Anna Bornemann
deutsche Malerin
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Leben
Anna Susanna Auguste Bornemann, so der vollständige Name, wurde als Tochter von Valentin Ludwig Wilhelm Gustav Bornemann und dessen Ehefrau Anna Louise geb. Eigenbrodt geboren.[1] Sie war Schülerin der Kunstgewerbeschule Hamburg und erhielt ihre weitere künstlerische Ausbildung an der Weimarer Kunstschule bei Hans Olde. 1904 hielt sie sich in Paris auf. Dort war sie eine Schülerin von Jacques-Émile Blanche und Lucien Simon.[2]
1911 ließ Anna Bornemann sich in Darmstadt nieder, wo sie bis 1938 ein Atelier in der Ohlystraße unterhielt und Schüler in Malerei und Aktzeichnen unterrichtete. 1913 und 1926 war sie nochmals in Paris. Zudem unternahm sie eine Reihe von Studienreisen nach Hamburg, Schlitz, Kampen auf Sylt, an den Luganersee und ins Saargebiet.[2]
Anna Bornemann malte Landschaften, Stillleben, Porträts und Interieurs. Seit ihrem Parisaufenthalt bevorzugte sie einen vom Impressionismus beeinflussten Pleinairismus (Freilichtmalerei).[3] Mit Hilfe ihres Einkommens als Lehrerin sowie Verkäufen von beauftragten Porträts und Landschaftsbildern konnte sie ihren Lebensunterhalt bestreiten.[2] Sie war Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands. Während der Nazizeit wurden auch Werke von ihr als „entartet“ verunglimpft und in derartige Ausstellungen auf der Mathildenhöhe aufgenommen.[4] 1944 ging ein Großteil ihrer Arbeiten bei dem britischen Luftangriff auf Darmstadt verloren.
Anna Bornemann starb 1956 im Alter von 81 Jahren. Ihr Nachlass befindet sich im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.
Werke (Auswahl)
- Bildnis der Malerin Gretchen Wohlwill, Hamburg, Leinwand, 80 × 60,2 cm, Hessisches Landesmuseum Darmstadt (HLMD)
- Bildnis eines Landmädchens, 1920, Leinwand, 100 × 80,5 cm, HLMD
- Blick über die Dächer von Hamburg, HLMD
- Blick von der Ludwigshöhe, 1951, 58 × 69 cm, HLMD
- Blühender Strauch an einem Gitter, Öl auf Leinwand, ca. 1915/18, HLMD[2]
- Dorf mit Fabrikschlot, Leinwand, 50 × 69 cm, HLMD
- Interieur mit Bett, Leinwand, 69 × 50 cm, HLMD
- Kakteenzucht, Leinwand, 53 × 73,5 cm, HLMD
- Ohlystraße (Schneebild), 60 × 72 cm, HLMD
- Schlitz, Altes Schloß, Leinwand, 72,5 × 72 cm, HLMD
- Seerosenblätter und Fische, Leinwand, 60 × 60 cm, HLMD
- Selbstbildnis mit Bluse, Öl auf Leinwand, HLMD[2]
- Sitzender weiblicher Halbakt, Leinwand, 80 × 100 cm, HLMD
- Stilleben mit Birne, Leinwand, 52,5 × 73,5 cm, HLMD[5]
Literatur
- Claus K. Netuschil: Anna Bornemann. In: Claus K. Netuschil (Hrsg.): Der weibliche Blick: vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880–1930. Kunst-Archiv Darmstadt, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-9808630-5-6, S. 54–59.
- Sabine Welsch: Bornemann, Anna. In: Stadtlexikon Darmstadt. Stuttgart 2006, S. 94.
- Dreesen-Kailus Arend: Bornemann, Anna. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 13, Saur, München u. a. 1996, ISBN 3-598-22753-1, S. 79.
- Bornemann, Anna. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 270 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Weblinks
- Literatur von und über Anna Bornemann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Bornemann, Anna. Hessische Biografie. (Stand: 24. Oktober 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Anna Bornemann bei artnet