Amokfahrt von Leipzig
Amokfahrt am 4. Mai 2026 in Leipzig
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Bei der Amokfahrt von Leipzig am 4. Mai 2026 fuhr ein Autofahrer mit einem SUV etwa 450 Meter quer durch eine Fußgängerzone in der Innenstadt von Leipzig und erfasste dabei mehrere Fußgänger. Dabei wurden zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt, zwei davon schwer. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen.

Tatort und Ablauf
Der Täter bog gegen 16:45 Uhr vom Augustusplatz oder von der Goethestraße in die Fußgängerzone ein und fuhr etwa 450 Meter weit[1] durch die Grimmaische Straße, am Markt entlang und durch die Thomasgasse, wo der SUV an einer Reihe Poller zum Stehen kam. Zeugenangaben zufolge raste das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 bis 80 Kilometern pro Stunde durch die Einkaufsstraße, wobei es zu zwei schweren Kollisionen kam. Zwei der Opfer verstarben bereits am Unfallort. Eine Reihe von Verletzten, darunter zwei Schwerverletzte, wurden in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert.[2][3][4] Danach umstellten mehrere Passanten das Fahrzeug und versuchten erfolglos das von innen verriegelte Fahrzeug zu öffnen oder die Scheibe einzuschlagen. Als die ersten Polizisten eintrafen, saß der Fahrer noch im Wagen. Unter anderem ein libyscher Asylbewerber und ein algerischer Taxifahrer halfen, den Fahrer zu überzeugen, das Fahrzeug zu verlassen, und ihn gemeinsam mit einem Polizisten zu fixieren sowie auch ihn vor heranstürmenden Männern zu beschützen. Der Täter wurde vor Ort festgenommen.[5][6]
Die Rettungskräfte aktivierten kurzzeitig den Einsatzplan Massenanfall von Verletzten (MANV), der an der Uniklinik Leipzig um 18:46 Uhr wieder aufgehoben wurde.[1]
Binnen zwei Stunden nach der Tat[1] wurde im Gewandhaus ein Stockwerk freigeräumt, um Zeugen zu befragen und psychologisch zu betreuen.[2]
Opfer
Täter

Bei dem Festgenommenen handelte es sich laut Polizei um einen 33-jährigen Deutschen.[8] Er ist in Deutschland geboren, wohnhaft im Raum Leipzig und fuhr einen weißgrauen VW Taigo mit Leipziger Kennzeichen.[9] Der Festgenommene soll sich bei der Festnahme in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben; die Tat wurde nicht der politisch motivierten Kriminalität zugeordnet.[8] Der genaue Hergang sowie ein mögliches Motiv sind noch unklar.[10] Die Staatsanwaltschaft nahm noch am Abend Ermittlungen wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in mindestens zwei weiteren Fällen auf.[2]
Laut Zeit soll der Festgenommene an einer Psychose leiden. Seine von ihm getrennt lebende Ehefrau erstattete mehrfach Anzeige gegen ihn, unter anderem wegen Bedrohung. Im April 2026 wurden Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Bedrohung im Zusammenhang mit der Ankündigung eines Verbrechens aufgenommen. Nach einem knapp zweiwöchigen Aufenthalt des Festgenommenen in einer psychiatrischen Klinik gab es einen Polizeieinsatz bei der Ehefrau und dem gemeinsamen Kind.[11]
Reaktionen

Am Folgetag, dem 5. Mai 2026 ordneten der Freistaat Sachsen[12] und die Stadt Leipzig[13] Trauerbeflaggung an. Im Neuen Rathaus wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[14] Die Nikolaikirche und die Thomaskirche, die beide direkt in der Innenstadt unweit des Tatorts liegen, öffneten ihre Räume zum Trauern und Gedenken.[15] Die Universität Leipzig, deren Hauptcampus direkt an die Grimmaische Straße angrenzt, lud für 12:30 Uhr zu einer „offenen Gedenkandacht“ ins Paulinum ein und stellte es allen Mitarbeitern und Studenten frei, sich diesen Tag freizunehmen; persönlich Betroffenen auch noch einen weiteren Tag.[16] Um 17 Uhr fand eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche mit dem Thomanerchor statt, an der auch Ministerpräsident Michael Kretschmer, Oberbürgermeister Burkhard Jung und Landesbischof Tobias Bilz teilnahmen.[17]

Am 6. Mai 2026 wurden am Eingang der Grimmaischen Straße, wo die Amokfahrt begonnen hatte, mobile Fahrzeugsperren, Modell Oktablock von Hörmann, installiert und die Stadt kündigte an, das Sicherheitskonzept für die Innenstadt zu überarbeiten.[18]
Am Samstag, dem 9. Mai 2026 führte die psychiatrische Fachklinik Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz, in der sich der Täter wenige Tage vor der Tat freiwillig hatte behandeln lassen, ihren lange geplanten Tag der offenen Tür trotz zwischenzeitlicher Bedenken durch. Wegen des aktuellen Anlasses fand jedoch keine Führung durch Räume der forensischen Psychiatrie statt.[19] Bei Veranstaltungen der Stadt Leipzig wie der Langen Nacht der Museen sowie beim Bundesliga-Heimspiel von RB Leipzig und dem Regionalliga-Auswärtsspiel von BSG Chemie Leipzig beim FC Eilenburg[20] fand eine Schweigeminute statt.[21]