In dieser Zeit waren sie verantwortlich für den Grundbesitz des Kölner Domkapitels in Amern – St. Anton und des Xantener Stiftes in Amern – St. Georg. 1305 bis 1801 waren die beiden Teile Amern neben Dilkrath, Waldniel, Kirspelwaldniel und Lüttelforst dem jülichen Amt Brüggen unterstellt.
Wegen hoher Kriegsausgaben wurde das Amt Brüggen aber bis 1494 an die Grafschaft Moers verpfändet. Diese Zeit der Besetzungen bedeutete für die Gemeinden einen hohen Verlust an Gut und Finanzen. Beim Kampf um die Schwalmlinie konnten sich 1793 zunächst die Preußen und die Österreicher durchsetzen. Nach dem französischen Gegenschlag wurde im Frieden von Campo Formio 1797 beschlossen, dass das linke Rheinufer französisch wurde. Amern – St. Anton und St. Georg wurden dem Kanton Bracht zugeordnet.[1]
Nach Napoleons I. Sturz und dem Wiener Kongress gingen die Gebiete in preußische Herrschaft über. 1816 wurde im Zeichen einer verwaltungstechnischen Neuregelung der Kanton Bracht dem Kreis Kempen zugeordnet. Im Kreis Kempen bildeten Amern Sankt Anton und Amern Sankt Georg zwei eigene Bürgermeistereien, wobei zur Bürgermeisterei Amern Sankt Georg auch noch die Gemeinde Dilkrath gehörte.[2]
Dilkrath wurde 1928 nach Amern Sankt Georg eingemeindet.[3]
Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden 1936 Amern Sankt Georg (Oberamern) und Amern Sankt Anton (Unteramern) zur Gemeinde Amern zusammengelegt.
Ende Februar 1945 rückten Truppen der US Army im Rahmen der Operation Grenade (23. Februar bis 11. März 1945) Richtung Dülken vor.[4] In der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1945 nahmen Soldaten der 84. US-Infanteriedivision unter anderem Amern und Boisheim ein.[5] Der Vormarsch der US Army in der Region verlief fast kampflos.[6] Hitler hatte kurz zuvor genehmigt, die Maas-Rur-Stellung zu räumen, die akut von Umfassung bedroht war.
Amern gab 1956 die Honschaften Geneschen II und Ungerath an Waldniel ab.
Eingemeindung
Während der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Januar 1970 Amern und Waldniel zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde erhielt den Namen Schwalmtal.[7]
Besondere Ereignisse
Am 18. August 2009 kam es in Amern zu einem Amoklauf:[8] ein 72-jähriger Handwerker im Ruhestand schoss mit einem illegalen Gewehr bei einem Gutachtertermin zur Zwangsversteigerung des Hauses seiner Tochter auf zwei Rechtsanwälte und zwei Immobiliengutachter. Dabei tötete er drei Menschen und verletzte einen schwer. Er ergab sich, wurde festgenommen, im April 2010 zu 15 Jahren Haft verurteilt und in eine Psychiatrie eingewiesen.[9]
Sehenswürdigkeiten
- Mühlenturm aus dem frühen 19. Jahrhundert (häufige Wechselausstellungen)
- die beiden katholischen Kirchengebäude St. Georg und St. Anton
- Mühlenturm in Amern
- Kirche St. Georg in Amern
Verkehr
Der Bahnhof Amern lag an der Bahnstrecke Dülken–Brüggen.
Weblinks
- Kreisarchiv Viersen: Findbuch Amern

