Amy Beach

US-amerikanische Komponistin und Pianistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Amy Marcy Beach, geborene Cheney; Pseudonym: H. H. A. Beach (* 5. September 1867 in Henniker, New Hampshire; † 27. Dezember 1944, New York City), war eine amerikanische Komponistin und Pianistin. Sie war die erste amerikanische Frau, die eine Sinfonie komponierte.

Amy Beach (1917)

Leben

Kindheit und Ausbildung

Amy Beach um 1890
Unterschrift von Amy Beach als „Mrs. H. H. A. Beach“

Amy Cheney galt als Wunderkind mit einem absoluten Gehör.[1] Bereits mit einem Jahr soll sie 40 verschiedene Melodien aus dem Gedächtnis gesungen haben. Ein Jahr später begann sie, die zweite Stimme zu improvisieren, und brachte sich selbst mit drei Jahren das Lesen bei. Mit vier Jahren begann sie zu komponieren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrer Mutter Clara Imogene Cheney, später von Ernst Perabo und Karl Baermann, einem in die USA ausgewanderten Liszt-Schüler, Sohn des Carl Baermann. 1883, im Alter von 16 Jahren, gab sie ihr Debüt als Pianistin mit Moscheles’ Klavierkonzert in g-Moll. Sie erhielt ihre musiktheoretische Ausbildung bei Junius Welch Hill, bildete sich aber sonst autodidaktisch aus.[2] Auch das Komponieren brachte sie sich autodidaktisch bei. Wie man ein Orchester instrumentiert, lernte sie durch Hector Berlioz’ Abhandlung zur Instrumentation.[3]

Ehe

1885 heiratete sie den 25 Jahre älteren Bostoner Arzt Henry Harris Aubrey Beach (1843–1910).[4] Während ihrer Ehe musste sie auf seinen Wunsch ihre Konzertauftritte auf nur einen pro Jahr reduzieren und ihr Honorar an Wohltätigkeitsvereine verschenken. Amy Beach konzentrierte sich auf das Komponieren, durfte ihre Kompositionen aber nur unter dem Pseudonym „Mrs H. H. A. Beach“ veröffentlichen.[3] „H. H. A.“ waren die Initialen ihres Ehemannes.

Als musikalische Vertreterin der USA auf der Weltausstellung 1893 in Chicago wurde sie in Musikerkreisen und unter den Verfechtern der Frauenemanzipation bekannt. Sie erhielt mehrere Kompositionsaufträge für Weltausstellungen, so 1893, 1898, 1904 und 1915.[5]

Leben als Witwe

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1910 nahm sie ihre Konzerttätigkeit wieder auf und ging auf eine dreijährige Tournee nach Europa, wo sie Konzerte mit ihren eigenen Klavierwerken gab.[3] 1914 kehrte sie in die USA zurück und verbrachte einige Zeit in der MacDowell Colony in Peterborough in New Hampshire. Seit den 1920er Jahren lebte sie in New York und arbeitete an der St. Bartholomew’s Church in der Park Avenue in Manhattan, der größten Episcopal-Gemeinde der Stadt. Diese Position musste sie 1940 wegen einer Herzkrankheit aufgeben, an der sie 1944 verstarb.

Amy Beach war Mitbegründerin und Vorsitzende (1925 bis 1928) der „Association of American Women Composers“.[3]

Werk

Beethoven-Kadenz von Amy Beach, Anzeige in der Zeitschrift Signale für die musikalische Welt, 1888, Nr. 66

Amy Beach hat ein umfangreiches Œuvre mit mehr als 300 Werken hinterlassen. Ihr Kompositionsstil lässt sich der Spätromantik zuordnen und ist beeinflusst von folkloristischen Elementen.[3] Amy Beach komponierte unter anderem Klavierwerke, Kammermusik, Werke für Orchester, Lieder sowie geistliche und weltliche Chormusik.[6]

Zu ihren Werken zählen beispielsweise:[6]

  • Messe Es-Dur op. 5 (1890)
  • Symphonie e-Moll „The Gaelic“ op. 32 (1894–1896)
  • Sonate a-Moll für Violine und Klavier op. 34 (1896)
  • Konzert für Klavier und Orchester op. 45 (1899)
  • Kammeroper Cabildo op. 149 (1932)
  • Pastorale für Bläserquintett op. 151 (1942)

Viele Kompositionen von ihr erschienen bereits zu Lebzeiten. 2011 wurden die Klavierwerke in einer Ausgabe von drei CDs bei Guild Records verlegt.[7]

Literatur

  • Christine Ammer: Unsung: A History of Women in American Music. Greenwood Press, Westport 1980, 2. Auflage: Amadeus, Portland 2001, ISBN 1-57467-061-1
  • Adrienne Fried Block: Beach, Amy Marcy. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 2 (Bagatti – Bizet). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 1999, ISBN 3-7618-1112-8, Sp. 560–563 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  • Adrienne Fried Block: „Amy Marcy (Cheney) Beach (1867-1944). ‚Es war unvermeidlich, dass Musik zum Inhalt meines Lebenswerkes würde...‘“. In: Clara Mayer (Hrsg.): Annäherung an sieben Komponistinnen, Heft 11, Kassel: Furore-Verl., 2000, S. 5–36, ISBN 3-927327-50-6.
  • Adrienne Fried Block: Amy Beach, Passionate Victorian: The Life and Work of an American Composer, 1867–1944. Oxford University Press, Oxford/New York 2000. Vorschau bei Google.books
  • Jeanell Wise Brown: Amy Beach and Her Chamber Music: Biography, Documents, Style (Composers of North America). Scarecrow, Metuchen NJ 1994, ISBN 0-8108-2884-7
  • Christiane von Husen: Amy Beach und die Verwendung von folkloristischen Melodien in ihren Kompositionen. Hochschulschrift, Universität Oldenburg 2007, OCLC 837499251

Einzelnachweise

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