Anna Massey

britische Schauspielerin (1937-2011) From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Raymond Massey, CBE (* 11. August 1937 in Thakeham, West Sussex; † 3. Juli 2011 in London, England),[1] war eine britische Schauspielerin.

Leben

Anna Masseys Eltern, Raymond Massey und Adrianne Allen, waren Schauspieler. Auch ihr älterer Bruder Daniel Massey war als Schauspieler tätig. Ihr Onkel Vincent Massey war von 1952 bis 1959 Generalgouverneur von Kanada. Annas Eltern trennten sich, als sie ein Jahr alt war, und sie wuchs bei ihrer Mutter in London auf, während ihr Vater ein prominenter Hollywood-Schauspieler wurde. Mitte der 1950er-Jahre wurde Massey selbst als Schauspielerin tätig und gab 17-jährig ihr professionelles Bühnendebüt im Drama The Reluctant Debutante.[2]

Masseys Filmkarriere begann 1958 mit einer Rolle in dem Film Chefinspektor Gideon von Regisseur John Ford, der ihr Patenonkel war.[3] In ihrem zweiten Film Augen der Angst (Originaltitel Peeing Tom), der seinerzeit einen Skandal auslöste, verkörperte sie an der Seite von Karlheinz Böhm die größere Rolle der Helen, die nähere Bekanntschaft zu dem von Böhm gespielten Serienmörder fasst. In der Folge spielte Massey in diversen britischen Fernsehserien, übernahm aber auch Rollen in Filmen wie Otto Premingers Bunny Lake ist verschwunden (1965) und Alfred Hitchcocks Thriller Frenzy (1972). In letzterem Film verkörperte sie eine wichtige Nebenrolle als Pub-Wirtin Babs Milligan.

Daneben war sie viel am Theater tätig: Für ihren Bühnenauftritt als schrullige Miss Prism in Oscar Wildes Komödie Ernst sein ist alles am Londoner West End wurde sie 1983 mit dem Laurence Olivier Award als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Die Rolle der Miss Prism sollte sie 2002 nochmals in Ernst sein ist alles spielen, einer Verfilmung des Stückes mit Rupert Everett und Colin Firth in den Hauptrollen. 1986 erntete sie eine weitere Schauspielauszeichnung, als sie einen BAFTA TV Award für ihre Hauptrolle einer Schriftstellerin in dem Fernsehfilm Hotel du Lac gewann. Es handelte sich dabei um die Adaption des gleichnamigen Romans von Anita Brookner.

Im fortgeschrittenen Alter sah man Massey in Filmen wie Der Maschinist, in zwei Folgen von Inspector Barnaby oder auch in einer Nebenrolle in The Oxford Murders an der Seite von Elijah Wood und John Hurt. Insgesamt umfasst Masseys filmisches Schaffen rund 130 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1955 und ihrem Todesjahr.

In erster Ehe war Massey von 1958 bis zur Scheidung 1962 mit ihrem Kollegen Jeremy Brett verheiratet, dieser Ehe entstammt der Schriftsteller David Huggins.[4] Nach dieser eher unglücklichen Ehe blieb sie zunächst über 25 Jahre alleinstehend.[5] 1990 heiratete sie ein zweites Mal: Uri Andres, einen russischen Professor für Metallurgie. 2005 wurde Massey von Elisabeth II. mit dem Order of the British Empire geehrt. Sie starb im Juli 2011 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.[2]

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

  • 1986: RTS Television Award in der Kategorie Beste Darstellerin für Screen Two: Hotel du Lac (#2.8) und Sacred Hearts
  • 1987: BAFTA TV Award in der Kategorie Beste Darstellerin für Screen Two: Hotel du Lac (#2.8)

Einzelnachweise

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