Anja Wildemann

Pädagogin, Germanistin, Gehörlosenpädagogin Geboren: 1972 From Wikipedia, the free encyclopedia

Anja Wildemann (* 1972) ist eine deutsche Pädagogin und Hochschullehrerin an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.

Leben und Wirken

Nach ihrem Schulabschluss studierte Wildemann ab 1991 Lehramt an Sonderschulen an der Pädagogischen Hochschule Flensburg, wechselte aber 1994 an die Universität Hamburg. Dort legte sie 1997 das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Sonderschulen ab. Von 2001 bis 2003 studierte sie an der Universität Hamburg postgradual zusätzlich Interkulturelle Pädagogik und Mehrsprachigkeit. 2002 begann sie ihr Referendariat in Hamburg und wurde währenddessen mit der Schrift Kinderlyrik im Vorschulalter. Kinder zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit zur Dr. phil promoviert. 2004 legte sie ihr Zweites Staatsexamen ab. Als Sonderschullehrerin arbeitete sie indes nicht, sondern nahm einen Lehrauftrag am Institut für Germanistik der Universität Flensburg an. 2006 kehrte sie an die Universität Hamburg zurück und unterrichtete dort am Institut für Didaktik der Sprachen. Parallel dazu hatte sie Lehraufträge am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein in Kiel inne.

Nach einer Gastprofessur an der Freien Universität Berlin im Wintersemester 2007/08 wurde Wildemann an der Universität Vechta zur Juniorprofessorin für Didaktik der deutschen Sprache ernannt. Im Wintersemester 2010/11 vertrat sie den Lehrstuhl für Grundschulpädagogik an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). Zum folgenden Sommersemester nahm sie einen Ruf auf diesen Lehrstuhl, den sie seitdem innehat, an. Rufe der Universitäten Flensburg und Köln lehnte sie in den folgenden Jahren ab. Von 2014 bis 2016 leitete sie in Landau das Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter. Von 2017 bis 2018 war sie Prodekanin für Forschung und von 2018 bis 2023 Dekanin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften. Seit 2023 leitet sie das Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter erneut.

Forschung

Wildemanns Forschungsschwerpunkte liegen in der Sprachbildung und Sprachdidaktik in der Grundschulpädagogik. Insbesondere forscht sie zu Sprachbewusstheit und Sprachreflexion von Grundschülern. Vor allem bei Sprachdefiziten, auch wenn Deutsch nicht die erste gelernte Sprache ist, sieht sie Förderungsbedarf. So leitet sie im Auftrag des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums das Projekt „First Class“, mit dem ab Schuljahresbeginn für sechs Wochen die Schulanfänger gezielt gefördert werden, um Sprachdefizite möglichst aufzuarbeiten.[1] Zudem forscht sie dazu, wie Grund- und Förderschulen angesichts des Lehrermangels entlastet werden können.[2]

Publikationen (Auswahl)

  • Kinderlyrik im Vorschulalter: Kinder zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-631-50997-5 (Dissertation).
  • Lesen und Schreiben erfolgreich unterrichten: Wege im sprachlichen Anfangsunterricht. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-637-01091-8.
  • Heterogenität im sprachlichen Anfangsunterricht: Von der Diagnose bis zur Unterrichtsgestaltung. Klett Kallmeyer, Seelze 2015, ISBN 978-3-7800-4829-5.
  • mit Sarah Fornol: Sprachsensibel unterrichten in der Grundschule: Anregungen für den Deutsch-, Mathematik- und Sachunterricht. Klett Kallmeyer, Seelze 2016, ISBN 978-3-7800-4848-6.
  • mit Alexandra Merkert: Sprachdiagnose, Sprachförderung und Sprachbildung in der Grundschule: Grundlagen, Methoden und Praxis. Klett Kallmeyer, Seelze 2020, ISBN 978-3-7727-1316-3.
  • mit Marion Döll und Katharina Brizić: Mehrsprachigkeitsreflexive Diagnostik für eine sprachenbewusste Bildungspraxis. Universitätsverlag, Freiburg 2024, ISBN 978-3-7639-7303-3.

Einzelnachweise

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