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Andrea Evers

deutsch-niederländische Gesundheitspsychologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Andrea Walburga Maria Evers (* 7. Februar 1967 in Arnsberg; † 4. August 2025)[1] war eine deutsch-niederländische Gesundheitspsychologin und Professorin an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Universität Leiden.[2][3]

Andrea Evers (2014)

Leben

Sie studierte Psychologie mit den Schwerpunkten Verhaltensänderung und klinische Psychologie an der Universitäten Bielefeld und der Universiteit van Amsterdam. Danach arbeitete sie als Therapeutin an der Radboud-Universität in Nimwegen. 2003 promovierte sie mit Auszeichnung an der Radboud-Universität Nijmegen mit einer Dissertation zum Thema „Prädiktoren des Krankheitsverlaufs bei rheumatoider Arthritis“.

2011 wurde sie zur Professorin für Gesundheitspsychologie somatischer Erkrankungen an der Radboud-Universität ernannt. 2013 wechselte sie als Professorin für Gesundheitspsychologie an die Universität Leiden, wo sie Forschung, Lehre und Kooperationen mit der klinischen Praxis führte. Sie leitete ihre eigene Forschungsgruppe und war acht Jahre lang Vorsitzende der Abteilung für Gesundheits-, Medizin- und Neuropsychologie; während einer Umstrukturierung der Verwaltung des Instituts für Psychologie übernahm sie die Position der Wissenschaftlichen Direktorin. 2019 wurde sie zur Medical Delta Professorin berufen, einer gemeinsamen Professur der Universität Leiden, der Technischen Universität Delft und der Erasmus-Universität Rotterdam. Diese Auszeichnung würdigte ihre Fähigkeit, interdisziplinär und institutionenübergreifend zu arbeiten. Darüber hinaus arbeitete sie viele Jahre als approbierte klinische Psychologin und Psychotherapeutin und behandelte Patienten mit medizinischen Erkrankungen mithilfe kognitiver Verhaltenstherapie. Sie war zudem als Supervisorin für junge Fachkräfte tätig.

Werk

Ihre Forschung legte den Grundstein für das Verständnis, wie psychologische und verhaltensbezogene Faktoren eine entscheidende Rolle für den Verlauf und die Genesung von Erkrankungen spielen. Dazu forschte sie zum Placebo-Effekt, also der Frage, wie positive Erwartungen die Wirkung medizinischer Behandlungen verstärken. Sie konnte zeigen, dass bewusste und unbewusste Erwartungen messbar die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Dies konnte sie für somatische Beschwerden, Schmerz, Juckreiz und chronische Entzündungen nachweisen. Ebenso führte sie Studien zum Nocebo-Effekt durch und konnte zeigen, dass negative Erwartungen Beschwerden verstärken oder Nebenwirkungen auslösen können. Dabei fand sie heraus, dass selbst harmlose Informationen über Risiken Symptome hervorrufen können. Ein weiteres ihrer Arbeitsgebiete war die Psychoneurobiologie, wobei sie die Themen Stress, Kommunikation und Lernprozesse bei chronischen Erkrankungen untersuchte; dabei übersetzte sie psychologische Erkenntnisse in personalisierte medizinische Behandlungsformen. Ein weiteres ihrer Arbeitsgebiete bezog sich auf E-Health und digitale Interventionen; hier entwickelte sie Tools für die Entwicklung evidenzbasierter Schulungsprogramme und Instrumente für medizinisches Fachpersonal, um Placeboeffekte zu verstärken und Nocebo-Reaktionen in der Routineversorgung zu reduzieren, dies weitete sie auf Online-Therapien und Selbsthilfetools aus. Sie schlug auch Brücken zwischen Wissenschaft, Gesundheitswesen und Politik: Ihre Arbeit hatte direkte praktische Auswirkungen und machte komplexe psychologische Prozesse für medizinisches Fachpersonal, Patienten und politische Entscheidungsträger gleichermaßen zugänglich. Darüber hinaus engagierte sie sich intensiv in der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Sie sprach regelmäßig in den Medien, auf öffentlichen Veranstaltungen und in Workshops, um das Bewusstsein für Placebo- und Noceboeffekte zu schärfen und Patienten wie Therapeuten gleichermaßen zu befähigen, mit diesen Effekten umzugehen. Genauso leitete und förderte sie zahlreiche nationale und internationale Netzwerke und schlug Brücken zwischen Disziplinen, Institutionen und Ländern, um die Placebo-Forschung zu stärken.

Ehrungen/Positionen

Privates

Sie verstarb im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
  • Improving cognition in older women through adherence to a physical or mental exercise intervention. Freie Univ. Berlin, Dissertation 2011.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge
Commons: Andrea Evers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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