Archäologisches Fenster am Münster

archäologisches Fenster in Herford From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Archäologische Fenster am Münster (AFaM) ist ein archäologisches Fenster in Herford, mit dem das Bodendenkmal Damenstift Herford in Form einer gestalteten archäologischen Stätte sichtbar und erlebbar gemacht wurde. Das AFaM ist eine bürgerschaftliche Initiative, angestoßen vom Herforder Unternehmer und Mäzen Dieter Ernstmeier mit dem Verein für Herforder Geschichte.

Archäologisches Fenster am Münster (Gebäude 1); (2025)

Lage

Das Archäologische Fenster am Münster befindet sich an der Berliner Straße zwischen dem Herforder Münster, dem Rathaus und der benachbarten Wolderuskapelle. Dort hatte der sächsische Edling Waltger im Jahr 789 ein Kloster zu Ehren der Muttergottes errichtet. Im Jahr 823 übertrug Kaiser Ludwig der Fromme diesem Stift die Rechte der alten merowingischen Königsabtei Soissons, woraufhin es in den Rang eines Reichsklosters erhoben wurde.

Geschichte

Nach einer im Jahr 2016 vorgestellten Machbarkeitsstudie entschied sich der Rat der Stadt Herford im Oktober mit einem Grundsatzentscheid für den Bau des Archäologischen Fensters. Für die Erstellung des inhaltlichen Konzepts wurde Matthias Wemhoff, Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologie, eingebunden. Das Projekt wurde durch eine Förderung aus dem Bundeshaushalt und eine Co-Finanzierung über den Geschichtsverein Herford und die Dieter-Ernstmeier-Stiftung finanziert. Die Gesamtkosten wurden im November 2024 auf 5,7 Millionen Euro beziffert.[1]

Die Grundsteinlegung fand im August 2023 statt.[2] Im Oktober 2024 wurden insbesondere durch einen aufwendigeren Innenausbau Mehrkosten von einer halben Million Euro erkennbar. Um die Mehrkosten stemmen zu können, rief die Stadt in einer Bürgerfinanzierungskampagne zur Mithilfe auf.

Die Eröffnung fand am 23. August 2025 statt.[3]

Die Arbeiten an Gebäude 2, das direkt an der Münsterkirche liegt, wurden bis Anfang Dezember 2025 abgeschlossen. Das Gebäude ist seit Mitte Dezember 2025 auch für die Öffentlichkeit zugänglich.[4]

Beschreibung

Archäologisches Fenster in Herford, Gebäude 1 innen (2025)

Gebäude 1 ähnelt einem Gebäude aus dem Jahr 926 an gleicher Stelle. Das zweigeschossige Gebäude bildet eine Schutzhülle für die freigelegten Originalmauern. Zusätzlich wird der Kreuzgang des Klosters wieder hergestellt.

Gebäude 2 besteht aus drei Ebenen. Die Grabungsebene im Untergeschoss ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Erdgeschoss befinden sich Vitrinen mit Ausstellungsstücken. Im Obergeschoss werden vier kurze Filmszenen gezeigt, in denen die Schauspielerin Katharina Thalbach vier Äbtissinnen aus der 1.000-jährigen Geschichte der Reichsabtei darstellt.[5]

Literatur

  • Das Damenstift Herford. Die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert (= Denkmalpflege und Forschung in Westfalen. Band 24). 3 Bände. Habelt, Bonn 1993, ISBN 3-7749-2611-5
  • Das Archäologische Fenster am Münster in Herford, Wolfgang Otto, Herford 2025

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI