Arbeitslager Trzebinia
Außenlager des Konzentrationslagers Auschwitz
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Das Arbeitslager Trzebinia war vom 7. August 1944 bis zum 18. Januar 1945 ein Außenkommando des KZ Auschwitz. Es befand sich in Trzebinia, 36 km westlich von Krakau im heutigen Polen.
Geschichte

Das Arbeitslager Trzebinia entstand Ende 1942 für belgische Fremdarbeiter, die eine relative Bewegungsfreiheit genossen. Das Areal umfasste sechs Baracken und war nicht umzäunt. Die Belgier waren überwiegend beim Aufbau von Gas- und Öltanks in der Raffinerie Trzebinia eingesetzt. Sie bezogen im Herbst 1943 Privatunterkünfte im benachbarten Krenau.[1]
Anschließend erhielt das Lager einen Stacheldrahtzaun, zwei Wachtürmen und eine Beleuchtungsanlage. Ab Ende 1943 wurden hier durchschnittlich 200 britische Kriegsgefangene inhaftiert. Im Juli 1944 erfolgte deren Verlegung in ein anderes Lager.[1]
Am 7. August 1944 bombardierten die Alliierten im Rahmen der Operation Frantic die Erdöl-Raffinerie und die Stadt Trzebinia. In der Raffinerie verursachten die Bomber einen Rückgang der Produktion von nur 8 %, ein Kapazitätsverlust, der innerhalb weniger Wochen mit Zwangsarbeitern ausgeglichen wurde.[2]
So trafen noch am selben Tag 305 Häftlinge aus dem KZ Auschwitz-Birkenau für Aufräum- und Reparaturarbeiten im Ort ein. Damit wurde das Arbeitslager Trzebinia zu einem Außenkommando des KZ Auschwitz und unter anderem mit zwei weiteren Wachtürmen sowie einem Krematorium der Berliner H. Kori GmbH erweitert.[3]
In den folgenden Wochen waren die Häftlinge maßgeblich beim Wiederaufbau der Raffinerie sowie bei der Errichtung von Bunkern eingesetzt. Weitere Luftangriffe fanden jedoch nicht statt, sodass die Raffinerie bereits Anfang Oktober 1944 wieder in Betrieb ging. Zu dieser Zeit erreichte die Belegung mit 800 Häftlingen ihren Höhepunkt, danach verringerte sich die Anzahl bis Anfang Januar 1945 sukzessive auf 641. Die Gefangenen waren überwiegend polnische und ungarische Juden. Am Abend des 18. Januar 1945, fünf Tage vor dem Einmarsch der Roten Armee in Trzebinia, wurden die Häftlinge in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Bergen-Belsen evakuiert.[1][3]
Seit 1970 befindet sich auf dem Gelände des Arbeitslagers ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Raffinerie wird heute von der Orlen-Gruppe betrieben.[3]