Angersbach (Wartenberg)

Ortsteil von Wartenberg (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Angersbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Wartenberg im mittelhessischen Vogelsbergkreis im Tal der Lauter östlich des Hainigs.

Schnelle Fakten Gemeinde Wartenberg ...
Angersbach
Gemeinde Wartenberg
Wappen von Angersbach
Koordinaten: 50° 38′ N,  27′ O
Höhe: 258 m ü. NHN
Fläche: 23,88 km²[1]
Einwohner: 2525 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36367
Vorwahl: 06641
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Angersbach (Ostansicht)

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung von Angersbach und Landenhausen stammt aus dem Jahre 812. In einem Kopiar, dem Codex Eberhardi, heißt es: „inter lantenhusen et Zangersbach“ (zwischen Landenhausen und Angersbach).[2] Am 20. September 812 weihte der Mainzer Erzbischof Richulf (787–813) in Gegenwart des Abtes Baugulf von Fulda in Schlitz eine Kirche ein, die für die Region als missionarisches Zentrum genutzt wurde. Im gleichen Kopiar, welches der Mönch Eberhard von Fulda um 1160 schrieb, wird 1114 ein Ortsadliger erwähnt: „Fridericus de Angeresbach“.[3] Im Spätmittelalter gelangt der Ort unter die Herrschaft der Herren von Riedesel. Eine Urkunde von 1364 nennt „Angirsbach“.[4] In zwei weiteren Urkunden von 1500 wird der Ort „Anderßbach“ bzw. „Angersbach“ erwähnt.[5]

Der Ortsname wird in der Namensforschung von dem mhd. „anger“ abgeleitet, was „ungepflügtes wildgrünes Grasland“ bedeutet.[6]

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Angersbach:

„Angersbach (L. Bez. Lauterbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 1 St. von Lauterbach und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Dieser Ort, der 198 Häuser und 1127 Einw., die außer 7 Kath. evangelisch sind, zählt, gehört zu den wohlhabendsten Dörfern des ganzen Bezirks. Man findet 1 Kirche, 1 Schulhaus, 3 Mühlen und in der Gemarkung Sandsteinbrüche. Es wird ein bedeutender Flachsbau getrieben, und sehr viel gesponnen und gewebt. Eigentlich fabrikmäßig wird die Linnen- und Barchentfabrikation durch Stöppler getrieben, der einen guten Absatz hat, und daher viele Menschen beschäftigt. – Angersbach wird gelegentlich der Einweihung der Kirche zu Schlitz den 11. Sept 812 genannt, und wurde damals dieser Kirche zugewiesen.“[7]

Zum 1. August 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz aus den Gemeinden Angersbach und Landenhausen die neue Gemeinde Wartenberg gebildet.[8][9]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Angersbach angehört(e):[10][11][12]

Einwohnerentwicklung

 1806:987 Einwohner, 183 Häuser[15]
 1829:1127 Einwohner, 198 Häuser[7]
 1867:1269 Einwohner, 193 Häuser[17]
Angersbach: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015
Jahr  Einwohner
1785
 
991
1800
 
991
1806
 
987
1829
 
1.269
1834
 
1.147
1840
 
1.117
1846
 
1.238
1852
 
1.209
1858
 
1.331
1864
 
1.283
1871
 
1.269
1875
 
1.244
1885
 
1.287
1895
 
1.286
1905
 
1.296
1910
 
1.318
1925
 
1.308
1939
 
1.511
1946
 
2.174
1950
 
2.272
1956
 
2.078
1961
 
2.097
1967
 
2.130
1970
 
2.186
1980
 
?
1990
 
?
2007
 
2.666
2010
 
2.621
2011
 
2.692
2015
 
2.538
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [10]; Gemeinde Wartenberg:[18]; Zensus 2011[19]

Historische Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[10]

 1829:1120 evangelische und 7 katholische Einwohner[7]
 1961:1746 evangelische (= 83,26 %), 332 katholische (= 15,83 %) Einwohner[10]

Wappen und Flagge

Wappen

Blasonierung: „In grünem Schild ein silberner Schrägrechtsbach, darüber in der linken Ecke ein sechsstrahliger goldener Stern.“[20]

Das Wappen wurde der Gemeinde Angersbach, im damaligen Landkreis Lauterbach am 25. Juni 1951 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.

Es basiert auf dem Wappen der, von der Burg Wartenberg stammenden Herren von Angersbach.[21] Das Wappen wird, wie auch die Flagge, von der neuen Gemeinde Wartenberg weitergeführt.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 17. Mai 1963 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf breiter weißer Mittelbahn, beseitet von zwei schmäleren grünen Seitenbahnen, das Gemeindewappen.“[22]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Johann Heinrich Völler (1768–1834), Erfinder und Hof-Instrumentenmacher in Kassel
  • Otto Lang (1883–1955), hessischer Landtagsabgeordneter und Kreisdirektor (NSDAP)
Commons: Angersbach – Sammlung von Bildern

Anmerkungen und Einzelnachweise

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