Anna Meilhamer
deutsches Cowgirl
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Anna Meilhamer (* eine Quelle nennt den 17. Mai[1]) 1899 im Hof Stadlreit bei Pocking[2]; † 13. Juni 1940 in Socorro, New Mexico, Vereinigte Staaten war ein deutsches Cowgirl.
Leben
Anna Meilhamer wurde als ältestes von zehn Kindern in der Nähe von Pocking geboren[2], sie wuchs mit sechs Geschwistern auf.[3] Ihr Vater Michael arbeitete für einen bescheidenen Wohlstand hart. Er hatte einen Holz- bzw. Kohlehandel und machte sein Geld auch mit Immobiliengeschäften.[2] Er brachte seiner Tochter Schießen und Jagen bei.[3] Anna war schon in jungen Jahren neugierig und abenteuerlustig, doch der Vater wollte ihr nach der Grundschule keine weiterführende Schulbildung ermöglichen. Aus eigenem Antrieb besuchte sie ab 1915 eine Klosterschule in Wien.[4] 1918 erkrankte sie an Tuberkulose und musste das Kloster verlassen.[2] Im Anschluss daran verbrachte sie vier Monate als Kochschülerin im Sanatorium Villa Quo Vadis in Bad Kissingen, bevor sie 1921 nach München zog, um die Kunstgewerbeschule zu besuchen und gleichzeitig als Sekretärin Geld zu verdienen.[4]
Doch auch in der Großstadt wurde Meilhamer nicht glücklich. Ihr Bruder Hans emigrierte 1924 nach Kanada. Vermutlich nährten seine Berichte den Wunsch in ihr ebenfalls auszuwandern. 1927 wanderte sie ebenfalls aus. Ihr Weg führte sie nach New York City. Aufgrund des nassen Klimas brach zu ihrem Leidwesen ihre Lungenkrankheit erneut aus.[2] So zog sie weiter in wärmere Regionen, zunächst nach Colorado und anschließend bis nach New Mexico.[3] Die geografisch hohe Lage von New Mexico und das trockene Klima waren ideal für Menschen mit Lungenleiden.
Anna Meilhammer (manchmal nannte sie sich auch „Erica“) lebte ab 1931[5] zunächst als Eremitin in der Umgebung des kleinen Ortes Hatch, ungefähr 130 Kilometer von El Paso entfernt. In der ersten Zeit wohnte sie in einer einfachen Holzhütte, später dann in der offenen Prärie in einer Lehmhütte. Ihr Leben war hart, trotzdem fühlte sie sich frei.[2] Sie züchtete Hühner und Wachteln, kümmerte sich als Cowgirl um das Vieh und ging auf die Jagd nach Wölfen und Stinktieren. Die begehrten Felle verkaufte sie an einen Kürschner in München und Niederbayern.[3] Zusätzlich verfasste sie Geschichten und Artikel für lokale Zeitungen und gestaltete Postkarten und Bilder.
Auch über Meilhamer selbst gab es zahlreiche Erzählungen[2], denn sie nahm als Frau an Rodeos teil, ein Cowgirl in jener Zeit war eine außergewöhnliche Erscheinung. Die Leute nannten sie „Wild Bronco“, was so viel wie ungezähmtes Pferd bedeutet[2] oder auch „Miss Anny“.[4] Sie arbeitete mit ihrem Pferd Wodan als Cowgirl, Trapperin und Rodeoreiterin und verdiente ihr Geld als Pelzhändlerin, Zeichnerin und Journalistin.[4]
Mit ihrer bayerischen Familie blieb sie über Briefverkehr in Kontakt, im Laufe der Jahre schickte man sich viele hunderte Briefe. Sie schrieb davon, über ihr Leben froh zu sein und wie es von der Natur bestimmt wird. Ab 1939 verschlechterte sich ihre Gesundheitszustand so weit, dass sie im Sanatorium von Socorro untergebracht werden musste.[2]
Anna Meilhamer starb am 13. Juni 1940 in Socorro. Ihre letzte Ruhestätte fand sie ebenda auf dem Friedhof für Tuberkulose-Patienten.[2] Auf dem Grabstein der Familie Meilhamer in Pocking steht auch ihr Name.[5]
Ehrungen
Im Farm & Ranch Heritage Museum in Las Cruces wurde Anna Meilhamer eine Gedenktafel gewidmet.[6] Sie wurde mit der Aufnahmen in das Projekt FrauenOrte in Bayern geehrt, anders als in anderen Bundesländern sind diese Orte in Bayern virtuell.[7]
Der bayerische Kabarettist und Schauspieler Hanns Meilhamer ist ihr Neffe[3], gemeinsam mit seinem Neffen[4] hält er Vorträge zu ihrem Leben.[8] Im Januar 2015 erschienen Radiosendungen zu ihrem Leben auf Bayern 2.[5]
Weblinks
- Anna Meilhamer auf bayerns-frauen.de
- Radio-Beitrag zu Anna Meilhamer auf br.de