Anoda
Gattung der Familie Malvengewächse (Malvaceae)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Anoda ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).[1][2][3][4] Die etwa 24 Arten gedeihen in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Neotropis – von den südwestlichen US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico sowie Texas über Mexiko, Mittelamerika und das westliche Südamerika bis ins nördliche Argentinien und südliche Chile.[5]
| Anoda | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Anoda cristata | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Anoda | ||||||||||||
| Cav. |
Beschreibung





Vegetative Merkmale
Anoda-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher.[2][6][3][1] Die aufrechten bis niederliegenden Sprossachsen sind borstig oder mit Sternhaare flaumig behaart bis verkahlend.[2][6][3]
Die wechselständig an den Sprossachsen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die früh abfallenden, unauffälligen Nebenblätter[6] sind meist linealisch.[2][3] Die Blattspreite sind im Umriss linealisch, lanzettlich, länglich oder eiförmig bis mit gestutzter, herzförmiger oder keilförmiger Basis und manchmal gelappt oder handförmig geteilt mit gekerbtem, gezähntem bis mehr oder weniger glattem Blattrand.[2][6] Die Blattspreiten sind meist grün, manchmal mit einem unregelmäßigen purpurfarbenen Fleck entlang des Mittelnervs, manchmal weißlich-grau auf der Blattunterseite. Es sind keine Nektarien auf den Laubblättern vorhanden.[6]
Generative Merkmale
Die Blüten befinden sich einzeln in den Blattachseln oder zu mehreren in offenen, traubigen oder rispigen Blütenständen.[2][6][3] Es sind keine Nebenkelche vorhanden.[2][6][3]
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter können haltbar sein. Der Kelch ist nicht aufgeblasen und kann gerippt sein;[2] es sind meist fünf oder zehn Nerven erkennbar.[6] Die fünf Kelchzipfel sind eiförmig oder dreieckig mit gerundeter Basis und spitzem bis bespitztem oberen Ende.[2] Die fünf freien, gelben bis lavedel- bis purpurfarbenen, selten weißen, Kronblätter sind ausgebreitet.[2][6][3] Die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden gelblichen Röhre verwachsen, der sogenannten Columna, aber der obere Bereich der Staubfäden ist frei; sie überragen die Blütenkrone nicht.[2][6] Die 5 bis 19 Fruchtblätter bilden einen oberständigen Fruchtknoten.[3] Jedes Fruchtblatt enthält drei mehr oder weniger hängende Samenanlagen.[2] Die 5 bis 19 oder 20 schlanken Griffel-Äste enden jeweils meist abrupt in kahlen, kopfigen Narben;[2] sie überragen meist die Staubblätter.[6]
An der Frucht ist manchmal ein haltbarer Kelch vorhanden.[2][6] Die aufrechte, abgeflachte oder diskusähnliche Spaltfrucht ist flaumig bis borstig behaart, nicht aufgeblasen und nicht verhärtend; sie zerfällt in 5 bis 19 oder 20 Teilfrüchte.[2][6] Die einkammerigen Teilfrüchte können einen Sporn oder Dorn an der Rückenkante besitzen, öffnen sich bei Reife unregelmäßig an den sich auflösenden Seitenwänden und enthalten nur einen Samen.[2][6][3] Die kahlen oder flaumig behaarten Samen sind manchmal vom haltbaren, netzartigen Endokarp umgeben.[2][6]
Chromosomensätze
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 15.[2][6][1]

Systematik
Taxonomie
Die Gattung Anoda wurde 1785 durch Antonio José Cavanilles in Dissertatio botanica de Sida ..., 1, S. 38 aufgestellt.[2] Der Gattungsname Anoda stammt vom Trivialnamen in der Sprache Ceylones, der für eine Abutilon-Art verwendet wurde, er wurde von Burman im Thesaurus Zeylanica notiert und von Cavanilles verwendet.[1] (Es gibt andere Ideen wie es zu diesem Gattungsnamen kommen könnte). Synonyme für Anoda Cav. sind: Cavanillea Medik., Sidanoda (A.Gray) Wooton & Standl.[2][5] Als Lectotypusart wurde Anoda hastata Cav. gewählt,[1] dies ist aber ein Synonym von Anoda cristata (L.) Schltdl. Fryxell hat 1987 zehn Arten erstbeschrieben.[1]
Äußere Systematik
Die Gattung Anoda gehört zur Tribus Malveae in der Unterfamilie Malvoideae innerhalb der Familie Malvaceae. Innerhalb dieser Verwandtschaftsgruppe wird die Stellung und Umfang der Gattungen noch diskutiert.[4]
