Arabella Mansfield

US-amerikanische Juristin, Hochschullehrerin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Arabella (Bella) Mansfield (* 23. Mai 1846 in Burlington (Iowa); † 2. August 1911 in Aurora (Illinois); geborene Babb) war eine US-amerikanische Hochschullehrerin und die erste Frau, die in den USA das juristische Examen ablegen konnte.

Arabella Mansfield (ca. 1870)

Leben und Karriere

Arabella Babb schloss 1866 ihre Studien an der Iowa Universität ab und lehrte anschließend die Fächer Politikwissenschaften, Englisch und Geschichte am Simpson College von Indianola in Iowa, bis sie 1868 John Mansfield heiratete. Ihr Mann unterrichtete Naturgeschichte am Iowa Wesleyan College. Dort nahm sie ihre Arbeit nach der Eheschließung als Englisch- und Geschichtsprofessorin auf. Nebenbei studierte sie Jura und stellte 1869 zusammen mit ihrem Mann den Antrag auf Zulassung für das juristische Examen. Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung charakterisierte einer der Prüfer ihr Examen folgendermaßen: „the very best rebuke possible to the imputation that ladies cannot qualify for the practice of law“[1] (die bestmögliche Zurückweisung der Unterstellung, dass Frauen nicht für die Ausübung des Anwaltsberufs qualifiziert sein können). So wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen, obwohl damals das Gesetz im Staat von Iowa das Ausüben dieses Berufs auf weiße Männer beschränkte. Nachdem Arabella Mansfield dieses Gesetz angefochten hatte, wurde Iowa der erste Bundesstaat der Vereinigten Staaten, der Frauen die Ausübung des Anwaltsberufs gestattete.[2]

Sie arbeitete jedoch nicht als Rechtsanwältin, sondern blieb am Iowa Wesleyan College und erhielt dort 1870 einen Master und 1872 einen Bachelor in Wirtschaftsrecht. In dieser Zeit wurde sie auch zu einer führenden Persönlichkeit der Frauenwahlrechtsbewegung.

1879 wechselte sie mit ihrem Mann zur Indiana Asbury University, die spätere DePauw University. Nachdem sie zwei Jahre lang ihren psychisch kranken Mann versorgt hatte, kam dieser trotz ihrer aufopfernden Pflege in ein Sanatorium. Sie selbst blieb an der DePauw University bis zu ihrem Tod, unterrichtete Geschichte, Ästhetik und Musikgeschichte, wurde 1893 Dekanin der Kunsthochschule und 1894 Dekanin der Musikhochschule.[1]

Im Laufe ihres Lebens ebnete sie den Weg für die Bildung von Frauen. Darüber hinaus setzte sie sich mit ihrem juristischen Wissen für die Gleichberechtigung von Frauen und Bürgern ein.[3] Sie starb 1911 in Aurora.

Nach Arabella Mansfield wurde die höchste Auszeichnung für Frauen in juristischen Berufen „Arabella Babb Mansfield Award“ genannt. Es ist die älteste Auszeichnung der National Association of Women Lawyers in den Vereinigten Staaten und wird an Frauen in juristischen Berufen vergeben, um deren lebenslange berufliche Leistungen sowie ihren positiven Einfluss sowie ihre wertvolle Beiträge für Frauen in Recht und Gesellschaft zu ehren.[4] Auch der Begriff „Mansfield Rule“ geht auf sie zurück.[2] Dies ist ein Maßstab dafür, ob in Anwaltskanzleien mindestens 30 % des juristischen Personals Frauen, People of Color, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und Menschen der LGBTQ Gemeinschaft sind, sowie ob diese Personen für Führungs- und Leitungspositionen in Betracht gezogen werden.[5]

Einzelnachweise

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