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Andreas Balthasar Weber

Bildhauer des Barock From Wikipedia, the free encyclopedia

Andreas Balthasar Weber (* 10. August 1669 in Marktbreit; † nach 1737) war ein Bildhauer und Bildstockmeister, dessen Hauptwerke in Fulda entstanden.

Leben

Andreas Balthasar Weber wurde am 10. August 1669 in der schwarzenbergischen Marktsiedlung Marktbreit geboren. Der Vater Balthasar besaß eine Schreinerwerkstatt vor Ort. Wahrscheinlich lernte der junge Andreas Balthasar in der Werkstatt seines Vaters. Außerdem wurden seine frühen Werke mit Arbeiten des Johann Caspar Brandt in Verbindung gebracht. Erstmals urkundlich genannt wurde Weber allerdings erst 1698 in Fulda. Um in der Hauptstadt des Hochstifts Fulda zu arbeiten, muss er vom evangelischen zum katholischen Glauben übergetreten sein.

Eventuell gehörten der Bamberger Baumeister Johann Dientzenhofer oder der Franziskaner-Architekt Antonius Peyer zu seinen Förderern. Möglicherweise erreichte Weber Fulda als Mitglied der Werkstatt des Johann Neudecker, der seit 1691 in Hadamar ansässig war. Schon 1700 wurde Andreas Balthasar Weber Eigentümer eines Hauses in der heutigen Universitätsstraße 5 in Fulda, das Bürgerrecht der Stadt erwarb er erst 1704. Weber hatte schon vor 1696 geheiratet und bewohnte das Haus mit seiner Familie.

Erste bildhauerische Arbeiten schuf Weber in der Stadt ab 1706, darunter die Skulpturen für die Fassade der Stiftskirche, dem heutigen Dom St. Salvator. Zusammen mit Neudecker ist er am Hauptaltar, den Seitenaltären, dem Orgelprospekt und der Kanzel nachweisbar. Weber unterhielt wohl bald eine kleine Werkstatt in Fulda, in der später auch der Sohn Franz Adam nachweisbar ist. Nach 1714 nahmen die Aufträge des Hofes ab, dafür wirkte Weber vermehrt im Landgebiet des Hochstiftes. Daneben sind Aufträge für den lokalen Adel und das Stadtbürgertum wahrscheinlich. 1736 verließ Weber Fulda endgültig. Vielleicht kehrte er in seine Geburtsstadt Marktbreit zurück. Andreas Balthasar Weber starb nach 1737.[1]

Ehen und Familie

Erstmals heiratete Andreas Balthasar Weber vor 1697 an einem unbekannten Ort, die nur mit Vornamen bekannte Brigitte. Insgesamt gingen aus der Ehe sechs Kinder hervor. Der Sohn Franz Adam wurde ebenfalls Bildhauer. Am 8. August 1728 starb Brigitte Weber. Noch im selben Jahr ehelichte Weber erneut. Maria Eva Freuden (1697–1770) war die Tochter des bereits verstorbenen Hofschreiners Heinrich Freuden. Zu den Taufpaten der aus der Ehe hervorgehenden drei Töchter gehörte der Baumeister Andrea Gallasini.

Werke (Auswahl)

Die frühen Arbeiten Webers sind als Übergangsformen charakterisiert worden. Während die Körper mit der leicht S-förmigen Schwingung bereits auf den Hochbarock verweisen, entsprachen die eng am Körper anliegenden Gewänder eher dem Typus des 17. Jahrhunderts. Erst in den 1710er Jahren übernahm Weber die ausladenden Gewänder.

Paulusfigur auf dem Paulustor in Fulda
Taufstein Dom St. Salvator Fulda
  • 1706–1709, Figuren Ostfassade, Dom St. Salvator Fulda
  • 1706–1709, 16 Nischenfiguren, Bonifatiusgruft im Dom St. Salvator
  • um 1710, Altarretabel, Skulptur, Schlingen-Kapelle Jossa
  • 1710, Dianabrunnen, Wappen, Marstall des Fuldaer Stadtschlosses
  • 1711, Figuren, Wappen, Schmuck, Paulustor Fulda
  • 1711, Vasenaufsätze und Reliefs, Dom St. Salvator Fulda
  • 1711, fürstliche Wappen, Schloss Fürsteneck
  • 1711, fürstliche Wappen, Brücke Neuhof
  • 1712, Hauptorgel und Schnitzwerk, Dom St. Salvator Fulda
  • 1712, Kanzel und Choraltar, Dom St. Salvator Fulda (mit Georg Blank)
  • 1712, Altarretabeln (Martins-, Thomas- und Crispinaltar), Dom St. Salvator Fulda (mit Hans Georg Wagner)
  • 1712, Altarretabeln (Johannes- und Andreaskapelle), Dom St. Salvator Fulda (zugeschrieben)
  • 1712, Taufstein, Figur Johannes der Täufer, Dom St. Salvator Fulda
  • 1712/1713, Giebel, Figur der Abundantia, Wappen, Residenzschloss Fulda
  • 1714, Obelisken an der Ostfassade, Dom St. Salvator Fulda
  • 1715/1716, Hauptaltar, Skulptur und Schnitzwerk, St. Michael
  • um 1718, Haupt- und zwei Seitenaltäre, Mariae Himmelfahrt Burghaun
  • 1719, Wappen am Portal, Fasanerie Fulda (zerstört)
  • 1719, fürstliches Wappen, Zisterne, Kloster Frauenberg Fulda
  • 1719, fürstliche Wappen am Brunnen, Schloss Bieberstein
  • 1721, fürstliches Wappen am Portal, Schlösschen Eichenzell
  • 1724, Hauptaltar, Skulptur und Schnitzwerk, St. Goar Flieden (mit Hans Georg Wagner)
  • um 1730, Altar, Schnitzwerk, St. Anna Grüsselbach (zugeschrieben)
  • 1730, Portalwappen, Seitenaltäre St. Johannes der Täufer Mackenzell
  • 1731, Immaculata, Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg (zugeschrieben)
  • 1731–1733, Bauschmuck und Wappen, Kanzel, Orgelgehäuse, Hl. Geist Hospital Fulda
  • 1733, Hochaltar, St. Peter Petersberg
  • um 1735, Hausmadonna, Kanzler-Palais Fulda (zugeschrieben)
  • 1735, Hauptportal, Marienfigur, Putten, Universität Fulda
  • 1737, Kanzel, St. Nicolai Marktbreit (zugeschrieben)[2]

Literatur

  • Gregor K. Stasch: Weber, Andreas Balthasar. In: Allgemeines Künstlerlexikon CXL (2022). S. 207.

Einzelnachweise

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