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Andrea Muliar

österreichische Tapisserie-Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Andrea Muliar, geb. Bendixen (* 7. Juli 1953 in München; † 11. Juni 2020 in Klosterneuburg) war eine österreichische Tapisserie-Künstlerin.

Andrea Muliar 2010

Leben

Andrea Muliar wurde als Andrea Bendixen in München als Jüngere von Zwillingstöchtern geboren. Ihr Vater war der Hamburger Kaufmann Karl Heinz Bendixen und ihre Mutter Christina (Ulli) geb. Bittner aus Brünn. 1962 übersiedelte die Mutter mit ihren beiden Töchtern nach Wien. Andrea Bendixen besuchte dort das Gymnasium und die Technische Universität, Studienrichtung Versicherungsmathematik. Noch während des Studiums trat sie als Schülerin für Tapisserie in das Privat-Atelier von Josef Schulz in der Herrengasse in Wien ein (1976–1979). Ab 1979 arbeite sie selbständig an Textilprojekten mit.

1980 heiratete sie den Juwelier Hans M. Muliar (1946–1990), einen Sohn des Schauspielers Fritz Muliar, der zwei Kinder aus erster Ehe mit in die Ehe brachte.[1]

Muliar arbeitete kontinuierlich weiter an zahlreichen Gobelins und Textilprojekten. So an einem Theatervorhang für Dorf Tirol, Südtirol, einem Gobelin für das Mozarteum Salzburg, einem für das World Trade Centre, London und viele andere. Sie übersetzte künstlerisch frei zahlreiche Gobelins nach Entwürfen von Herbert Boeckl, Max Melcher, Josef Schulz, Rudi Wach, Elfi Baumgartner und vielen anderen und führte sie aus.

Seit 21. September 1984 war sie Lehrbeauftragte am Institut für textiles Gestalten, der Akademie der bildenden Künste, Wien. Ab 1985 begann Muliar die Ausführung eigener Entwürfe noch am Institut für textiles Gestalten neben der Umsetzung fremder Entwürfe und dem Unterrichten. Ab 1986 hatte sie ein eigenes Atelier in den Tuchlauben 16, Wien, und beendete ihre Lehrtätigkeit und die Mitarbeit an der Akademie der bildenden Künste. Laut Dekret des Bundesdenkmalamtes vom Dezember 1986 wurde Muliar als freischaffende Künstlerin anerkannt.

Nach ihrem Tod 2020 entstand 2024/25 ein Dokumentarfilm von Franz Quitt[2] über ihr Lebenswerk: Andrea Muliar – Die, die mit dem Webstuhl malte. Dieser Film wurde erstmals bei der Ausstellung Freies gotisches Weben – Von der Kunst zur Mode 2025 in Wien gezeigt.

Werke (Auswahl)

  • Dibbuk * (1989/1990) für das Philanthropin im Auftrag der Saalbau GmbH in Frankfurt am Main, jetzt I. E. Lichtigfeld-Schule[3]
  • Klagemauer * (1990/91) Privatbesitz
  • Golem (1992/93) Privatbesitz
  • Laubhüttenfest * (1994) Privatbesitz
  • Abschied * (1995) Privatbesitz
  • Schöne Stunden im Atelier * (1995/96) Privatbesitz
  • Gotische Glasfenster * (1997) Privatbesitz
  • Das Ganze ist mehr als die Summe ihrer Teile (1997/98) – zwei Tapisserien Privatbesitz
  • Villa Déesse (2000/01) Privatbesitz
  • Geburtstagsüberraschung (2001/02) Privatbesitz
  • Innenleben * (2002/05) Privatbesitz
  • Jerusalem * (2005/07) Privatbesitz
  • Fata Morgana Indien (2007/08) Privatbesitz
  • Kontrabass * (2008/10) Privatbesitz
  • Fenster in die Ewigkeit (2011) Privatbesitz
  • Filmgeschichte * (2011/13) Privatbesitz
  • Inspiration * (2015/17) für Privatbesitz
­* Diese Tapisserien sind Teil des Dokumentarfilms Andrea Muliar – Die, die mit dem Webstuhl malte.

Ausstellung

  • 2025: Freies gotisches Weben – Von der Kunst zur Mode. Mode Wien Museum. Ausstellung im Rahmen der ORF Lange Nacht der Museen[4]

Einzelnachweise

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