Antonio Selva
italienischer Opernsänger
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Antonio Selva (* 1824 in Padua, Lombardo-Venetien, Kaisertum Österreich; † 30. September 1889 in Padua, Italien) war ein italienischer Basssänger, der von 1842 bis 1874 vor allem in Opern von Giuseppe Verdi auftrat.

Leben
Er wurde unter dem Namen Antonio Scremin geboren und nahm als Opernsänger den Künstlernamen Antonio Selva an. Sein Bruder Giambattista Scremin (1821–1908) wurde Bühnenbildner. Auf Wunsch seines Vaters begann Antonio eine Lehre als Orgelbauer. Der Vater seines Lehrmeisters, ein Gesangslehrer, wurde jedoch auf seine schöne Stimme aufmerksam und empfahl ihm eine Karriere als Opernsänger, welche Selva 1842 im Theater Padua als Hohepriester Zaccaria in Nabucco von Verdi beginnen konnte. Daraufhin war er Mitglied im Opernchor des Teatro La Fenice in Venedig. Am Teatro San Samuele in Venedig wurde Verdi auf ihn aufmerksam und engagierte den 19-Jährigen in letzter Minute als Ersatzmann[1] für die Rolle des Herzogs Silva anlässlich der Uraufführung von Ernani am 9. März 1844.[2]
Bald erhielt Selva weitere Engagements für Auftritte in zahlreichen italienischen Opernhäusern, darunter in der Scala in Mailand, der Oper Bologna, dem Teatro Valle in Rom und dem Teatro San Carlo in Neapel, wo er 1849 bei der Uraufführung von Luisa Miller den Grafen Walter verkörperte. Zudem trat er von 1865 bis 1867 im Théâtre-Italien in Paris auf sowie zwischen 1864 und 1874 im Teatro Real in Madrid. Zu seinem Repertoire gehörten in erster Linie zahlreiche Rollen als Comprimario, darunter als Balthasar in La favorita von Donizetti, als Banquo in Macbeth, als Briano in Aroldo, als Moser in Die Räuber sowie die Hauptrolle in Attila.
Nach seinem Rücktritt als Opernsänger um 1874 war Selva als Gesangspädagoge in seiner Heimatstadt tätig, zu seinen Schülern gehörte unter anderem der spätere Kammersänger Fritz Feinhals. Antonio Selva starb 1889 in Padua.