Anatomie eines Mordes (Film)

Film von Otto Preminger (1959) From Wikipedia, the free encyclopedia

Anatomie eines Mordes (Originaltitel Anatomy of a Murder) ist die Verfilmung von Robert Travers gleichnamigem Kriminalroman unter Regie von Otto Preminger. Der Schwarzweißfilm erschien 1959 und war in seinem sehr direkten Umgang mit dem Thema Vergewaltigung bahnbrechend.

TitelAnatomie eines Mordes
OriginaltitelAnatomy of a Murder
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Anatomie eines Mordes
Originaltitel Anatomy of a Murder
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 160 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Carlyle Productions
Stab
Regie Otto Preminger
Drehbuch Wendell Mayes
Produktion Otto Preminger
Musik Duke Ellington
Kamera Sam Leavitt
Schnitt Louis R. Loeffler
Besetzung und Synchronisation
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Marquette County Courthouse in Marquette (Michigan), gelistet im National Register of Historic Places Nr. 7800150

Handlung

Rechtsanwalt Paul Biegler, ehemaliger langjähriger Bezirksstaatsanwalt einer kleinen Gemeinde in Michigan, hat bei den letzten Wahlen seinen Posten an seinen Konkurrenten Mitch Lodwick verloren. Seitdem widmet er sich hauptsächlich seinen Leidenschaften Fischen und Jazzmusik. In seiner kleinen Kanzlei nimmt er nur unbedeutende Fälle an, um sich über Wasser zu halten, und philosophiert ansonsten mit seinem Freund Parnell Emmett McCarthy, ebenfalls ein versierter Jurist, aber alkoholabhängig, über theoretische Rechtsfragen.

Da fällt ihm ein interessanter Fall zu. Frederick Manion, Leutnant in der örtlichen Garnison, hat den Barbesitzer Barney Quill erschossen, weil der Manions Frau Laura in einem abgelegenen Waldstück vergewaltigt haben soll. Bieglers Gegner in dem Verfahren, Bezirksstaatsanwalt Mitch Lodwick, holt sich den erfahrenen Ankläger Claude Dancer aus der Hauptstadt Lansing zu Hilfe. Biegler bittet seinen Freund Parnell, ihn zu unterstützen, allerdings muss dieser ihm versprechen, auf Alkohol zu verzichten.

An der Täterschaft von Lt. Manion bestehen zwar keine Zweifel, aber Anwalt Biegler will mithilfe seines Freundes nachweisen, dass er aufgrund der Vergewaltigung seiner Frau in einem emotionalen Ausnahmezustand war, der die Tat entschuldbar macht. Die Ankläger ziehen jedoch in Zweifel, ob Manions Ehefrau tatsächlich vergewaltigt wurde. Da es ihnen nicht gelingt, diesen Sachverhalt aus der Verhandlung herauszuhalten, wollen sie im Laufe der Verhandlung bei den Geschworenen den Eindruck erwecken, die attraktive Frau habe dem Barbesitzer im Vorfeld der Tat Avancen gemacht oder gar eine Affäre mit ihm gehabt, und Lt. Manion habe ihn deshalb aus Eifersucht erschossen.

Als jedoch die Tochter des erschossenen Barbesitzers in dem Verfahren gegen ihren Vater aussagt, wendet sich das Blatt endgültig, und Lt. Manion wird freigesprochen.

Wenig später fährt Anwalt Biegler mit seinem Freund Parnell zu dem Wohnwagenpark, in dem die Manions wohnen, um über die Bezahlung des Honorars zu sprechen. Dort müssen sie feststellen, dass Lt. Manion und seine Frau tags zuvor abgereist sind.

