Anita Daniel

(1902-1978) Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anita Daniel, auch Anita Joachim-Daniel, (geboren 21. Juni 1892[1], auch 1893[2], auch 13. November 1902 in Iași, Königreich Rumänien; gestorben 17. Juni 1978[3] in New York City) war eine rumänische Schriftstellerin, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland über die Schweiz in die Vereinigten Staaten floh.

Anita Joachim 1934 in Island

Leben

Anita Daniel war die Tochter einer großbürgerlichen rumänischen Familie und wuchs zweisprachig Französisch und Deutsch in Paris auf. Ihr Halbbruder Leon Daniel (1901–1974) gründete nach seiner Emigration in New York mit Celia Kutschuk und Alfred Eisenstaedt die Fotoagentur PIX. Sie heiratete 1921 in Baden den Physiker Hans Joachim (1891–)[4], die Ehe wurde 1925 geschieden. Sie ging nach Berlin und schrieb ab 1925 für den Ullstein-Verlag, insbesondere für die Zeitschriften Die Dame und Uhu.[5] Bereits 1925 erzielte sie in Die Dame, einem der einflussreichsten Magazine der Weimarer Republik, erste publizistische Erfolge.[5] Ihre dort veröffentlichten Feuilletons über die „moderne Frau“ zeichnete sie nur mit ihrem Vornamen Anita.[5] Zu ihren Themen gehörten auch scheinbar beiläufige Gegenstände und Fragen des Alltagslebens, etwa Handtaschen, tätowierte Männer oder die Frage, ob man Briefe zerreißen solle.[5] Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 floh sie in die Schweiz, wo sie Mitarbeiterin der Basler National-Zeitung wurde. 1934 begleitete sie den Fotojournalisten Willem van de Poll auf einer Reise durch Island.

Sie emigrierte 1941 in die USA. Daniel schrieb dort Beiträge für das New York Times Magazine, für This Week, Vogue, The Christian Science Monitor, The American Mercury und über dreißig Jahre lang für die deutschsprachige jüdische Zeitung Aufbau. Beim Birkhäuser Verlag in der Schweiz veröffentlichte sie unter ihrem Vornamen Anita eine Serie von unterhaltsamen Reisebüchern. Ein wiederkehrendes Motiv ihrer Prosatexte war die Suche nach Leichtigkeit und alltäglichem Glück.[5]

Schriften (Auswahl)

  • Anita Joachim-Daniel: Ein bißchen Glück, ein bißchen Wärme, ein bißchen Lachen. Basel: Birkhäuser, 1942
  • Anita: Ich reise nach New York. Illustrationen J. M. Moll. Basel: Birkhäuser, 1950
  • Anita: I Am Going to Switzerland. New York: Howard-McCann, 1952
  • Anita: I Am Going to Italy. New York: Howard-McCann, 1955
  • Anita Daniel: The Story of Albert Schweitzer. New York: Random House, 1957
  • Anita: Ich reise nach Paris. Basel: Birkhäuser, 1959
    • Anita: Komm mit nach Paris - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann
  • Anita: Ferien in USA: Kleine Hinweise für die grosse Reise. Basel: Birkhäuser, 1962
  • Anita: Sehnsucht nach der Ferne. Basel: Birkhäuser, 1965
  • Anita: Ich reise nach London. Basel: Birkhäuser, 1967
    • Anita: Komm mit nach London - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann, 1971
  • Anita: Ich reise nach Mexico. Basel: Birkhäuser, 1968
  • Anita: Gedanken über dies und jenes. Basel: Birkhäuser, 1971
  • Anita: Bon voyage! : Gedanken über Sinn und Unsinn des Reisens. Basel: Birkhäuser, 1972
  • Anita: Die Kunst zu tafeln. Bern: Benteli, 1978
  • Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern: Feuilletons über die Mode, die Kunst und das Leben: Texte aus »Die Dame«, »Uhu«, »Aufbau« und Büchern. Hrsg. Katja Behling, Thomas B. Schumann. Hürth: Edition Memoria, 2021

Literatur

  • Anna Stüssi: Joachim-Daniel, Anita. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Bd. 8: Hohberg–Kober. Francke, Bern 1981, ISBN 3-7720-1537-9, Sp. 581 f.
  • Julia Vaje: Joachim-Daniel, Anita, in: Kosch Lit. 20. Jh., Band 23, Sp. 419f.
  • Katja Behling: Nachwort, in: Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern..., 2021, S. 241⁠–⁠260
  • Erna Wendriner: Frauen, die wir täglich lesen. In: Das Leben, Leipzig, 9. Jg., Nr. 5 vom November 1931, S. 20⁠–⁠26

Einzelnachweise

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