Anıl Eraslan

türkischer Musiker (Violoncello, Komposition From Wikipedia, the free encyclopedia

Anıl Eraslan (* 26. November 1981 in der Türkei) ist ein türkischer Musiker (Violoncello, Komposition), der genreübergreifend tätig ist und auch als Eponj auftritt.

Leben und Wirken

Eraslan wuchs in Ankara auf, wo er begann, Cello und Klavier zu spielen. Er zog dann nach Frankreich, wo er in Strasbourg zunächst Klassik am Konservatorium studierte. Er schloss sein dortiges Studium bei Frank van Lamsweerde und Marc Coppey mit einem Master ab. Weiterhin studierte er zeitgenössische Musik, Jazz und freie Improvisation bei Vincent Courtois, Anssi Kartunnen, Eric Watson und Benjamin Moussay.[1]

Eraslan gab Solokonzerte und Konzerte mit Ensembles der Barockmusik, der Klassik und der zeitgenössischen Musik und wurde zu den Festivals Musica und Jazz d’Or eingeladen.[1] 2008 gründete er die Band Auditive Connection. Die Gruppe wurde beim Illiade Young Talents Festival und bei France ô Folies ausgezeichnet und war 2015 wiederum international auf Tournee.

Im Duo mit der Ondes-Martenot-Spielerin Christine Ott gab Eraslan zahlreiche Konzerte in Europa. Im Sommer 2010 nahm er mit der Sängerin Sumru Ağıryürüyen am Istanbul International Jazz Festival 2010 teil, wo er auch Konzerte mit Ayşe Tütüncü, John Lindberg, Trilok Gurtu und Karl Berger gab. Mit Sumru Ağıryürüyen arbeitete er auch im Duo Sert Sessizler und im Quartett 5 mit Oğuz Büyükberber und Cenk Erdoğan.[1]

Eraslan arbeitete zudem als freier Improvisator mit Musikern wie Chris Heenan, Michael Vorfeld, Axel Dörner, Tobias Delius, Tristan Honsinger, Joost Buis, Alan Purves, Anne La Berge, Michael Moore, Ab Baars, Ig Henneman, Sergei Letov, Alexei Borisov, Olga Nosova, Tolga Tüzün, Lê Quan Ninh, Oliver Lake, Adam Rudolph, Kenny Wessel, Saadet Türköz, Yann Tiersen, aber auch mit Aysenur Kolivar, Sylvain Kassap, Eric Groleau sowie im Kemik Trio, Linea Ensemble, Hanatsu, Espèces d’Espaces und dem Trickster Orchestra (ECM 2021). Er ist auch auf Alben mit Matt Elliott, Julia Kadel, Antonis Anissegos, Nick Dunston und mit Fred Frith zu hören.

Von 2012 bis 2015 war Eraslan Artist in Residence bei der Illiade in Illkirch für drei Jahre, daneben zeitweise auch in Berlin und Gent. Mit dem Malacoda String Quartet führte er 2024 die Streichquartette Tristan Honsingers beim Jazzfest Berlin auf.[2]

Weiterhin komponierte Eraslan für Filme wie Komsu rokan var mi? von Sibil Çekmen, tmmob documentary von Özcan Alper und La fin du silence von Rolan Edzard. Nachdem er bereits 2019 seine Japantournee mit Yuki Saga in dem Kurzfilm If I Play My Ears dokumentierte, legte er 2025 seinen abendfüllenden Dokumentarfilm Sound Dreams of Istanbul vor, der die freie Improvisationsszene der türkischen Metropole behandelt.[3]

Eraslan wirkte auch als Fotograf. Im Jahr 2007 war er Preisträger des Projektes Genis Aci-Young Talents. Anschließend hatte er Ausstellungen in Galerien in der Türkei, Syrien, den USA und Frankreich. Er erhielt Preise vom Center for Fine Art Photography, Paris Px3 und Sfr Jeunes Talents.[1]

Diskographische Hinweise

  • Sumru Ağıryürüyen, Anıl Eraslan: Sert Sessizler / Harsh Consonants (Baykuş Müzik 2012)
  • John Lindberg / Anıl Eraslan: Juggling Kukla (NoBusiness Records 2015)
  • Anıl Eraslan, Fred Frith, Tom Malmendier, Clara Weil: There or Here and That (Eux Sæm 2020)
  • Dream Works (Rumi Sounds 2022)
  • Eponj: Unbelievable Weather (Umlaut Records 2022)
  • Antonio Borghini & A Banquet of Consequences: Resta Chi Va (We Insist! 2025)

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI