Angels Over Broadway

Film von Ben Hecht und Lee Garmes From Wikipedia, the free encyclopedia

Angels Over Broadway ist ein US-amerikanisches Filmdrama mit Douglas Fairbanks Jr. und Rita Hayworth aus dem Jahr 1940.

TitelAngels Over Broadway
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1940
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Angels Over Broadway
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 79 Minuten
Stab
Regie Ben Hecht,
Lee Garmes (Co-Regie)
Drehbuch Ben Hecht
Produktion Ben Hecht,
Douglas Fairbanks Jr.
Musik George Antheil
Kamera Lee Garmes
Schnitt Gene Havlick
Besetzung
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Handlung

An einem verregneten Abend ist Schlitzohr Bill O’Brien in einem Nachtclub am New Yorker Broadway auf der Suche nach einem naiven Menschen, den er schamlos über den Tisch ziehen kann. Seine Wahl fällt auf Charles Engle, den er für einen gut betuchten Touristen aus der Provinz hält. Doch Engle ist lediglich ein Angestellter, der 3000 Dollar aus der Firmenkasse abgezweigt hat, um seine anspruchsvolle Ehefrau zufriedenzustellen. Weil sein Diebstahl am nächsten Morgen aufzufliegen droht, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich im Verlauf des Abends das Leben zu nehmen. Das eher einfältige Showgirl Nina Barona hält Engle wiederum für den Besitzer des Lokals und hofft darauf, von ihm als Tänzerin engagiert zu werden. Bill spannt Nina kurzerhand für seine Zwecke ein und überredet mit ihrer Hilfe den ahnungslosen Engle zu einem Pokerspiel in einem abgelegenen Hotel mit dem Gangster Dutch Enright.

Unterdessen tritt auch der trinkfreudige Dramatiker Gene Gibbons in Engles Leben. Beim Verlassen des Nachtclubs wird ihm versehentlich Engles Mantel gereicht, in dessen Tasche er einen Abschiedsbrief entdeckt. Der selbst von Melancholie geplagte Gibbons ist entschlossen, dem lebensmüden Mann zu helfen. Als er den Grund für Engles Kummer und von Bills wahren Absichten erfährt, hat er eine Idee: Statt Engle beim Pokerspiel verlieren zu lassen, soll Bill dafür sorgen, dass Engle nach den anfänglich gewonnenen Partien rechtzeitig aussteigt und mit dem Geld davonschleichen kann. Bill willigt unter der Bedingung ein, dass er einen Anteil am Gewinn erhält.

Im Hotel angekommen, erklärt Gibbons den anderen seinen Plan noch einmal im Detail. Bevor er jedoch seine Ausführungen beenden kann, übermannt ihn der Alkohol und die Müdigkeit. Als er wieder aufwacht, hat er die Geschehnisse des Abends vergessen, doch scheint ihm sein eigenes Leben so klar wie seit langem nicht mehr. Reuig und zielstrebig verlässt er das Hotel, um sich mit seiner Ex-Frau zu versöhnen. So sind Bill, Nina und Engle beim Pokerspiel auf sich allein gestellt. Wie geplant lassen die Gangster Engle die ersten Runden gewinnen, um ihm danach weitaus höhere Einsätze abzuknöpfen. Doch bevor Engle aussteigen kann, wittert Enright dessen Vorhaben. Als die Lage zu eskalieren droht, appelliert Nina an Bills Gewissen. Daraufhin beginnt Bill eine Schlägerei mit Enrights Männern, sodass sich Engle mit dem Geld in Sicherheit bringen kann. Nun kann dieser seine Schulden begleichen und neuen Lebensmut fassen. Bill und Nina indes werden sich ihrer Gefühle füreinander bewusst und fallen sich glücklich in die Arme.

Hintergrund

Angels Over Broadway, auch bekannt als Before I Die, war eine der wenigen Regiearbeiten des erfolgreichen Drehbuchautors Ben Hecht, der auch das dialogreiche Skript ablieferte und dafür eine Oscar-Nominierung erhielt. Gleichzeitig trat er neben seinem Hauptdarsteller Douglas Fairbanks Jr. auch als Produzent in Erscheinung. Wie später RKO Orson Welles bei seinem gefeierten Werk Citizen Kane (1941) freie Hand ließ, durfte Ben Hecht bei Angels Over Broadway seinen künstlerischen Vorstellungen nachkommen, ohne dass Columbia Pictures intervenierte.[1]

Von den Kritikern zwar hoch gelobt, aber geradezu prophetisch als „seiner Zeit voraus“ bewertet, stellte sich Angels Over Broadway infolge der Veröffentlichung am 2. Oktober 1940 als Flop an den US-amerikanischen Kinokassen heraus.[1]

Kritiken

Otis Ferguson von The New Republic meinte, dass der Zuschauer „ziemlich viel Spaß an diesem Film haben“ werde, „da der Dialog intelligent und die verschiedenen Verwicklungen gut gestrickt“ seien. Das Pokerspiel sei dabei „eine rundum erstklassige Filmsequenz“. Unter den Darstellern stehle Thomas Mitchell als abgehalfterter, aber liebenswerter Schriftsteller allen anderen die Show.[2]

The Hollywood Reporter beschrieb den Film seinerzeit als „ein auf merkwürdige Art fesselndes Drama im Glanz und Schatten des nächtlichen Broadway“. Geprägt von einer „brillanten Interpretation eines brillanten Drehbuchs“ sei Angels Over Broadway jedoch „so weit vom Massengeschmack entfernt, dass es in keine einzige Hollywood-Schublade passt“. Thomas Mitchell liefere „eine fantastische Vorstellung“ und „ein unvergessliches Porträt“, das nach Oscar rufe. Douglas Fairbanks Jr. zeige „wahrscheinlich die beste Leistung seiner Karriere“, John Qualen sei wiederum „ausgezeichnet als Selbstmordgefährdeter“. Auch Rita Hayworth sei „hervorragend in ihrer bisher anspruchsvollsten Rolle“. Alles in allem handle es sich um „ein unverwechselbares Werk, das ein großes Publikum verdient“. Dennoch sei der Erfolg an der Kinokasse „zu bezweifeln“.[3]

Laut Bosley Crowther von der New York Times habe Lee Garmes „die Stimmung der Geschichte mit seiner von Licht und Schatten gekennzeichneten Kameraarbeit perfekt eingefangen“. Die Besetzung sei unter der Regie von Ben Hecht „ungeheuer effektiv bis hin zur kleinsten Rolle“. Thomas Mitchell sei „nichts anderes als grandios“ in der Rolle eines Schriftstellers, „der Gott spielt“. Douglas Fairbanks Jr. sei „dynamisch und erstaunlich wahrhaftig als widersprüchlicher junger Mann“, der zunächst nur auf Geld aus sei. Rita Hayworth und John Qualen wiederum seien „beide feinfühlig den Ansprüchen des Drehbuchs gerecht“ geworden. Zu loben sei darüber hinaus Ben Hecht als „raffinierter Macher“ des Films.[4]

Auszeichnungen

Bei der Oscarverleihung 1941 war Ben Hecht in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für den Oscar nominiert. Er musste sich jedoch Preston Sturges geschlagen geben, der die Trophäe für Der große McGinty erhielt.

Einzelnachweise

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