Anna Lindsay

schottisch-britische Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Lindsay, geborene Dunlop (* 24. Juni 1845 in Edinburgh; † 1. März 1903 in Kelvinside, Glasgow), war eine schottisch-britische Frauenrechtlerin. Sie war eine der Gründerinnen der Glasgow Association for the Higher Education of Women und die erste Vorsitzende der Scottish Women's Liberal Federation.[1]

Leben

Lindsay wurde als älteste Tochter von Eliza Esther, geborene Murray, und Alexander Colquhoun-Stirling-Murray-Dunlop, einem Anwalt und Parlamentsabgeordneten für Greenock, geboren. Sie wurde zu Hause unterrichtet und war dann eine der ersten Studentinnen an der University Classes für Frauen, die die unter anderen von Mary Crudelius, Madeline Daniell und Sarah Mair 1867 gegründete Edinburgh Association for the University Education of Women organisiert hatte. Sie soll die Professoren beeindruckt haben.[1]

Das Pendant, die Glasgow Association for the Higher Education of Women, wurde 1878 auf Vorschlag von Jessie Campbell durch John Nichol ins Leben gerufen, um Vorlesungen für Frauen anzubieten.[2] Lindsay war eine der Mitgründerinnen.[1]

Am 8. Oktober 1872 heiratete Lindsay den Akademiker Thomas Martin Lindsay und zog mit ihm nach Glasgow. Zusammen hatten sie fünf Kinder, zwei Töchter und drei Söhne. Ihre Tochter Susan heiratete den Mittelalterhistoriker Frederick Maurice Powicke, und ihr ältester Sohn war Sandie Lindsay, 1. Baron Lindsay of Birker, der Professor für Moralphilosophie an der Universität Glasgow, Master des Balliol College und Vizekanzler der Universität Oxford wurde.[1][3]

Lindsay engagierte sich breit für Frauen. Ausgehend von ihrer kirchlichen Arbeit in der Free Church in Broomielaw, Glasgow, suchte sie nach weiteren Möglichkeiten, um die Lebensumstände von Frauen zu verbessern. Sie engagierte sich aktiv in einer Reihe von philanthropischen Organisationen zugunsten von Frauen und Mädchen aus der Arbeiterklasse, darunter die Scottish Girls’ Friendly Society, die Ladies’ Union for the Care and Help of Women, einer Vereinigung zur Prävention und Erziehung, deren Vizepräsidentin sie von 1885 bis zu ihrem Tod war; die Training School and Temporary Home for Friendless Servant Girls („mittellose Dienstmädchen“) und das Mothers’ Prayer Meeting, einem Vorläufer der schottischen Mothers’ Union.[1]

Ab den 1880er Jahren wendete sich Lindsays Aufmerksamkeit Frauen in der Industrie zu, wo sie eine bedeutende Rolle im Scottish Council for Women’s Trades (SCWT) einnahm, wo sie mit Margaret Irwin zusammenarbeitete. Sie war eines der Gründungsmitglieder der Women’s Protective and Provident League (WPPL), die später mit der SCWT fusionierte, und stand mehrere Jahre lang dem Vorstand der SCWT vor. Um auch die Gesetzgebung im Interesse der Arbeiterinnen voranzutreiben, engagierte sich Lindsay in der Parteipolitik. 1889 nutzte sie ihre Mitgliedschaft in der Liberal Party, um eine lokale Frauenvereinigung zu gründen, die als Glasgow and West of Scotland Women’s Liberal Association bekannt war. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung, und als diese 1891 mit anderen Organisationen fusionierte, um die Scottish Women’s Liberal Federation (SWLF) zu gründen, wurde sie deren Vorsitzende. Nur ihr schlechter Gesundheitszustand hinderte sie daran, diese Funktion nach 1899 weiter auszuüben.[1]

Von 1901 bis 1903 war sie Mitglied der Scottish Christian Union, einer unabhängigen Organisation, die jedoch der British Women’s Temperance Association angehörte. Außerdem trat sie der Glasgow and West of Scotland Association for Women’s Suffrage bei.[4]

1903 starb Lindsay an einer mehrjährigen Nierenerkrankung in Kelvinside in Glasgow.[1]

Einzelnachweise

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