Archive.today
Webarchiv
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archive.today[1] ist ein Online-Dienst, der unter verschiedenen Top-Level-Domains komplette Webseiten mit Bildern, Stylesheets, Schriften und Werbeanzeigen auf Wunsch eines Nutzers des Dienstes bzw. automatisch archiviert. Dabei wird eine URL bestehend aus einem Zeitstempel und der Original-URL angelegt. Zusätzlich wird eine Kurz-URL als Weiterleitung generiert, die ebenfalls als Hyperlink genutzt werden kann.[2] Lesern wird ermöglicht, auf ein Memento einer Webseite zuzugreifen, das über die Zeit unverändert dargestellt wird.
| Archive.today | |
| Internetarchiv | |
| Betreiber | unbekannt |
|---|---|
| Registrierung | nicht möglich |
| Online | seit Mai 2012 |
| (aktualisiert 12. Okt. 2025) | |
| https://archive.today | |

Der Dienst betreibt weitere Domains in verschiedenen Ländern – bekannt sind archive.ph[3] (Philippinen), archive.is[4] (Island), archive.md[5] (Republik Moldau), archive.fo[6] (Färöer), archive.li[7] (Liechtenstein) und archive.vn[8] (Vietnam) – und wechselt wiederkehrend das Host-Land der Domains, auf welches weitergeleitet wird.[9] Aktuell (Stand 2025) wird auf archive.ph weitergeleitet.[10] Auch ist archive.today unter einer .onion‑Adresse als Onion‑Dienst im Tor‑Netzwerk erreichbar.[11]
Geschichte
Die Seite ist nach Angaben des Betreibers seit Mai 2012 online.[12]
Nach Angaben der eigenen Website finanzierten ihre allerdings unbekannten Gründer archive.today ursprünglich ausschließlich selbst und bezifferten Kosten für die Server im Jahr 2016 mit rund 3500 bis 4000 US$ pro Monat.[13] Seit November 2016 warb man um Spenden.[14] Vor dem Spendenaufruf gab es mehrere DoS-Attacken und die Notwendigkeit, die Domain durch Cloudflare schützen zu lassen.[15]
archive.today kann im Gegensatz zum eingestellten WebCite dynamisch erzeugte Webseiten speichern, z. B. von Websites wie Twitter oder Wikimapia,[2] speichert aber keine Video-, PDF- und Flash-Inhalte. Das Memento-Protokoll wird unterstützt.[16]
Opt-out- oder Opt-in-Funktionen, mit denen Webseiten-Betreiber die Archivierung der eigenen Inhalte verhindern könnten, z. B. mittels robots.txt oder HTML-meta-robots-Tag, werden nicht angeboten.[17][18] Nach Aussagen der Betreiber können Inhalte gelöscht werden, die den Geschäftsbedingungen des Webhosters von archive.today widersprechen (beispielsweise Pornografie).[17][19]
Die Kopien auf archive.today sind für Suchmaschinen nicht gesperrt und erscheinen somit in deren Index. Techniken wie der Robots Exclusion Standard und das Meta-Element noindex, die das Indexieren von Webseiten verhindern, werden auf diese Weise unterlaufen.
Mit einer Archivierung mittels archive.today ist bei vielen Nachrichtenseiten die Umgehung von Paywalls möglich.[20]
DDoS-Angriff
Im Februar 2026 wurde bekannt, dass viele Besucher der Website ohne ihr Wissen für einen DDoS-Angriff missbraucht wurden. Der Betreiber von archive.today bettete ein Skript ein, mit dem die Besucher im Hintergrund unbemerkt mehrmals pro Sekunde Anfragen zum Server des Opfers stellten.[21][22] Betroffen war der finnische Blogger Janni Patokallio mit seinem Blog Gyrovague. Der Betreiber von archive.today räumte diese Aktion ein.[23]
Zudem wurden Manipulationen an den Archivinhalten bekannt, bei denen Patokallio irreführend als Urheber bestimmter Beiträge eingefügt wurde. Die englischsprachige Wikipedia, die archive.today in der Vergangenheit sehr intensiv eingesetzt hatte, entschied daher, die Website zu blockieren und nicht mehr als Archiv für Quellenangaben zuzulassen. Zu dem Zeitpunkt enthielt die englischsprachige Wikipedia etwa 695.000 Links auf archive.today.[24][25]
Betreiber
Die Betreiber des Dienstes sind unbekannt. Die Internetpräsenz besitzt weder ein Impressum noch andere Angaben zu ihrer Identität. Die anonyme Aussage einer Antwort im eigenen Blog aus dem Jahr 2013 behauptete, die Betreiber seien ein kleines Team, bestehend aus einigen wenigen Personen.[26] Im November 2025 wurde bekannt, dass eine richterliche Anordnung aus den USA, erwirkt durch das FBI, den kanadischen Provider Tucows zur Herausgabe von umfassenden Daten über den Kunden zwingt, der hinter archive.today steckt. Archive.today machte den Vorgang selber öffentlich, in dem sie auf ihrem X-Konto Ende Oktober eine Warnung mit dem Link zur richterlichen Anordnung postete. Ob diese echt ist und wie die Betreiber an sie gelangten, konnte bisher nicht festgestellt werden.[27]
