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Anke Bockreis

deutsche Bauingenieurin mit Schwerpunkten im Bereich Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Anke Bockreis (* 1971 in Ludwigshafen am Rhein) ist eine deutsche Bauingenieurin mit Schwerpunkten im Bereich Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft.

Anke Bockreis (2016)

Leben

Nach ihrem Abitur 1990 studierte Bockreis Bauingenieurswesen an der Technischen Hochschule Darmstadt. Dort war sie ab 1996 Doktorandin und nach der Promotion 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Umwelt- und Raumplanung (WAR). Ihre Forschungsschwerpunkte waren unter anderem Geruchsemissionen im Zusammenhang mit der Abluftreinigung[1] sowie die Entwicklung biologischer und mechanisch-biologischer Abfallbehandlungsverfahren.[2] Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete sie von 2005 bis 2007 als Projektingenieurin bei der IGW – Ingenieurgemeinschaft Witzenhausen Fricke & Turk. Im Jahr 2007 absolvierte sie zudem einen Forschungsaufenthalt an der École des Mines d’Alès in Frankreich. Seit 2009 ist sie Professorin für Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement am Institut für Infrastruktur an der Universität Innsbruck.[3]

Wirken

Bockreis forscht zu Kreislaufwirtschaft, Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement. Schwerpunkte ihrer Arbeit an der Universität Innsbruck sind die energetische sowie stoffliche Nutzung von biogenen Abfallströmen ebenso wie die ökologische Bewertung. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Verankerung in Normen und Regulierungen. Darüber hinaus berät sie Wirtschaft und Industrie und fördert den Transfer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse in die Anwendung.[4]

Mit besonderem Fokus auf Abfallvermeidung initiierte und begleitete Bockreis Projekte zur Reduktion von Einwegverpackungen und zur Förderung nachhaltiger Mehrwegsysteme, darunter das Projekt Coffee-to-go im MehrWegbecher (2016),[5][6] das darauf abzielte, den Verbrauch von Einweg-Plastikbechern deutlich zu verringern. 2021 leitete sie die wissenschaftliche Begleitung des Rückbaus der Raiffeisen-Landesbank Tirol in Innsbruck nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und des Social Urban Mining.[7]

Die Verankerung von Nachhaltigkeit an Österreichs Universitäten treibt Bockreis als Mitglied der Allianz Nachhaltiger Universitäten in Österreich voran. Als Wissenschaftlerin war sie am Projekt UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele) beteiligt.[8]

Bockreis ist Vorstandmitglied im Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband,[9] Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft,[10] Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure und Beiratsmitglied von Africa UniNet,[11] das Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und afrikanischen Universitäten koordiniert und fördert.

Von 2012 bis 2020 war Bockreis Vizerektorin für Infrastruktur der Universität Innsbruck und von 2015 bis 2020 Geschäftsführerin der Uni-Holding der Universität Innsbruck. Seit 2024 ist sie Dekanin der Fakultät für Technische Wissenschaften.

Sie ist Mitgründerin und Gesellschafterin des 2014 gegründeten Spin-offs BioTreat GmbH.[12]

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • A. Bockreis, I. Steinberg: Measurement of odour with focus on sampling techniques. In: Waste Management. Band 25, Nr. 9, Januar 2005, S. 859–863, doi:10.1016/j.wasman.2005.07.013 (elsevier.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  • Joshua Petelka, John Abraham, Anke Bockreis, Justus Precious Deikumah, Stefan Zerbe: Soil Heavy Metal(loid) Pollution and Phytoremediation Potential of Native Plants on a Former Gold Mine in Ghana. In: Water, Air, & Soil Pollution. Band 230, Nr. 11, November 2019, ISSN 0049-6979, doi:10.1007/s11270-019-4317-4 (springer.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  • Alice do Carmo Precci Lopes, Sabine Robra, Wolfgang Müller, Michael Meirer, Frederik Thumser, Alessia Alessi, Anke Bockreis: Comparison of two mechanical pre-treatment systems for impurities reduction of source-separated biowaste. In: Waste Management. Band 100, Dezember 2019, S. 66–74, doi:10.1016/j.wasman.2019.09.003 (elsevier.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  • Alessio Campitelli, Oumaima Aryoug, Naaila Ouazzani, Anke Bockreis, Liselotte Schebek: Assessing the performance of a waste management system towards a circular economy in the Global South: The case of Marrakech (Morocco). In: Waste Management. Band 166, Juli 2023, S. 259–269, doi:10.1016/j.wasman.2023.05.003 (elsevier.com [abgerufen am 1. März 2026]).
  • Lívia Hökl, Anke Bockreis: Navigating per- and polyfluoroalkyl substances in organic waste streams: Sources, challenges and implications for circular economy recycling – A mini-review. In: Waste Management & Research: The Journal for a Sustainable Circular Economy. Band 44, Nr. 3, März 2026, ISSN 0734-242X, S. 252–264, doi:10.1177/0734242X251371421 (sagepub.com [abgerufen am 1. März 2026]).
Commons: Anke Bockreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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