Antoni Lallican
französischer Fotojournalist
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Antoni Lallican (* Januar 1988 in Paris[1]; † 3. Oktober 2025 in Kostjantyniwka[2]) war ein französischer Fotojournalist und Reporter. Er wurde während der Ausübung seiner Arbeit in der Region Donbass gezielt von einem russischen Drohnenpiloten getötet.
Leben und Werk
Antoni Lallican wurde 1988 in Paris geboren[3] und wuchs in Villers-sur-Coudun, einem Dorf in der Region Compiègne, im Departement Oise auf.[4]
Zur Schule ging Lallican in Compiègne, wo er das Lycée Pierre d’Ailly besuchte und 2001, als 13-Jähriger, dem dort ansässigen Ruderverein „Wassersport Compiègnois“ beitrat. Drei Jahre später, 2004, holte er mit seinem Team in Vichy den französischen Meistertitel im Vierer mit Steuermann.[5][6]
Nach der Schule studierte Lallican Pharmazie und arbeitete mehrere Jahre in diesem Bereich, ehe er 2015, inspiriert durch seine erste lange Reise, beschloss, Fotograf zu werden: Er entdeckte, dass ihm seine Kamera unglaubliche menschliche Interaktionen ermöglichte, so dass er seine Leidenschaft für die Fotografie auszubauen begann. Seitdem widmete er seine Karriere ganz der Fotografie, wobei er sich auf Porträts von Menschen in ihrer realen Umgebung konzentrierte. Antoni Lallican reiste in der Regel alleine und versuchte so weit wie möglich in die Länder, die er durchquerte, und die Menschen, denen er begegnete, einzutauchen, um einen möglichst objektiven Blick auf die Lebensrealität zu werfen und diese einzufangen.
Nach einer ersten Ausstellung beim PFE-Festival 2017 und einer Veröffentlichung im Fisheye-Magazin im März 2018 für seine Serie „Sleeper Class“ begann Lallican, über die Folgen des Kaschmir-Konflikts für die Identität seiner Bewohner nachzudenken. Das Ergebnis dieser Reflexion stellte er unter dem Titel „Kashmiris, snapshot of people facing an uncertain future“ im Kulturzentrum FGO – Barbara in Paris aus.[7]
Seit 2018 hat Lallican über zahlreiche Konflikte in Syrien, im Libanon, in den palästinensischen Gebieten, in Haiti und in Indien berichtet. Seine Reportagen wurden in französischen Medien (Le Monde, Le Figaro, La Vie Hebdo, Libération) und in ausländischen Medien (Der Spiegel, Die Welt, Le Temps (Schweiz)) veröffentlicht.
Auszeichnungen
Tod
Antoni Lallican wurde im Alter von 37 Jahren bei einem russischen Drohnenangriff auf sein Fahrzeug, in dem er mit dem ukrainischen Journalisten George Ivanchenko saß, gezielt getötet. Sein Begleiter überlebte schwer verletzt. Beide Fahrzeuginsassen trugen Schutzausrüstung, die deutlich mit „Presse“ gekennzeichnet war.[9] Es ist das erste Mal, dass ein Journalist in der Ukraine durch eine Drohne getötet wurde.[10] Da es sich bei dem gezielt Getöteten um einen klar gekennzeichneten zivilen Reporter „ohne militärischen Status“ handelte, hat die französische Justiz Anklage erhoben, das französische Zentralamt zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, l'Office central de lutte contre les crimes contre l'humanité et les crimes de haine (OCLCH), Ermittlungen aufgenommen und die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft, le parquet national antiterroriste (PNAT), ein Verfahren wegen Kriegsverbrechens eingeleitet.[11]
Reporter ohne Grenzen hat angeprangert, dass das Putin-Regime völkerrechtswidrig gezielt Journalisten angreift und tötet, um unabhängige Berichterstattung zu verhindern.[12]
Weblinks
- Internetseite von Antoni Lallican
- Nachruf von FAZ-Redakteur Robert Putzbach: Ein kurzes Surren, ein Knall – so starb mein Freund Antoni (10. Dezember 2025)