Antonio Gentile Pallavicini
italienischer Kardinal
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Antonio Gentile Pallavicini (auch Antoniotto Pallavicini; * um 1441 in Genua, Republik Genua; † 10. September 1507 in Rom) war ein italienischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche.


Leben
Herkunft und frühe Jahre
Er stammte aus dem Geschlecht der Pallavicini. Obwohl Pallavicini in Genua aufwuchs, verweisen zeitgenössische Dokumente, darunter eine Päpstliche Bulle von 1472, auf kastilische Verbindungen der Familie. Historiker vermuten, dass sein Vater, ein Kaufmann, ein kastilisches Schiff benutzte und damit den Schutz des Königs von Kastilien beanspruchte.[1] Als junger Mann soll er gemeinsam mit seinen Brüdern Girolamo Pallavicini und Cipriano Pallavicino Handel in Spanien betrieben haben.[2]
Er übersiedelte nach Rom mit Kardinal Cibo – dem späteren Innozenz VIII., ebenfalls aus Genua –,[3] und Papst Sixtus IV. betraute ihn mit der Abfassung apostolischer Briefe, bevor er ihn 1484 zum Bischof von Ventimiglia ernannte.[4] Nach dem Tod Sixtus’ IV. ernannte ihn der neue Papst Innozenz VIII. 1486 zum Bischof von Ourense in Spanien.[4] Von 1484 bis 1489 war er päpstlicher Datar in der Römischen Kurie und residierte daher nicht in Ventimiglia. 1489 erhob ihn Innozenz VIII. in den Kardinalsstand.[2]
Konklave 1492
Sein erstes Konklave erlebte Pallavicini 1492 nach dem Tod Innozenz’ VIII. Obwohl er als Papabile galt, waren seine Chancen gering, da es als unangebracht galt, zwei Päpste nacheinander aus derselben Stadt zu wählen – und Innozenz VIII. stammte ebenfalls aus Genua.[5] Kardinal Borgia, der als Papst Alexander VI. gewählt werden sollte, erwarb Pallavicinis Stimme mit dem Bistum Pamplona,[6] das er von Cesare Borgia übernahm – gegen den Willen der Herrscher von Navarra, jedoch mit verdeckter Unterstützung Ferdinands II. von Aragon.[7] Von Januar 1493 bis Januar 1494 war der Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums. Er war später Kardinalbischof von Frascati (April bis Dezember 1503) und anschließend von Palestrina (1503–1505).
Diplomatische Tätigkeit
Während der Italienischen Kriege übertrugen ihm sowohl Alexander VI. als auch Papst Julius II. diplomatische Aufgaben. Als der Papst sich in der Engelsburg verschanzt hatte, entsandte er Pallavicini, um mit dem in Rom eingerückten Karl VIII. von Frankreich zu verhandeln.[8] 1507 wirkte Pallavicini als Apostolischer Legat Julius’ II. bei Verhandlungen mit dem König von Frankreich und Ferdinand II. von Aragon, um diese gegen Venedig in der Liga von Cambrai zu einen.[2]
Konklave September 1503
Pallavicini soll überzeugt gewesen sein, beim Konklave vom September 1503, aus dem schließlich Papst Pius III. hervorging, zum Papst gewählt zu werden. Er hatte die Unterstützung der spanischen Kardinäle und bemühte sich, auch die französische und italienische Fraktion für sich zu gewinnen. So sicher war er seines Erfolges, dass er Johannes Burckard bat, ihn in ein Zimmer umzuquartieren, das nicht neben dem von Kardinal Piccolomini – dem späteren Pius III. – liege. Im ersten Wahlgang erhielt er jedoch nur drei Stimmen, was zwar die fünftmeisten unter den siebzehn Kandidaten war, aber weit weniger als Oliviero Carafa und Giuliano della Rovere, die beiden Spitzenreiter. In den folgenden Wahlgängen konnte er diesen Rückstand nicht aufholen.[9]
Neffe und Nachlass
Pallavicini leitete die frühe Erziehung seines Neffen, Kardinal Giovanni Battista Pallavicino (1480–1524), und wählte persönlich dessen Privatlehrer aus. Um 1506 übertrug er ihm die Autorität über das Kloster Sant'Antonio di Pré und ernannte ihn zum Dekan des Domkapitels der Kathedrale von Ourense.[10]
Charakter und Tod

Pallavicini war bekannt als il incantatore (etwa: „der Zauberer“) wegen seiner Überzeugungskraft. Gaetano Moroni beschreibt ihn als jemanden, dem die Natur eine besondere Geschicklichkeit im Umgang mit den Herzen anderer verliehen hatte und der die Kunst beherrschte, sich in die Seelen der Menschen einzuschmeicheln; durch die Sanftheit seines Wesens und die Milde seiner Umgangsformen gewann er das Herz eines jeden, mit dem er verkehrte.[11]
Nach seinem Tode am 10. September 1507 wurde sein Leichnam zunächst im Alten Petersdom beigesetzt, sein Grabmal wurde aber 1596 in die Montemirabile-Kapelle in Santa Maria del Popolo überführt.[2]
Weblinks
- Eintrag zu Antonio Gentile Pallavicini auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Antonio Gentile Pallavicini auf gcatholic.org (englisch)
- Antonio Gentile Pallavicini. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)