Andreas Demmer
deutscher Kameramann
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Andreas Demmer (* 9. August 1914 in Amberg; † 11. Dezember 1997 in Zürich) war ein deutscher Kameramann.
Leben und Wirken
Der Sohn des Gerichtsassistenten und späteren Justizinspektors Josef Demmer und dessen Frau Anna, geb. Solleder, erlernte nach der Mittelschule den Beruf eines Drogisten, ehe er eine fotografische Ausbildung begann und ab 1933 Praktikant bei Arnold & Richter in München wurde. Als Kameraassistent war Andreas Demmer u. a. bei der UFA tätig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er in die Schweiz, wo er zunächst für August Kern, den er bereits aus seiner Münchner Zeit kannte, und später für Heinrich Fueters Condor-Films im Auftrags- und Dokumentarfilmbereich arbeitete. 1965 erhielt Demmer zusammen mit dem Regisseur Franz Schnyder eine Auszeichnung beim Zürcher Filmpreis.[1]
Zwischendurch wurde Demmer immer wieder von Erwin C. Dietrich für dessen Filme eingesetzt, wobei es sich durchweg um genretypischen Exploitation-Trash der 1960er und 1970er mit sprechenden Titeln wie Schwarzer Markt der Liebe oder Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere handelte.
Andreas Demmer war mit der Cutterin Anne Demmer, mit der er einen Sohn hatte,[2] und von 1985 bis zu seinem Tod mit Alice Sauter verheiratet. Zuletzt Verwaltungsratsmitglied bei der T&C-Film, starb er 1997 in Zürich.[3][4]
Filmografie (Auswahl)
- 1954: Richtiges Melken – saubere Milch (Kurzdoku)[5]
- 1954: Unser Wald (Kurzdoku)[6]
- 1956: 100 Millionen Elektronenvolt gegen Krebs (Doku)[7][8]
- 1958: Unsichtbare Helferinnen (Kurzdoku)[9]
- 1958: Gefahr Nord-West (Kurzdoku)
- 1960: LG (Kurzdoku)[10]
- 1961: Seelische Grausamkeit
- 1963: Kleine Schweizer Fahrt in C-Dur (Werbefilm)[11]
- 1963: Im Spiegel: Thomas Mann – sein Werk, seine Zeit (Kurzdoku)[12]
- 1964: Warten auf Godot (Fernsehfilm)[13]
- 1964: 100 Jahre Zürcher Bahnhofstrasse (Kurzdoku)[14]
- 1964: Spiel in Kupfer (Kurzdoku)[15]
- 1964: Schellen-Ursli (Werbefilm)
- 1965: Die Migros heute (Werbefilm)[16][17]
- 1966: Der Würger vom Tower
- 1966: Schwarzer Markt der Liebe
- 1967: Cantilena Helvetica (Werbefilm)[18]
- 1967: Chopin auf Mallorca (Doku)
- 1968: … und noch nicht sechzehn
- 1968: Hinterhöfe der Liebe
- 1968: Die Nichten der Frau Oberst
- 1968: Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill
- 1968: Die sechs Kummerbuben
- 1969: Paris – Bâle à pied (Doku)[19]
- 1969: Stunde Null (Werbefilm)
- 1969: Du glaubst zu schieben – und du wirst geschoben (Kurzdoku)[20]
- 1969: Nackter Norden
- 1969: Robin Hood und seine lüsternen Mädchen
- 1970: Porno Baby
- 1971: Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere
- 1971: Die Stewardessen
- 1972: Theophrastus Paracelsus (Doku)[21]
- 1974: Luzern und seine Musikfestwochen (Werbefilm)[22]
- 1974: Was geschah wirklich mit Miss Jonas?
- 1974: Mädchen, die sich hocharbeiten
- 1975: Entführung (Fernsehfilm)
- 1975: Rolls-Royce Baby
- 1977: Der Ruf der blonden Göttin
- 1977: Herausforderung des Lebens (Doku)
- 1979: 6 Schwedinnen im Pensionat
- 1983: Reiseziel Südsee (dreiteilige Doku)[23][24]
- 1984: Die Goldgräber von Cripple Creek (Doku)[25]
Literatur
- Hervé Dumont: Geschichte des Schweizer Films. Spielfilme 1896–1965. Schweizer Filmarchiv / Cinémathèque suisse, Lausanne 1987, ISBN 2-88267-001-X.
- Hervé Dumont, Maria Tortajada: Histoire du cinéma suisse 1966–2000. Band 1. Cinémathèque suisse, Lausanne 2007, ISBN 2-88256-178-4.