André Ladner

Schweizer Fussballspieler und -trainer From Wikipedia, the free encyclopedia

André «Andy» Ladner (* 20. Mai 1962 in Zürich; † 29. Juli 2025 in Schlieren) war ein Schweizer Profifussballer, der in den 1980er und frühen 1990er Jahren für den Grasshopper Club, den FC Basel und den FC Lugano als Verteidiger spielte. Er bestritt vier Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft. Von 1994 bis 2000 war er als Spielertrainer, von 2000 bis 2005, 2008 bis 2010 und 2016 bis 2020 als Trainer tätig.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
André «Andy» Ladner
Personalia
Geburtstag 20. Mai 1962
Geburtsort Zürich, Schweiz
Sterbedatum 29. Juli 2025
Sterbeort Schlieren, Schweiz
Grösse 180 cm
Position Verteidigung
Junioren
Jahre Station
1972–1975 FC Turicum
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1975–1980 FC Turicum
1980–1985 Grasshopper Club 93 (4)
1985–1987 FC Basel 58 (3)
1987–1991 FC Lugano 132 (0)
1991–1996 FC Turicum
1996–1998 FC Dietikon
1998–2000 FC Urdorf
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1983 Schweiz 4 (0)
1985 Schweiz U21 1 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1994–1995 FC Turicum (Spielertrainer)
1996–1998 FC Dietikon (Spielertrainer)
1998–2000 FC Urdorf (Spielertrainer)
2000 FC Engstringen (Junioren)
2001–2005 Grasshopper Club (Nachwuchs)
2008–2010 FC Zürich (Assistent)
2016–2017 FC Aarau (2. Assistent)
2017–2018 FC United Zürich
2018–2019 FC Zürich Frauen
2020 FC Männedorf (Assistent)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Karriere als Spieler

Vereine

Ladner spielte in seiner Jugend ab 1972 schon als 10-Jähriger beim FC Turicum. In der Saison 1980/81 wechselte er zum Grasshopper Club Zürich, wo er rasch in die erste Mannschaft aufstieg. Sein Debüt in der Nationalliga A gab er am 11. April 1981 beim 5:1-Auswärtssieg gegen den FC Basel, wo er über 90 Minuten zum Einsatz kam.[1] Bis zum Saisonende bestritt er noch weitere sieben Meisterschaftsspiele, bei denen er fünfmal in der Anfangsformation stand. Ladner galt mit seinen in hoher Geschwindigkeit ausgeführten Vorstössen auf der Aussenbahn tief in die gegnerische Spielhälfte hinein als einer der Pioniere in der Schweiz der modernen Interpretation seiner Position als Aussenverteidiger: konstruktiv, spielaufbauend und mitdenkend.[2]

Er spielte fünf Saisons lang für die Grasshoppers und erlebte mit den Blau-Weissen als unumstrittener Stammspieler die erfolgreichste Zeit in seiner aktiven Karriere. In der ersten Saison wurden sie Vizemeister, in den folgenden Saisons dreimal in Folge Schweizer Meister. Aussergewöhnlich dabei war, dass drei verschiedene Trainer die drei Meistertitel mit dem Rekordmeister feierten: 1982 Timo Konietzka († 12. März 2012), 1983 Hennes Weisweiler († 5. Juli 1983) und 1984 Miroslav «Ćiro» Blažević († 8. Februar 2023). Zudem gewannen sie in der Saison 1982/83 das Double, indem sie, nach dem 2:2-Unentschieden am 3. Mai 1983 im ersten Spiel[3], im Wiederholungsspiel den Final des Schweizer Cups am 15. Juni 1983 mit 3:0 gegen den Servette FC gewannen.[4] Beide Spiele fanden im alten Berner Wankdorf-Stadion statt.

Ladner kam in der Saison 1985/86 unter Trainer Helmut Benthaus in die erste Mannschaft des FC Basel. Sein Debüt gab er am 31. August 1985 im Heimspiel im St. Jakob-Park, als Basel mit 1:0 gegen den FC Sion gewann.[5] Sein erstes Tor für Basel erzielte er am 21. September im Schweizer Cup beim 9:1-Sieg, ebenfalls im St. Jakob-Park, gegen den unterklassigen Lokalkonkurrenten FC Concordia Basel.[6] Sein erstes Ligator für seinen Verein erzielte er am 22. März 1986 im Auswärtsspiel in Genf, als Basel mit 2:1 gegen Servette gewann, es war das Siegtor des Spiels.[7]

Er blieb zwei Spielzeiten beim FC Basel und bestritt in dieser Zeit als Stammspieler insgesamt 86 Spiele für den Verein, in denen er sechs Tore erzielte. 58 dieser Spiele fanden in der Nationalliga A statt, 8 im Schweizer Cup, und 20 waren Freundschaftsspiele. Er erzielte drei Tore in der Nationalliga A, eines im Cup und die beiden anderen in den Testspielen.[8]

Nach seiner Zeit bei Basel spielte Ladner, auch hier als Stammspieler, vier Saisons lang für den FC Lugano, mit dem er 1988 in die Nationalliga A aufstieg, bevor er nach 35 NLA-Partien in der Saison 1990/91 im Alter von erst 29 Jahren seine aktive Laufbahn als Profifussballer beendete.

