Anni Meetz

deutsche Germanistin und Literaturwissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anni Auguste Marie Meetz (* 7. Mai 1904 in Neumünster; † 7. März 1980 in Neumünster) war eine deutsche Germanistin und Literaturwissenschaftlerin.[1]

Leben und Wirken

Nach ihrer Reifeprüfung 1923 am Oberlyzeum in Neumünster begann Anni Metz im Sommersemester 1924 mit dem Studium der Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, arbeitete jedoch von 1924 bis 1926 an einer deutschen Privatschule im dänischen Nordschleswig. Im Sommersemester 1926 setzte sie ihr Studium in Kiel fort. Im Sommersemester 1927 studierte sie an der Universität München und 1928/29 an der Universität Erlangen. Dort promovierte sie 1929 bei Otto Brandt mit einer Dissertation über Johann Gustav Droysen. An der Universität Hamburg legte sie anschließend 1930 das Staatsexamen für den Schuldienst in den Fächern Englisch, Deutsch und Geschichte ab. Anschließend trat sie in den Schuldienst, zunächst als Referendarin, dann als Studienassessorin an verschiedenen Gymnasien in Schleswig-Holstein.

Seit 1933 gehörte sie dem Nationalsozialistischen Lehrerbund an, am 17. Dezember 1937 beantragte sie die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.444.076).[2] Im Jahre 1944 habilitierte sich Anni Meetz über Hölderlins Christusmythos an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bis 1959 lehrte sie dort als Privatdozentin für Germanistik und Neuere deutsche Literaturgeschichte und war zur selben Zeit Studienrätin an der Ricarda-Huch-Schule in Kiel. Anschließend war sie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 1969 als Wissenschaftliche Rätin und Professorin an der Universität Kiel tätig. Sie beschäftigte sich in ihren Veröffentlichungen vor allem mit dem Dichter Friedrich Hebbel und gab u. a. Briefe und Tagebücher von ihm heraus.

Veröffentlichungen

  • Johann Gustav Droysens politische Tätigkeit in der Schleswig-Holstein-Frage (= Erlanger Abhandlungen zur mittleren und neueren deutschen Geschichte, Bd. 3). Palm & Enke, Erlangen 1930 (= Dissertation Universität Erlangen).
  • Zu Hölderlins Quellen für den „Empedokles“. In: Euphorion, Bd. 50 (1956), S. 388–404.
  • Gerhart Hauptmanns Requiem „Die Finsternisse“. In: Germanistisch-romanische Monatsschrift, Bd. 40 (1959), S. 29–47.
  • Friedrich und Christine Hebbel. In: Hebbel-Jahrbuch, Jg. 1960, S. 143–158.
  • Friedrich Hebbel (= Sammlung Metzler, Bd. 18). Metzler, Stuttgart 1962 (3. durchges. u. erg. Aufl. 1973, ISBN 3-476-10018-9).
  • Intuition und Bewußtheit im Schaffen Hebbels. In: Dithmarschen. Zeitschrift für Landeskunde und Heimatpflege, Jg. 1963, H. 4, S. 137–145.
  • (Hrsg.): Neue Hebbel-Briefe (= Kieler Studien zur deutschen Literaturgeschichte, Bd. 1). Wachholtz, Neumünster 1963.
  • (Ausw.): Friedrich Hebbel / Tagebücher. Reclam, Stuttgart 1963 (mehrere Aufl., zuletzt 2013, ISBN 3-15-019056-8).
  • (Hrsg.): Friedrich Hebbel / Gesammelte Werke in zwei Bänden. Mohn, Gütersloh 1964.
  • Hebbel und Prinzeß Marie von Sayn-Wittgenstein. In: Nordelbingen, Bd. 33 (1964), S. 151–162.
  • Hebbel und das Haus Sayn-Wittgenstein. In: Nordelbingen, Bd. 35 (1966), S. 133–140.
  • Hebbels „Demetrius“-Fragment und sein Frühwerk „Der Rubin“. In: Albert R. Schmitt (Hrsg.): Festschrift für Detlev W. Schumann zum 70. Geburtstag. Delp, München 1970, S. 294–311, ISBN 3-7689-0065-7.

Einzelnachweise

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