Andrea Amoretti

italienischer Kupferstecher und Drucker From Wikipedia, the free encyclopedia

Andrea Amoretti (* 19. Januar 1758 in San Pancrazio Parmense; † 6. März 1807) war ein italienischer Drucker, Kupferstecher und Priester, der in Parma tätig war.

Porträt Amorettis
(Claudio Linati, 1807)

Leben

Amoretti war der älteste Sohn des Pancrazio Amoretti (16. September 1732 – 31. März 1816) und dessen Frau Rosa (geborene [di Carlo] Spaggiari). Er war Schüler des Typografen Giambattista Bodoni, dessen Meisterschaft in der Herstellung von Druckschriften er zwar erreichte, jedoch stellten dessen Verdienste alle anderen in den Schatten. In seiner Freizeit entwarf er unterschiedliche neuartige Werkzeuge zur Metallbearbeitung. Bodoni hatte aufgrund zahlreicher Verpflichtungen kaum Zeit, sich dem Kupferstich und der praktischen Arbeit des Schriftsatzes zu widmen und wurde tatkräftig durch Amoretti unterstützt. Dadurch trug er selbst maßgeblich zu Bodonis Ruhm bei.

Nachdem er Bodoni 1791 verlassen hatte, gründete Amoretti mit seinen Brüdern im Haus in San Pancrazio eine eigene Schriftmanufaktur. Schnell gewannen sie durch die hohe Qualität ihrer Werke eine wachsende Kundschaft. Sie erhielten auch Aufträge der Druckerei Gozzi aus Parma, die 1796 eine Ausgabe mit Reden des Bischofs Turchi veröffentlichte, die von den Gebrüdern Amoretti gesetzt worden war. Diese Ausgabe stand den Drucken Bodonis in nichts nach. Zugleich betätigte sich Amoretti bis zu seinem Tod als einfacher Priester in seiner Heimatpfarrei. Am 3. April 1802 wurden ihm durch eine päpstliche Bulle eine kleine Pfründe und ein Jahreseinkommen von etwa 700 Lire zugesprochen. Wenn er die Messe gelesen hatte, begab er sich zu seinen Verwandten in die Werkstatt und unterstützte sie bei ihrer Arbeit. Claudio Linati (1. Februar 1790 – 11. Dezember 1832) schuf zwei Bildnisse Amorettis, eine Radierung und ein Ölgemälde, die ihn mit Priesterhut und Gewand gekleidet als Halbfigur im Profil zeigen. Auf dem Bildnis, das erst kurz vor oder nach seinem Tod fertig gestellt worden war, ist eine Inschrift angebracht:

Andreas Amorettus sacerdos parmensis aeris et ferri artificiis clarus praesertim autem Characterum cusor eximius
Discite, gnavus homo pulchras ut prophehat artes Daedala si menti sit sociata manus.
Claudius Linati amicus delineavit et sculpsit Parmae 1807.

Nach Amorettis Tod wurde sein Leichnam in der Kirche beigesetzt und die Stelle mit einem Epitaph versehen:

Heic in Pace Dormit Andreas Amorettus Presbyter Pientissimus et Ingeniosus Qui Archierei Aedis Huius Adiutor Doctus Adsiduus Gratis Pulcherrima Laborum Relaxe Instrumentis Excogitandis Perficiundis Formisque Typographicis Affabre Cudendis Famam Singularem Adeptus omnibus amabilis vixit annos XLIX mens I dies XV mortit prid non mart. Anno CIICCCVII Pancratius Pater Iohannes Petrus Victorinus frs. familiae officinaeque suae columendesirantes lugentes condiderunt.

Die Schriftgießerei wurde von seinem jüngsten Bruder Vittorino Amoretti (3. Juni 1772 – 13. Januar 1845) weitergeführt.[1]

Die Brüder Amoretti

Gedenktafel in San Pancrazio Parmense

In San Pancrazio Parmense lebten und arbeiteten drei Brüder Amoretti: Pancrazio, Giacomo und Francesco, die Söhne von Andrea di Pietro (* 27. November 1691) und Cattarina di Giacomo Martini. Amorettis Onkel Francesco (Franciscus Antonius) Amoretti war mit Agata Spaggiari verheiratet und hatte einen Sohn Ambrogio Amoretti. Der zweite Onkel war Giacomo (Petrus Jacobus) Amoretti (25. Juli 1738 – 27. Januar 1820). Amoretti hatte vier Brüder:[2]

  • Giovanni Francesco Amoretti (8. Februar 1764 – 26. Mai 1849)
  • Pietro Amoretti (14. April 1766 – 2. Juli 1840)
  • Giovanni Ambrogio Amoretti (24. Januar 1769 – vor 1807)
  • Joseph Victurinus „Vittorino“ Amoretti (3. Juni 1772)

Sie alle zusammen wurden die „Amoretti-Brüder“ genannt, die einen Ruf als erfolgreiche Schmiede, Mechaniker, Graveure und Schriftgießer hatten.

Literatur

  • Stefano Lottici: Amoretti, Andrea. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 1: Aa–Antonio de Miraguel. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1907, S. 419 (Textarchiv – Internet Archive).
  • U. Benassi: Commemorazione di G. B. Bodoni e dei fratelli Amoretti. Federale, Parma 1913.
  • G. Lombardi: Il dissidio di G. B. Bodoni con i suoi migliori allievi: gli Amoretti. In: Archivio storico per le Province Parmensi 5, 1940, S. 109–116.
  • E. Morpurgo: Don Andrea Amoretti. In: Amor Librorum. Bibliographic and Other Essays. Erasmus Antiquariaat, Amsterdam 1958, S. 79–83.
  • A. Ciavarella: Una celebre rivalità: i rapporti di Bodoni coi fratelli Amoretti di San Pancrazio. In: Bollettino del Museo Bodoniano 4, 1980, S. 100–104.
  • Andrea De Pasquale: Allievi e antagonisti di Giambattista Bodoni: gli Amoretti di San Pancrazio. Artegrafica Silva, Parma 2009.
Commons: Andrea Amoretti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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