Besetzung und Synchronisation

James Stewart
Lee Remick (1960)
Ben Gazzara (um 1960)
Weitere Informationen Figur, Darsteller ...
Figur Darsteller Deutscher Sprecher
Rechtsanwalt Paul Biegler James Stewart Hans Nielsen
Lutz Schnell (NS)
Laura Manion Lee Remick Margot Leonard
Lt. Frederick Manion Ben Gazzara Peer Schmidt
Bernhard Völger (NS)
Rechtsanwalt Parnell Emmett McCarthy Arthur O’Connell Walther Suessenguth
Axel Lutter (NS)
Oberstaatsanwalt Claude Dancer George C. Scott Werner Peters
Frank Röth (NS)
Sekretärin Maida Rutledge Eve Arden Tilly Lauenstein
Staatsanwalt Mitch Lodwick Brooks West Axel Monjé
Mary Pilant Kathryn Grant Renate Danz
Richter Weaver Joseph N. Welch Alfred Balthoff
Erich Räuker (NS)
Dr. Matthew Smith Orson Bean Siegmar Schneider
Campingplatzaufseher George Lemon Russ Brown
Barkellner Alphonse Paquette Murray Hamilton Peter Mosbacher
Kriminalinspektor James Durgo Ken Lynch Bum Krüger
Hilfssheriff Sulo John Qualen
Dr. Dompierre Howard McNear Hans Hessling
Psychiater Dr. William Gregory Harcourt Alexander Campbell
Dr. Raschid Ned Wever Robert Klupp
Clarence Madigan Jimmy Conlin Herbert Weißbach
Sheriff Battisfore Royal Beal Alfred Haase
Tatortfotograf Lloyd Burke Joseph Kearns
Duane „Duke“ Miller Don Ross Benno Hoffmann
Klavierspieler Pie Eye Duke Ellington
synchronisiert bei der Ultra-Film, Berlin[1]
(NS – wiederhergestellte Szenen der Fernsehfassung)
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Entstehung und Veröffentlichung

Teile des Films wurden in der Kleinstadt Marquette im US-Bundesstaat Michigan gedreht. Für die Gerichtsszenen wurde das dortige Kreisgericht (Marquette County Courthouse) verwendet. Den Soundtrack komponierte der einflussreiche US-Jazzpianist Duke Ellington. Saul Bass gestaltete die Titelsequenz sowie das Filmplakat in seinem typisch minimalistischen Stil und schuf damit eine Designikone.[2]

Die Weltpremiere fand am 1. Juli 1959 im US-amerikanischen Detroit statt. Der Film kam am 22. September 1959 in die Kinos der Bundesrepublik Deutschland.[3][4] Im deutschen Fernsehen war er erstmals am 26. Oktober 1972 in der ARD zu sehen.[3][5]

Für eine überarbeitete Fernsehfassung wurden aus der DVD-Version geschnittene Szenen wiederherstellt und nachsynchronisiert.

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
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Anatomie eines Mordes gilt als Meisterwerk, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ausschließlich freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.[6] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft ihn als „Pflichtprogramm“ ein.[7]

„Schauspielerisch hervorragend besetztes Dialogdrama. Die brillante Regie macht aus dem Stoff ein klar strukturiertes Experiment, das mit nahezu wissenschaftlicher Präzision die ‚seelische Anatomie‘ aller Beteiligten seziert.“

Der Film war 1960 in sieben Kategorien für den Oscar nominiert, unter anderem als Bester Film. Bei den Laurel Awards 1960 konnte der Film drei Preise gewinnen. James Stewart und Arthur O’Connell wurden für ihre Rollen ausgezeichnet, der Film erhielt den Preis in der Kategorie Top Drama. Duke Ellington erhielt einen Grammy in der Kategorie Best Soundtrack Album.

2012 wurde Anatomie eines Mordes ins National Film Registry aufgenommen als besonders erhaltenswerter Film.[11] Insgesamt listet ihn They Shoot Pictures, Don’t They? unter den angesehensten Werken der Filmgeschichte.[10] Außerdem zählten ihn die Nutzer der Filmdatenbank IMDb lange zu ihren Top 250 beliebtesten Filmen.[12]

Belege

Literatur

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