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Aqueduto das Águas Livres

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Das Aqueduto das Águas Livres in Lissabon ist ein komplexes System der Erschließung, Lieferung und Verteilung von Wasser in die Stadt, dessen Wahrzeichen die großen Steinbögen sind, die sich über das Tal von Alcântara spannen. Es hat eine Länge von 19 km und erstreckt sich von Queluz über Caneças bis in den Lissabonner Stadtteil Campolide. Das Bauwerk wird in Portugal als Monumento Nacional, also als nationales Monument gelistet.[1]

Aqueduto das Águas Livres

Das Aquädukt zählt zu den großen Ingenieurleistungen des 18. Jahrhunderts und zu den weltweit größten Bauten seiner Art. Der Bau wurde auf eine Initiative des Stadtbevollmächtigten Cláudio Gorgel do Amaral von dem Architekten Antonio Canevari errichtet. König Johann V. (1705 bis 1750) gab den Aquädukt in Auftrag, das Volk bezahlte den Bau mittels einer Wasserabgabe. Der Bau trug wesentlich zur Lösung der chronischen Probleme von Lissabons Wasserversorgung bei. Das große Erdbeben im Jahr 1755 überstand das Aquädukt unbeschädigt.

Das Aquädukt überspannt in 14 Bögen das Tal von Alcântara, der höchste der Bögen hat eine Höhe von 65 m und eine Spannweite von 28 m. Das Wasser wird aus Queluz 18,5 km unter- und oberirdisch bis zum Reservoir Mãe d’Água („Mutter des Wassers“) geführt,[2] heute das Museu da Água (Wassermuseum), nahe dem Amoreiras-Einkaufszentrum. Ein Abzweig der Leitung speiste bis 1940 auch das Reservatório da Patriarcal unter dem Jardim do Príncipe Real.

Der Betrieb wurde im Jahr 1967 eingestellt. Heute kann das aus Kalkstein errichtete Bauwerk besichtigt und begangen werden. Von dort aus hat man einen Ausblick über die nördlichen Stadtteile Lissabons. Der unscheinbare Eingang liegt an der Straße Calçada da Quintinha im Stadtteil Campolide.[3] In Campolide gibt es kleine Wegweiser zum Aquädukt, die aber so unscheinbar sind wie der Eingang.

Trivia

Eine lange Serie von Morden und vermutlich auch Selbstmorden auf dem Aquädukt um 1830 mit über 70 Opfern wird häufig mit Diogo Alves in Verbindung gebracht, der für fünf Morde in einem ganz anderen Zusammenhang angeklagt, verurteilt und im Februar 1841 hingerichtet wurde. Zu seinen Lebzeiten wurde er nach den Gerichtsakten und Presseberichten in keiner Weise mit dieser Mordserie in Verbindung gebracht, auch eine erste kurze Biografie von 1841[4] erwähnt keine Taten in Verbindung mit dem Aquädukt.[5][6] Erst nach seinem Tod entstand die heute weit verbreitete populäre Beschreibung von Alves als Serienmörder am Aquädukt. Der im Anatomischen Theater der Medizinischen Fakultät Lissabons gezeigte präparierte Kopf, häufig als der Kopf Alves’ bezeichnet,[7] ist ihm wohl ebenfalls nicht zuzuordnen, die Zuschreibung beruht wahrscheinlich auf falsch interpretierten Berichten über eine Untersuchung des exhumierten Schädels.

Einzelnachweise

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