Anna Stiepani
deutsche Theaterregisseurin
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Werdegang
Stiepani spielte als Jugendliche selbst Theater und war unter anderem Mitglied des Theaterjugendclubs des Landestheaters in Passau.[2] 2006 hospitierte sie bei der Inszenierung des Lohengrin von Klaus Maria Brandauer an der Oper Köln.[2] Es folgte nach ihrem Abitur ein Theaterjahr als Regieassistentin und Assistentin der Oberspielleitung am Landestheater Niederbayern in Landshut.[2] Nach einer Betätigung als Regie- und Bühnenbildassistentin von Martina Veh für Die Entführung aus dem Serail in München nahm Stiepani ein Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien auf. Hier lernte sie unter anderem bei Peter Konwitschny, Brigitte Marschall, Christian Schulte, Patrice Blaser und Hans Mrak.[3] Nach ihrem Studienabschluss 2011 trat sie eine Stellung als Regieassistentin am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen an. Hier assistierte sie unter anderem Leander Haußmann, Herbert Fritsch, Antú Romero Nunes, David Bösch, Stefan Bachmann und mehrfach Johan Simons.[4] Außerdem inszenierte sie für das Projekt Wir gründen eine Bank ein Vorspiel im Foyer.[2] Im November 2013 führte sie erstmals selbst die Regie, indem sie am Salzburger Landestheater unter anderem das Tagebuch der Anne Frank inszenierte. Daneben zeichnete sie für die Inszenierung des ersten Aktes in der Walküre beim Nürnberger Kammermusikfestival verantwortlich.[2]
2015 wurde Stiepani Regieassistentin am Wiener Burgtheater.[5] Dort inszenierte sie im Dezember 2018 die österreichische Erstaufführung von Beben von Maria Milisavljević.[6] Seit der Spielzeit 2019/2020 war sie als Assistentin und Regisseurin am Schauspielhaus Bochum tätig.[7] Hier führte sie 2020 und 2021 unter anderem bei Robinson Crusoe, Viel gut essen von Sibylle Berg und Der gefesselte Prometheus Regie.[6] 2022 wurden unter ihrer Regie Halt mich auf von Annika Henrich am Staatstheater Nürnberg und Käpten Taumel von Fanny Sorgo am Mainfranken Theater Würzburg aufgeführt.[8] Im Januar 2023 inszenierte Stiepani die Uraufführung von Alte Sorgen, einem weiteren Stück von Maria Milisavljević, am Staatstheater Meiningen.[6] Außerdem führte sie am Landestheater Linz Regie in Arthur Schnitzlers Liebelei.[8] Im Januar 2025 wurde mit Staubfrau am Schauspielhaus Zürich ein weiteres Stück von Maria Milisavljević unter Stiepanis Regie uraufgeführt.[8] Hierfür erhielt Milisavljević den Mülheimer Dramatikpreis sowie den Publikumspreis.[9] Die Zeitschrift Theater heute zeichnete sie als Nachwuchsregisseurin des Jahres 2024/25 aus.[10]
2026 wird am Badischen Staatstheater Karlsruhe Moskitos von Lucy Kirkwood unter Stiepanis Regie aufgeführt werden.[11]
Kritiken
Stiepanis Inszenierungen werden teilweise als klar politisch und zugleich emotional zugänglich[12], gleichzeitig auch als innovativ beschrieben. Etwa für ihre Inszenierung von Schnitzlers Liebelei wird betont, dass sie dessen Geschlechterbilder deutlich befragt und nicht einfach übernimmt.[13] Ihre Inszenierung von Goethes Iphigenie auf Tauris wird als „weit über dem pädagogischen Niveau“ beschrieben.[14]
Regiearbeiten (Auswahl)
- 2013: Das Tagebuch der Anne Frank (Salzburger Landestheater)
- 2018: Beben (Burgtheater Wien)
- 2019: Ich ist ein Robinson. Bochumer Inselgeschichten (Schauspielhaus Bochum)
- 2020: Robinson Crusoe (Schauspielhaus Bochum)
- 2021: Viel gut essen (Schauspielhaus Bochum / Filmprojekt)
- 2021: Der gefesselte Prometheus (Schauspielhaus Bochum)
- 2022: Halt mich auf (Staatstheater Nürnberg)
- 2022: Käpten Taumel (Mainfranken Theater Würzburg)
- 2023: In den Alpen (Mainfranken Theater Würzburg)
- 2023: Alte Sorgen (Staatstheater Meiningen)
- 2023: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (Mainfranken Theater Würzburg)
- 2024: Das schweigende Klassenzimmer (Mainfranken Theater Würzburg)
- 2024: Liebelei (Salzkammergut Festspiele Gmunden / Landestheater Linz)
- 2025: Staubfrau (Schauspielhaus Zürich)
- 2025: Es war Sommer. Und weil Sommer war, war es warm (Staatstheater Meiningen)
- 2025: Draußen vor der Tür (Staatstheater Braunschweig)