Nationalmannschaft

Ladner wurde im Oktober 1983 von Nationaltrainer Paul Wolfisberg in die Nationalmannschaft berufen, nachdem er bereits vier Spiele für die Schweizer U-21-Nationalmannschaft absolviert hatte. Sein Debüt für die «Nati» gab er am 26. Oktober 1983, als die Schweiz ein Freundschaftsspiel gegen Jugoslawien mit 2:0 gewann, wobei Ladner die Vorlage für das 2:0 durch Jean-Paul Brigger gab.[9] Insgesamt bestritt er vier Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft, die letzten beiden anlässlich von deren in grosser Hitze durchgeführten Afrika-Tournee[10] bei der 2:3-Niederlage am 4. Dezember 1983 in Harare gegen Simbabwe, als er in der 46. Minute für Heinz Lüdi eingewechselt wurde[11], und beim 0:0-Unentschieden am 6. Dezember 1983 in Mombasa gegen Kenia, als er in der 75. Minute für Martin Andermatt eingewechselt wurde.[12] Am 3. November 1984 wurde er von Wolfisberg zwar nochmals in das Nationalmannschaftskader berufen, kam aber beim 1:1-Unentschieden im Freundschaftsspiel gegen Italien nicht zum Einsatz.[13] Im folgenden Jahr spielte er am 26. März 1985 noch einmal für die Schweizer U-21-Nationalmannschaft beim 0:0-Unentschieden im Freundschaftsspiel gegen Deutschland, als er in der 78. Minute für Marco Bernaschina eingewechselt wurde.[14]

Erfolge als Spieler

Karriere als Spielertrainer

Nach dem Abschluss seiner Karriere als Profifussballer schloss sich Ladner 1991 seinem Jugendverein FC Turicum ZH in der 2. Liga an, in der Saison 1994/95 für ein Jahr als Spielertrainer. 1996 löste er Severino «Sevi» Mentasti beim 3.-Liga-Verein FC Dietikon ab und schaffte in der Rückrunde als Spielertrainer den Aufstieg in die 2. Liga. Von 1998 bis 2000 war er beim 3.-Liga-Verein FC Urdorf Spielertrainer.[2]

Karriere als Trainer

Vereine

Ladner erwarb nach dem Abschluss seiner Spielerkarriere die Trainerlizenz. Er begann die Trainerkarriere im Jahr 2000, als er kurzfristig Juniorentrainer beim FC Engstringen war. Danach war er von 2001 bis 2005 Nachwuchstrainer bei den Grasshoppers.[2] Nachdem der frühere GC-Spieler im Juni 2007 vom FC Zürich als Chefscout agestellt worden war, war er zwischen Juli 2008 und Juni 2010 Assistent von Bernard Challandes beim FC Zürich und dort massgeblich am Erfolg der Mannschaft, die 2009 Schweizer Meister wurde und sich darauf für die Gruppenphase der Champions League qualifizierte, beteiligt.[15] Bei der Entlassung von Challandes 2010 wurde er zusammen mit diesem entlassen.[16]

Zwischenzeitlich führte Ladner nun ein Fitness-Studio und arbeitete als Scout und Spielerberater bei der «Footuro AG» von René Strittmatter. Von Februar bis Dezember 2015 war er beim FC Rapperswil-Jona als Technischer Leiter der Nachwuchsabteilung tätig. In dieser Funktion war er hauptverantwortlich für die technische Ausbildung und Förderung der Nachwuchsspieler auf allen Ausbildungsstufen im Junioren-Spitzenfussball (Preformation, Formation, Postformation). Zudem führte er zu Beginn als Übergangsregelung jeweils die Morgentrainings der Promotion-League-Mannschaft durch.[2]

Von Januar 2016 bis Juni 2017 war er neben Ercüment Şahin zweiter Assistent von Marco Schällibaum beim FC Aarau. Er wurde Ende der Saison 2016/17 zusammen mit Schällibaum freigestellt. Von Juli 2017 bis Juni 2018 war er Trainer des FC United Zürich, mit dem er von der Promotion League in die 1. Liga abstieg und dessen Abstieg in der Folge weiter bis in die 4. Liga ging. Von Juli 2018 bis Juni 2019 war er Trainer und gleichzeitig Technischer Leiter des FC Zürich Frauen, mit dem er 2019 das Double gewann. Trotzdem beendeten der FC Zürich Frauen und Ladner die Zusammenarbeit nach nur einer Saison im Sommer 2019 «im gegenseitigen Einvernehmen». 2020 war er noch für eine halbe Saison neben Mike Koller Co-Trainer des 2.-Liga-Vereins FC Männedorf.[17][18]

Erfolge als Trainer

2019: Meister und Cupsieger mit dem FC Zürich Frauen

Persönliches

Nach seiner Trainerkarriere lebte Ladner sehr zurückgezogen.

Sein Sohn Luca Ladner ist ebenfalls ein ehemaliger Fussballspieler (zuletzt beim FC Baden[19][16]).

André «Andy» Ladner verstarb am 29. Juli 2025 an seinem Wohnort Schlieren mit 63 Jahren.[20][21]

Einzelnachweise

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