Antonino Zichichi

italienischer Physiker (1929–2026) From Wikipedia, the free encyclopedia

Antonino Zichichi [antoˈniːno dziˈkiːki] (* 15. Oktober 1929 in Trapani, Sizilien; † 9. Februar 2026 in Lausanne) war ein italienischer Kern- und Elementarteilchenphysiker. Er wurde bekannt als Gründer des Wissenschaftszentrums „Centro di Cultura Scientifica Ettore Majorana“ in Erice auf Sizilien (1963).

Antonino Zichichi (2006)

Leben

Zichichi arbeitete an vielen bekannten Beschleuniger-Laboratorien wie Fermilab bei Chicago oder am CERN bei Genf. Er war Professor für Physik an der Universität Bologna, wo er 2006 emeritiert wurde.[1] 1963 gründete er die international bekannten Sommerschulen für Theoretische Physik in Erice auf Sizilien. 1977 bis 1982 war er Präsident des italienischen nationalen Instituts für Kernphysik (Istituto Nazionale di Fisica Nucleare) und unterstützte in dieser Zeit energisch den Bau des Neutrino-Untergrund-Laboratoriums im Gran Sasso. Zichichi wäre auch beinahe Direktor des CERN geworden, unterlag aber Herwig Schopper, der 1981 gewählt wurde.

In der italienischen Öffentlichkeit war er durch viele Bücher, Zeitungsartikel und Auftritte im Fernsehen vor allem als Wissenschaftspopularisierer bekannt. Als überzeugter Katholik vertrat er dabei entschieden den Standpunkt, dass Glaube und Wissenschaft miteinander vereinbar sind. In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel seine Galilei-Biographie „Galilei, Divin Uomo“ kritisiert worden, die versucht, Galilei als tief gläubigen Menschen darzustellen, der aus diesem Grund seine Thesen widerrufen habe. Es gab auch öffentliche Kontroversen in den 1990er Jahren etwa mit dem Mathematiker Piergiorgio Odifreddi, die auch zu Gerichtsprozessen führten (Odifreddi gab auch 2003 ein Buch mit Kritiken an Zichichi heraus mit dem Titel „Zichicche“, einem Wortspiel im Italienischen).

Er war Präsident der von ihm mitgegründeten „World Federation of Scientists“[2] und galt als „Skeptiker“ der globalen Erwärmung.

Im November 2012 wurde Zichichi von Rosario Crocetta in die Regionalregierung von Sizilien als Dezernent für Kulturgüter und sizilianische Identität berufen.[3] Bereits im März 2013 endete seine Arbeit als Dezernent.[4]

1976 erhielt er den Premio Mondello[5], 2001 den ersten Premio Enrico Fermi und 2007 den Bruno-Pontecorvo-Preis. 1989 wurde der Asteroid (3951) Zichichi nach ihm benannt.[6]

Ab 1993 war er ordentliches Mitglied der Academia Europaea.[7] Ab dem Jahr 2000 war er Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.[8] Er war auswärtiges Mitglied der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften.[9]

Zichichi starb am 9. Februar 2026 im Alter von 96 Jahren in Lausanne.[10][11]

Einzelnachweise

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