Anthropologisches Museum Pater Sebastian Englert
Museum auf der Osterinsel, Chile
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Museo Antropológico Padre Sebastián Englert (span. Museo Antropológico Padre Sebastián Englert, Akronym: MAPSE) ist ein anthropologisches und archäologisches Museum in Hanga Roa auf der Osterinsel, in Chile. Es wurde 1973 gegründet und ist nach dem deutschen kapuzinischen Missionar und Ethnologen Sebastián Englert benannt. Das Museum bewahrt und erforscht das kulturelle Erbe der Rapa-Nui-Kultur und geht auf die von Englert zusammengetragene Sammlung zurück, die den Grundstock der heutigen Bestände bildet.[1]
Geschichte
Die Geschichte des Museums ist eng mit dem Wirken des deutschen Kapuzinermissionars und Ethnologen Sebastián Englert verbunden, der 1935 auf die Osterinsel kam und dort bis zu seinem Tod im Jahr 1969 lebte. Neben seiner missionarischen Tätigkeit widmete er sich der Erforschung der Rapanui-Sprache, der mündlichen Überlieferungen und des archäologischen Erbes der Rapa-Nui-Kultur.[2]
Seine Sammlungen bildeten die Grundlage für die institutionelle Gründung des Museums: Am 10. Oktober 1973 wurde durch ein Dekret seine Einrichtung offiziell beschlossen und es der staatlichen Kulturbehörde Dirección de Bibliotecas, Archivos y Museos (dt. Direktion für Bibliotheken, Archive und Museen, Akronym: DIBAM) unterstellt. Ziel war die systematische Bewahrung, wissenschaftliche Erforschung und öffentliche Vermittlung der Bestände.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Museum schrittweise erweitert und entwickelte sich zu einer zentralen Einrichtung zur Bewahrung und Erforschung des kulturellen Erbes der Osterinsel.
Im Jahr 1994 richtete das Museum den sogenannten „Deutschen Saal“ (Sala Alemana) ein, der als Mehrzweckraum konzipiert und mit finanzieller Unterstützung der deutschen Regierung errichtet wurde.[2]
Das Museum beherbergt zudem die Spezialbibliothek „William Mulloy“, die am 18. Januar 1990 gegründet wurde. Die Bibliothek war zunächst im Museo Fonck in der Stadt Viña del Mar untergebracht und verblieb dort auf dem südamerikanischen Festland bis 2002, als sie auf die Osterinsel überführt wurde und innerhalb des Museums ein eigener Bereich zur Unterbringung der Bibliothek eingeweiht wurde. Sie ist auf die Erforschung der Kultur und Archäologie der Osterinsel ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit der Chilenischen Nationalbibliothek wurde die Bibliothek im Jahr 2014 als digitaler Zugangspunkt ausgebaut. Ziel dieser Kooperation war es, den Zugang zu digitalen Sammlungen und historischen Dokumenten zu erleichtern sowie die Forschung zur Kultur der Osterinsel durch moderne Informationsangebote zu unterstützen.[3]
2022 wurde ein Moai, der sich seit dem 19. Jahrhundert im Nationalmuseum für Naturgeschichte befunden hatte, im Rahmen eines Restitutionsprozesses nach Rapa Nui überführt und in das Museum integriert. Die Skulptur, die sich seit 1878 in Santiago befand, kehrte nach über 150 Jahren auf die Insel zurück und wurde dort dauerhaft in die Sammlung aufgenommen.[4]
Weblinks
- Offizielle Seite des Museums (auf Spanisch)