Anbay

Gottheit im Jemen From Wikipedia, the free encyclopedia

Anbay (sabäisch ʿNBY „der Sprechende/der Verkündende“ (?)[1] arabisch أنباي, DMG ʿAnbāy) ist eine in Qataban im heutigen Jemen häufig erwähnte Gottheit.[2]

In den offiziellen Anrufungen folgt er dem Reichs- und Mondgott Amm (zitiert als RES 3854 und 3945). Häufig wurde er sogar gemeinsam mit Ḥawkam (auch Ḥaukim) angerufen, als "derjenige des Befehls und der Willensentscheidung".[3] Der Name Ḥawkam deutet auf Weisheit hin. Diese beiden stellten möglicherweise zwei Aspekte einer Gottheit dar, die mit dem assyro-babylonischen Gott Nabû vergleichbar ist, als Sprecher der Götter, dem Schicksal und der Wissenschaft verbunden.[3] Anbay wurde oft als Šāyim (šym) = Patron[4][5] angesprochen und fehlte nie im qatabanischen Rechtsverkehr bezüglich Kaufurkunden für Häuser und Gräber (Klausel: bḥg ʿNBY = nach dem Gesetz des Anbay); dies mit der Bedeutung, dass Käufe erst dann rechtskräftig waren (zitiert als RES 3540).[2]

An der Stelle des heutigen Ḥeid bin ʿAqīl hatte Anbay einen Tempel. An dieser Stelle befand sich zugleich die Nekropole der qatabanischen Hauptstadt Timna.[2]

Literatur

  • Jacques Ryckmans: Die Altsüdarabische Religion. In: Werner Daum: Jemen, Umschau, Frankfurt/Main, ISBN 3-7016-2251-5; S. 111–115

Einzelnachweise

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