An-Nawawī
sunnitischer Gelehrter
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Muhyī ad-Dīn Abū Zakarīyā Yahyā ibn Scharaf an-Nawawī (arabisch محيي الدين أبو زكريا يحيى بن شرف النووي, DMG Muḥyī ad-Dīn Abū Zakarīyā Yaḥyā ibn Šaraf an-Nawawī geb. 1233 in Nawa; gest. 1277 oder 1278[1] ebenda) war ein sunnitischer Rechts- und Traditionsgelehrter der schafiitischen Richtung, der in Damaskus studierte und lehrte. Er wurde in Nawa, in der Nähe von Damaskus, geboren.[2] Der letzte Teil seines Namens an-Nawawī weist auf diesen Umstand hin. Während seines Wirkens zog er sich insbesondere den Zorn des Mamluken-Herrschers Rukn al-Din Baybars zu, da er sich wiederholt für die Belange der Bevölkerung von Damaskus einsetzte.[3]
Sein nachwirkender Einfluss umfasst insbesondere die Hadith-Literatur, die er mit seinen beiden bekanntesten Werken Das Buch der vierzig Hadithe und Die Gärten der Tugendhaften nachhaltig prägte.[4]
Eines seiner schafiitischen religiösen Regelwerke übersetzte L. W. C. van den Berg (1845–1927) ins Französische.[5]
Werke
- Kommentar zur Hadith-Sammlung von Muslim
- al-Maǧmūʿ šarḥ al-Muhaḏḏab, Kommentar zu dem systematischen Rechtswerk al-Muhaḏḏab von Abū Ishāq aš-Šīrāzī (gest. 1083)
- Zwei bis heute beliebte Sammlungen von Überlieferungen zu moralisch-erzieherischen Zwecken: Das Buch der vierzig Hadithe und Die Gärten der Tugendhaften.
Literatur
- Yaḥyā ibn Sharaf al-Nawawī: Das Buch der vierzig Hadithe. Kitāb al-Arbaʿīn mit dem Kommentar Ibn Daqīq al-ʿĪd. Aus dem Arabischen übers. u. hg. von Marco Schöller. Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-458-70006-7.
- W. Heffening: Zum Leben und zu den Schriften an-Nawawi's. In: Der Islam. Band XXII, 1935, S. 165–190 und Band XXIV, 1937, S. 131–150.
- Louis Pouzet: Une herméneutique de la Tradition islamique: le commentaire des "Al-Arba`un an-Nawawiya" de Muhyi ad-Din Yahya al-Nawawi (m. 676/1277). Beirut 1982, ISBN 2-7214-5494-9.