Anallaktisch

Eigenschaft eines Vermessungsinstruments From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Begriff anallaktisch (altgriech. für nicht abweichend[1]) wird in der Optik geodätischer Fernrohre verwendet und bezieht sich auf den Bezugspunkt für Messungen.

Der anallaktische Punkt eines Messfernrohrs ist jener Punkt, auf den sich die durch Winkelmessung bestimmten Entfernungen[2] beziehen. Er liegt beim astronomischen Fernrohr im Brennpunkt des Objektivs. Weil dieser bei längeren Brennweiten i. A. nicht über der vertikalen Drehachse des Instruments (Stehachse beim Theodolit) liegt, sondern deutlich dahinter, muss die Differenz

Beim anallaktischen Fernrohr ist der anallaktische Punkt exakt über der Vertikalachse des Messinstruments. Man erreicht dies

  • nach dem System von Ignazio Porro durch eine zusätzliche Sammellinse zwischen dem Objektiv und dem Fadenkreuz (der Brennebene des Okulars). Der Strahlengang entspricht damit einem Huygens-Okular;
  • bei modernen Theodoliten durch ein Mehrlinsensystem, in dem die Fokussierlinse (die auch als Umkehrlinse für ein aufrechtes Bild wirkt) die Hauptrolle für die Lage des Strahlenschnittpunktes übernimmt.

Literatur

  • Franz Ackerl: Geodäsie und Fotogrammetrie. 1. Teil: Instrumente und Verfahren der Vermessung. Georg Fromme & Co., Wien 1950, Kapitel 16.5 und 35.
  • Heribert Kahmen: Vermessungskunde. 19. Auflage, De Gruyter 1993.

Einzelnachweise

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