Arten und ihre Verbreitung
Die Arten gedeihen in den subtropischen bis tropischen Gebieten der Neotropis – von den südwestlichen US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico sowie Texas über Mexiko, Mittelamerika und das westliche Südamerika bis ins nördliche Argentinien und südliche Chile.[5] Alle Arten kommen in Mexiko – es ist das Zentrum der Artenvielfalt. Nur sechs Arten kommen auch außerhalb von Mexiko vor.[1]
Es gibt etwa 24 Arten:[5]
- Anoda abutiloides A.Gray: Sie kommt in Arizona und im nördlichen bis westlichen Mexiko vor.[5]
- Anoda acerifolia Cav. (Syn.: Sida acerifolia (Cav.) Medik., Anoda acerifolia DC. nom. illeg., Anoda zuccagnii (Spreng.) Fryxell, Sida acerifolia Zuccagni nom. illeg, Sida zuccagnii Spreng.): Sie ist von Mexiko über Guatemala bis Honduras sowie auf karibischen Inseln verbreitet und kommt auf den Galapagosinseln vor.[5]
- Anoda albiflora Fryxell:[1] Sie kommt in Mexiko vor.[5]
- Anoda crenatiflora Ortega: Sie ist vom südlichen Arizona bis westlichen Texas und in Mexiko verbreitet.[5][3]
- Anoda cristata (L.) Schltdl. (Syn.: Anoda lavateroides Medik. nom. illeg. superfl., Sida cristata L., Anoda acerifolia var. minoriflora Hochr., Anoda arizonica A.Gray, Anoda arizonica var. digitata A.Gray, Anoda brachyantha Rchb., Anoda cristata var. albiflora Heuchr., Anoda cristata var. brachyantha (Rchb.) Hochr., Anoda cristata var. digitata (A.Gray) Heuchr., Anoda cristata var. typica Hochr., Anoda dilleniana Cav., Anoda fernandeziana Steud., Anoda hastata Cav., Anoda incarnata Spreng. ex Steud., Anoda populifolia Phil., Anoda triangularis (Humb. & Bonpl. ex Willd.) DC., Anoda triangularis var. digitata (A.Gray) B.L.Rob., Anoda triloba Cav., Cavanillea hastata (Cav.) Medik., Sida centrota Spreng., Sida deltoidea Hornem., Sida dilleniana (Cav.) Willd., Sida hastata Sims, Sida hastata (Cav.) Willd., Sida mexicana Scop., Sida quinqueangulata D.Dietr., Sida quinqueloba DC., Sida quinqueloba Moc. & Sessé nom. illeg., Sida suberosa Steud., Sida triangularis Humb. & Bonpl. ex Willd.): Sie ist in der Neotropis weitverbreitet und in der Paläetropis ein Neophyt.[5][3] Sie gilt als invasive Pflanzenart. Sie wird als Zierpflanze verwendet. Ein deutschsprachiger Trivialname ist Kamm-Sommermalve.[7]
- Anoda guatemalensis Fryxell: Sie kommt in von den mexikanischen Bundesstaaten Puebla, Oaxaca sowie Chiapas bis Guatemala vor.[1][5]
- Anoda henricksonii M.C.Johnst.: Sie wurde 1983 aus dem nordöstlichen Mexiko erstbeschrieben.[5]
- Anoda hintoniorum Fryxell: Sie kommt vom zentralen bis südwestlichen Mexiko vor.[1][5]
- Anoda hirta Fryxell: Sie kommt vom nördlichen bis westlichen Mexiko vor.[1][5]
- Anoda lanceolata Hook. & Arn.: Sie kommt in Arizona sowie Texas und in Mexiko vor.[5][3]
- Anoda leonensis Fryxell: Sie wurde 1987 aus dem nordöstlichen Mexiko erstbeschrieben.[5][1][5]
- Anoda maculata Fryxell: Sie kommt in Mexiko vor.[1][5]
- Anoda palmata Fryxell: Sie kommt vom nördlichen bis westlichen Mexiko vor.[1][5]
- Anoda paniculata Hochr.: Sie kommt in Mexiko vor.[5]
- Anoda pedunculosa Hochr.: Sie kommt in Mexiko vor.[5]
- Anoda pentaschista A.Gray: Sie kommt in Arizona sowie Texas und in Mexiko vor.[5][3]
- Anoda polygyna Fryxell: Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Sonora, Sinaloa sowie Durango vor.[1][5]
- Anoda pristina Fryxell: Sie kommt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas vor.[1][5]
- Anoda pubescens Schltdl.: Sie kommt in Mexiko vor.[5]
- Anoda reflexa Díaz-Contreras & Cruz Durán: Die Erstbeschreibung erfolgte 2014 aus dem mexikanischen Bundesstaat Guerrero.[8][5]
- Anoda reticulata S.Watson[5]
- Anoda speciosa Fryxell:[1] Dieser Endemit kommt nur in der Nähe von Toluca im mexikanischen Bundesstaat México vor.[5]
- Anoda succulenta Fryxell: Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Sinaldo, Chihuahua sowie Nayarit vor.[5]
- Anoda thurberi A.Gray: Sie kommt von Arizona sowie New Mexico bis Mexiko vor.[5]