Arati Kumar-Rao
indische Umweltfotografin, Autorin und National Geographic Explorer
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Arati Kumar-Rao (Hindi आरती कुमार-राव) ist eine indische Fotografin, Autorin und National Geographic Explorer, die mit Langzeitreportagen über bedrohte Landschaften in Südasien bekannt wurde.[1] Ihr Buch Marginlands: Indian Landscapes On The Brink (2023) umfasst ein Jahrzehnt „slow journalism“ zu marginalisierten Landschaften und ihren Bewohnern.[2] Sie wurde 2023 in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen; zudem war Marginlands in der Vorauswahl des Tata Literature Live! First Book Award 2023.[3]
Leben
Kumar-Rao arbeitet von Bangalore aus in Landschaften quer durch Südasien und dokumentiert die langsam vordringenden ökologischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf Lebensgrundlagen und Biodiversitä.[1] Im Jahr 2013 entschied sie sich, Geschichten über Landschaften langfristig und in „menschlichem Tempo“ zu erzählen, woraus sich ihr Ansatz des langsamen Berichtens entwickelte.[2] Ihre Methode beruht auf wiederholten, saisonübergreifenden Aufenthalten vor Ort, um Zusammenhänge in Ökosystemen und Lebensweisen darzustellen.[1]
Wirken
Marginlands (2023) umfasst Langformreportagen, schwarz-weiße Skizzen und Fotografien und nimmt den Blickwinkel der Menschen ein, die in vulnerablen Landschaften leben.[3] Das Buch ist in fünf Teile gegliedert – Thar-Wüste, Ganga-Brahmaputra-Becken, Westküste Indiens, Ökosystem Ladakh sowie städtische Räume – und baut auf über Jahre gewachsene Feldforschung auf.[3] Es zeigt, wie Eingriffe wie der Farakka-Staudamm oder Küstenschutzmauern an Keralas Küste Erosion und Überschwemmungen verstärken, und wie Landgewinnung in Mumbai Risiken vergrößert.[4] Zugleich plädiert das Werk für das Prinzip, „auf die Landschaft zu hören“, und verknüpft Beobachtungen aus Wüsten, Deltas und Küsten mit der Frage nach widerstandsfähigen Lebensweisen.[2] Ihre Arbeit als Explorer wird durch die National Geographic Society gefördert.[1]