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Andreas Löschel

deutscher Wirtschaftswissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Andreas Löschel (* 1971) ist ein deutscher Ökonom und Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit, an der Ruhr-Universität Bochum.[1] Er ist zudem Alfried Krupp Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald. Das F.A.Z.-Ökonomenranking 2017 zählt ihn zu den 50 einflussreichsten Ökonomen in Deutschland.[2]

Andreas Löschen (2026)

Ausbildung und Beruf

Löschel studierte Volkswirtschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Wayne State University in Detroit. 2003 folgte eine Promotion an der Universität Mannheim (summa cum laude).[3] Löschel habilitierte 2009 an der Universität Oldenburg.

Seit 2011 ist Löschel Vorsitzender der Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung[4] und seit 2017 gewähltes Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.[5] Er ist außerdem im Forschungsforum Energiewende des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie seit 2024 Vorsitzender des Direktoriums der Akademieninitiative „ESYS – Energiesysteme der Zukunft“.[6][7] Löschel ist Leitautor der Arbeitsgruppe 3 zum 6. Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)[8] und zum 5. Sachstandsbericht des IPCC.[9] Seit 2005 ist Löschel ein Senior Researcher am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und war dort zwischen 2007 und 2014 Leiter des Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“.[10] Von 2010 bis 2014 war er Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenökonomik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Löschel berät seit 2015 die Firma Aurora Energy Research Limited. Er war Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Von 2014 bis 2021 war er Inhaber des Lehrstuhls für Mikroökonomik, insb. Energie‐ und Ressourcenökonomik, und Direktor des Centrums für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Westfälischen Wilhelms‐Universität Münster.[6]

Er engagiert sich in der Akademieninitiative Energiesysteme der Zukunft (ESYS), die von den Wissenschaftsakademien acatech, Leopoldina und Akademienunion 2013 gestartet wurde. So wirkte er bereits in einigen Arbeitsgruppen mit, die Publikationen zur Energiewende erarbeiten. Zudem ist er Vorsitzender des ESYS-Direktoriums, das die Initiative leitet und nach außen vertritt[11].

Forschung

Löschels Forschungsinteresse gilt der angewandten Mikroökonomik, insbesondere Fragestellungen der Energie- und Klimaökonomik.

Als Gastwissenschaftler und Gastprofessor war Löschel an zahlreichen Einrichtungen tätig, darunter am Massachusetts Institute of Technology (MIT) (2003, 2004), an der Stanford University (2005), an der Universität Pablo de Olavide in Sevilla (2006/2007), an der Australian National University (ANU) in Canberra (2010, 2011, 2019), an der Tsinghua-Universität in Peking (2013), an der Universität Vigo, an der University of Oxford (2017) sowie an der Universität Barcelona (2024). Im Jahr 2010 nahm er am Economist Visitors Programme der Europäischen Kommission teil. An der University of International Business and Economics (UIBE) in Peking ist er seit 2013 Gastprofessor und seit 2017 Visiting Chair Professor.

Darüber hinaus ist Löschel mit mehreren Forschungsinstituten verbunden. Seit 2010 ist er Research Associate am Centre for Climate Economics and Policy der Crawford School of Economics & Government an der ANU; von 2014 bis 2021 war er Research Associate am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Von 2017 bis 2021 war er Co-Direktor des Australian-German Energy Transition Research Hub und von 2021 bis 2022 Senior Fellow an der Universität Greifswald sowie am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Von 2015 bis 2017 war er Exzellenzprofessor des Staatsrates der Volksrepublik China. Seit 2016 ist er CESifo Research Network Fellow, seit 2019 Research Associate am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Barcelona, seit 2021 Wissenschaftler am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sowie Invited Researcher an der King Climate Action Initiative des J-PAL am MIT.

Zudem ist Löschel beratend tätig, seit 2015 für das Energiemarktanalyse- und Beratungsunternehmen Aurora Energy Research in Oxford.[6]

Politikberatung und Gremientätigkeit

Ende August 2025 wurde Löschel zum Koordinierenden Leitautor der Arbeitsgruppe III (Minderung des Klimawandels) des Weltklimarats (IPCC) berufen.[12]

Zu seinen laufenden Gremien- und Beratungstätigkeiten zählen:[6]

  • seit 2024: Vorsitzender des Direktoriums des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) von acatech, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
  • seit 2023: Mitglied des Wissenschaftlichen Steuerkreises der Plattform „Future Transmission Lab“ (Amprion)[13]
  • seit 2022: Mitglied des Beirats der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
  • seit 2021: Mitglied des Scientific Advisory & Project Board (SAPB) von 50Hertz Transmission
  • seit 2021: Mitglied des Beirats von „EPICO – Energy and Climate Policy and Innovation Council“[14]
  • seit 2019: Mitglied des Rats der Agora Energiewende
  • seit 2017: Wissenschaftlicher Leiter des Virtuellen Instituts Smart Energy NRW
  • seit 2013: Mitglied der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz
  • seit 2011: Vorsitzender der Expertenkommission der Bundesregierung zum Monitoring der Energiewende

An den großen wissenschaftlichen Sachstandsberichten wirkte er als Autor mit:[6]

  • 2018–2023: Leitautor (Kapitel 6 „Energy Systems“) und Autor (Kapitel 13 „National and sub-national policies and institutions“) des Sechsten Sachstandsberichts (AR6) der Arbeitsgruppe III des IPCC
  • 2014–2016: Leitautor des Global Environment Outlook (GEO-6) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Assessment für die paneuropäische Region
  • 2010–2014: Leitautor (Kapitel 6 „Assessing Transformation Pathways“) des Fünften Sachstandsberichts (AR5) der Arbeitsgruppe III des IPCC

Preise und Auszeichnungen

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

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