Amryl Johnson
trinidadische Dichterin
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Amryl Johnson (* 6. April 1944 in Tunapuna; † 1. Februar 2001) war eine trinidadisch-britische Dichterin, Autorin und Performerin, deren Schreiben die Spannungen und Übergänge zwischen karibischer Herkunft und britischem Alltag kartierte.[1] Sie galt als bekannte Vertreterin der schwarzen britischen Literatur der 1980er- und 1990er-Jahre.[1]
Leben
Johnson wurde in Tunapuna (Trinidad) geboren, wuchs zunächst bei ihren Großeltern auf und zog im Alter von elf Jahren zu ihren Eltern ins Vereinigte Königreich.[1] Sie besuchte eine Schule in London und studierte anschließend Englisch mit Afrika- und Karibikstudien an der University of Kent.[1][2] Zeitweise lehrte sie an der University of Warwick, lebte jedoch überwiegend als freie Autorin, Schreibdozentin und Performerin.[1][3] Ende der 1980er-Jahre ließ sie sich in Coventry nieder, wo sie eine preisgünstige Basis zum Arbeiten fand.[1] In Coventry trat sie auch im Rahmen des International Women’s Festival auf und wurde als international angesehene Performance-Poetin gewürdigt.[4] Ihre Biografie und ihr Schreiben waren von der Erfahrung eines „liminalen“ Dazwischen und von Feindseligkeiten geprägt, denen sie als schwarze Frau im Vereinigten Königreich ausgesetzt war.[1]
Wirken
In der frühen Heftsammlung Shackles schrieb Johnson offen über Rassismus, Gender und Zugehörigkeit.[1] Long Road to Nowhere (1985) und das Reisebuch Sequins for a Ragged Hem (1988) verarbeiten Rückkehrreisen in die Karibik und loten Identität, Entfremdung und Kolonialerbe aus.[1][2] Sequins for a Ragged Hem erzählt die zweite Rückkehrreise nach Trinidad als spiritische Heimkehr und erwähnt den mittlerweile erfolgten Abriss des Geburtshauses der Autorin.[2] In Gorgons (1992) arbeitet Johnson zur Analyse der Lage von Frauen in der Gegenwart mit dem Mythos der Medusa.[1] Ihr Band Calling (2000) knüpft an diese mythischen Erkundungen weiter an.[1] Johnson galt überdies als charismatische Bühnenpräsenz, die ihr Publikum aktiv einbezog und Performance als zentrales Medium verstand.[1] Ihre Texte erschienen in einflussreichen Anthologien wie News for Babylon, Let It Be Told, Watchers & Seekers, The New British Poetry und Daughters of Africa.[2] Aufnahmen und Spuren ihrer Arbeit sind im Writers-at-Warwick-Archiv dokumentiert.[3]