Anna Malicka-Zamorska
polnische Keramikerin und Bildhauerin
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Anna Malicka-Zamorska (* 8. März 1942 in Lubień Wielki, heute Welykyj Ljubin, Ukraine; † 1. Dezember 2025) war eine polnische Keramikerin und Bildhauerin.[1][2]
Leben
Malicka-Zamorska studierte Keramik an der Państwowa Wyższa Szkoła Sztuk Plastycznych in Breslau (Wrocław) und schloss das Studium 1965 in der Klasse von Julia Kotarbińska und Krystyna Cybińska ab.[1][2] Sie gehörte danach als Keramikerin lange Zeit der Kunstszene Breslaus an[2] und war mehr als drei Jahrzehnte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Breslau tätig.[3]
Seit dem Erwerb ihres Diploms war Malicka-Zamorska Mitglied des polnischen Künstlerverbandes Związek Polskich Artystów Plastyków. 1973 wurde sie in die International Academy of Ceramics in Genf aufgenommen.[2] Als Mitgestalterin der 1976 gegründeten Breslauer Gruppe Nie tylko my und ab 1997[4] als Organisatorin des internationalen Symposiums Porcelana Inaczej wirkte sie weit über die eigene Produktion hinaus; das Symposium brachte über Jahrzehnte die Kunstwelt aus vielen Ländern in niederschlesischen Porzellanfabriken zusammen.[5][6][7]
Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzelausstellungen und in mehr als 200 Gruppenausstellungen in Polen und im Ausland gezeigt und in Museen und Sammlungen in Europa, Amerika und Asien aufgenommen.[2] 2012 zeigte das Städtische Museum Breslau (Muzeum Miejskie Wrocławia) im Breslauer Stadtschloss eine Ausstellung, die Malicka-Zamorska, ihrem Ehemann, dem Bildhauer Ryszard Zamorski (1940–2008), und dem Sohn Jan Zamorski gewidmet war.[4]
Im Jahr 2012 wurde Malicka-Zamorska mit der Medaille für Verdienste um die Stadt Breslau (Zasłużony dla Miasta Wrocławia) geehrt.[1][2] 2008 erhielt sie den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen.[8][9] Sie starb 2025 im Alter von 83 Jahren.[1][10]
Werk

Zu Malicka-Zamorskas bevorzugten Materialien zählten Porzellan, Steinzeug und später Schamotte. Sie entwickelte einen eigenständigen figurativen Stil, der organische, tierhafte und maskenhafte Formen mit auffälliger Farbigkeit unterstrich.[3][5][10] Mitte der 1970er Jahre begann sie sich mit monumentalen Keramikplastiken zu beschäftigen, während sie sich zuvor auf kleine, phantasievolle Figuren konzentriert hatte. Ihre großen räumlichen Kompositionen sind oft aus mehreren gleichartigen hängenden Elementen zusammengesetzt und korrespondieren mit anderen, auf der Erde aufgestellten Formen.[4]
Malicka-Zamorska schuf einige Keramikplastiken und -reliefs für den öffentlichen Raum. In Breslau ist sie unter anderem mit der gemeinsam mit Ryszard Zamorski geschaffenen Freiplastik Erwartung (Oczekiwanie, 1979) im Park Juliusza Słowackiego gegenwärtig. Für den Danziger Stadtteil Zaspa realisierte sie eine hängende Komposition aus dem Zyklus Wolken. Zudem entstanden keramische Wanddekorationen, beispielsweise für die Biblioteka Wojewódzka in Breslau und den Klub Kolejarza in Świdnica.[4]
In den 1990er Jahren wandte sich Malicka-Zamorskas von der dekorativen Formensprache hin zu einer stärkeren Expressivität. Dabei setzte sie meistens die Mittel Vereinfachung und Monumentalisierung ein. Als Motive wählte sie insbesondere deformierte Ganzfiguren, häufig auf hochbeinigen Sitzmöbeln, sowie Büsten mit grotesker Note, die durch affektierte Posen, zeremonielle Gesten und goldene Masken in Tierform erreicht wird.[4]
Im Nationalmuseum Breslau befindet sich eine repräsentative Sammlung ihrer Arbeiten.[1][11]