Annette Fleischer-Peters

deutsche Kieferorthopädin From Wikipedia, the free encyclopedia

Annette Fleischer-Peters (* 16. April 1929 in Münster; † 6. August 2025 in Erlangen[1]) war eine deutsche Kieferorthopädin sowie Professorin für Kieferorthopädie.

Leben

Sie stammte aus Wolbeck, heute ein Stadtteil von Münster.[2] Von 1949 bis 1953 studierte sie Zahnheilkunde an der Philipps-Universität Marburg. 1954 promovierte sie mit einer Arbeit über das Melanoblastom. Anschließend arbeitete sie als Assistentin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und ab 1956 in der orthopädischen Zahnklinik-Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen. Dort wurde sie 1957 Fachzahnärztin für Kieferorthopädie.

1968 habilitierte sie sich für das Fachgebiet Kieferorthopädie und war anschließend als Privatdozentin tätig. 1972 wurde Fleischer-Peters auf den neugegründeten Lehrstuhl für Kieferorthopädie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) berufen.[3] Damit war sie die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der Medizinischen Fakultät der FAU innehatte, und die vierte in der gesamten Universität.[4] Sie war langjähriges Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie und richtete als Präsidentin 1981 die Jahrestagung in Erlangen aus.[5] Anlässlich ihrer Emeritierung wurde sie, der Fakultätstradition folgend, mit einem Fackelzug verabschiedet;[6] ihr Lehrstuhl wurde zum 1. Oktober 1997 von Ursula Hirschfelder übernommen.[7][8]

Annette Fleischer-Peters war Mitglied des Zonta Clubs Erlangen.[9] Sie setzte sich für die Verbesserung der Chancengerechtigkeit von Mädchen und Frauen weltweit ein.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Anwendung von Röntgenübersichtsaufnahmen in der Kieferorthopädie. In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 24, 1963, S. 150–155, doi:10.1007/BF02254926.
  • mit Peter Schuch: Zur Klinik der Dysostosis cleidocranialis. In: Zeitschrift für Kinderheilkunde. Band 98, 1967, S. 107–132, doi:10.1007/BF00521301.
  • Vergleichende klinisch-röntgenologische Untersuchungen über morphologische Variationen des Gesichtsschädels bei der Progenie. Erlangen 1968 (83 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche Habilitationsschrift).
  • Morphologische Veränderungen des Gesichtsschädels bei Crouzon-Syndrom. In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 32, 1971, S. 379–386, doi:10.1007/BF02170920.
  • Zungenanomalien und ihr klinisches Bild. In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 36, 1975, S. 210–219, doi:10.1007/BF02171646.
  • Gleichzeitiges Vorkommen von Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Progenie. In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 37, 1976, S. 29–39, doi:10.1007/BF02169377.
  • mit S. Zschiesche: Ist Lutschen wirklich schädlich? In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 41, 1980, S. 563–569, doi:10.1007/BF01996120.
  • mit G. Schwanitz, K. Kreft und S. Zschiesche: Familiäre Zahnstellungsanomalien beim Orang-Utan. In: Fortschritte der Kieferorthopädie. Band 44, 1983, S. 172–183, doi:10.1007/BF01999719.
  • mit Thomas Schneller (Hrsg.): Anwendung psychologischer Methoden in der Zahnmedizin. Eschborn, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-88074-156-5 (252 S.).
  • mit Ursula Scholz: Psychologie und Psychosomatik in der Kieferorthopädie. Hanser Fachbuchverlag, München und Wien 1985, ISBN 3-446-14341-6 (184 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Literatur

Einzelnachweise

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