Anna-Lena von Hodenberg

deutsche Journalistin und Geschäftsführerin von HateAid From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna-Lena Freiin von Hodenberg (* 1982)[1][2] ist eine deutsche Journalistin, Aktivistin und Sozialunternehmerin. Sie ist Mitbegründerin der gemeinnützigen GmbH HateAid, einer Organisation, die sich gegen digitale Gewalt und für Menschenrechte im Netz einsetzt. Während sie in Deutschland staatliche Auszeichnungen erhielt, ist sie seit Dezember 2025 von einem Einreiseverbot in die USA betroffen.[3]

Anna-Lena von Hodenberg (2021)

Leben und Werdegang

Anna-Lena von Hodenberg entstammt dem Geschlecht derer von Hodenberg. An der Freien Universität Berlin schloss sie 2010 ihr Studium der Lateinamerikanistik, Politik und Publizistik ab.[4] Als Fernsehjournalistin war sie unter anderem für den NDR und für RTL tätig.[5][6]

Ab 2015 arbeitete sie für Campact und war für Kampagnen gegen Rechtspopulismus und Rassismus verantwortlich.[6][7] Von Hodenberg initiierte die Kampagne „Hate Speech Stoppen“, in deren Mittelpunkt Strafverfolgung und Opferschutz auf Länderebene stehen. Von Hodenbergs Engagement führte dazu, dass Hessen als erstes Bundesland in ganz Deutschland im Koalitionsvertrag der 2019 gebildeten schwarz-grünen Landesregierung ein „Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz“ festhielt.[7] Die Kampagne war speziell auf Hessen zugeschnitten. Sie klärte zur Systematik von Hate Speech auch in Politikerkreisen auf.[8]

Von Hodenberg schied im März 2021 als Mitglied einer Kommission zur Zukunft der hessischen Polizei aus, die helfen sollte, das nach den Skandalen hinsichtlich der Weitergabe von persönlichen Daten von Opfern des Terrornetzwerkes NSU 2.0 stark beschädigte Vertrauen wiederherzustellen. Laut offizieller Mitteilung waren „unterschiedliche Auffassungen über die Darstellung der Arbeitsweise der Kommission bei der Erstellung des Abschlussberichts“ der Grund für das Ausscheiden von Hodenbergs, ihre Expertise sei aber dennoch in den Bericht eingeflossen.[9]

HateAid

Von Hodenberg gründete 2018 gemeinsam mit Campact und dem Verein Fearless Democracy die HateAid gGmbH. Die seit 2023 durch von Hodenberg und Josephine Ballon gemeinsam geführte Organisation setzt sich nach eigenen Angaben für Menschenrechte im digitalen Raum ein und engagiert sich auf gesellschaftlicher wie politischer Ebene gegen digitale Gewalt und ihre Folgen.[10]

US-Sanktion

Im Dezember 2025 verhängte das Außenministerium der Vereinigten Staaten unter Bezugnahme auf eine neue Richtlinie gegen ausländische Akteure, die die US-Redefreiheit bedrohen würden, als Sanktion Einreiseverbote gegen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon, die beiden Geschäftsführerinnen von HateAid.[11][12][13] Die US-Behörden begründeten die Einreiseverbote damit, dass die Betroffenen angeblich amerikanische Online-Plattformen dazu gedrängt hätten, „amerikanische Standpunkte zu zensieren“.[14] Vertreter der Bundesregierung und der EU übten heftige Kritik an den verhängten Sanktionen.[15]

Bestenlisten

2020 wurde sie von der Zeitschrift Focus als eine der „100 Frauen des Jahres 2020“ benannt. Ebenfalls 2020 war sie unter den 30 Finalistinnen für die Global Digital Women.[16][17] 2021 gehörte sie zu den „Capital Top 40 under 40“.[18]

Auszeichnungen

Commons: Anna-Lena von Hodenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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