Amtshaus Bergen

Amtshaus in der niedersächsischen Stadt Bergen, im Landkreis Celle From Wikipedia, the free encyclopedia

Das ehemalige Amtshaus Bergen (Stadthaus Bergen), Lange Straße 1, in der niedersächsischen Stadt Bergen, im Landkreis Celle, wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut und mehrfach erweitert und umgebaut. Aktuell (2026) wird das Stadthaus Bergen als Veranstaltungszentrum genutzt.

Ehemaliges Amtshaus Bergen (2013)

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Bergen (Landkreis Celle)).

Geschichte und Beschreibung

Von 1437 bis 1852 fungierten in Bergen die Gografen als Richter. Sie unterstanden der Vogtei Celle (später Großvogtei Celle). Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges diente die Privatwohnung den Vögten als Amtssitz und Wohnung. Erst 1653 wurde eine von der Regierung den Erben des Amtsvogtes Cord Brase abgekaufte Hofstelle, die Kocksche Kote, zum Amtshof ausgebaut und eine zweite, dahinterliegende Hofstelle dem Areal zugeschlagen. 1709 wurde die Kote abgerissen. Es entstand unter dem Amtsvogt Jost Hinrich Wolff im Ortskern ein neues Amtshaus, das als Wohnhaus und Dienstgebäude für den Amtsvogt diente. 1945 wurde das Amtsgericht Bergen zu einer Zweigstelle des Amtsgerichtes Celle.

Das zweigeschossige, repräsentative, langgestreckte Gebäude auf niedrigem Backsteinsockel, in Fachwerk mit Steinausfachungen, mit abgewalmtem Satteldach, wurde 1709 (Inschrift) gebaut. Das Obergeschoss kragt leicht über abgerundeten Balkenköpfen und mit Vierviertelstäben als Rundhölzer vor. Die Geschossschwelle des anschließenden jüngeren Gebäudeteils in Fachwerk mit Zwerchgaube über dem Eingangsportal wird von Profilbrettern verblendet. Im Norden schließt ein massiver zweigeschossiger Anbau von 1800 aus rotem Backstein mit Krüppelwalmdach an. Deren Fassade wird durch ein Gesimsband in Geschosshöhe sowie durch Fenster mit flachen Segmentbögen gegliedert.

Das Gebäude wurde um 1800 erweitert um den vorspringenden Fachwerkteil und 1853 (Inschrift) durch den Massivbau mit Gefängnistrakt und Gefängnishof.[1]

1973 wurde das Amtsgericht bei einer Verwaltungs- und Gebietsreform aufgelöst und den Justizbehörden in Celle zugeordnet. Das Haus wurde Eigentum der Stadt Bergen und 1984/85 umgebaut.

Das heutige Stadthaus mit einem Saal für 300 Personen wird genutzt für Sitzungen von Gremien, private Feiern, Vorträge und Konzerte. Die Bühne kann durch höhenverstellbare Elemente erweitert werden. Sie ist mit technischen Einrichtungen für Theater-, Konzert-, Film- und Vortragsveranstaltungen sowie einem Konzertflügel ausgestattet. Im kleinen Saal finden 90 bis 110 Personen für Vorträge, Familienfeiern und Sitzungen Platz. Das Obergeschoss bietet Räume für kleinere Vortragsveranstaltungen und Übungsabende. Der Rat der Stadt Bergen und die Ratsausschüsse tagen im Ratssaal mit Galerie oder im Fraktionszimmer. Im Ratssaal hängt das Gemälde Gogericht des Malers Ferdinand Brütt (1849–1936).

Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… beispielhaftes Zeugnis für den Bautyp eines Amtshauses ….“

Einzelnachweise

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