Arctic Metagaz
Flüssiggastanker, Baujahr 2003
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Arctic Metagaz ist ein Flüssiggastanker unter russischer Flagge, der zur russischen Schattenflotte gezählt wird und nach Explosionen und anschließenden Brand am 3. März 2026 führerlos (ohne Mannschaft) mit Schlagseite im Mittelmeer treibt. Ein Versuch, das Schiff in einen Hafen nach Libyen zu schleppen, um Treibstoff (Öle) abzupumpen und so Umweltschäden zu vermeiden, scheiterte bei widrigem Wetter, und es wurde daher auf das offene Meer geschleppt.
Das Schiff als BW Suez Everett (2012) | ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
Geschichte
Bau, Besitz, Namen, Sanktionierung
Der Flüssiggastanker wurde im Jahr 2000 bestellt. Er wurde als einer von mehreren baugleichen Tankern unter der Baunummer 2212 auf der südkoreanischen Werft Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering für die norwegische Reederei Bergensen gebaut. Die Kiellegung fand am 3. Juni 2002, der Stapellauf am 31. August 2002 statt. Die Ablieferung an die Reederei erfolgte am 16. Juni 2003.[1][2]
Das Schiff wurde mehrfach verkauft und umbenannt. Im April 2025 wurde es in Arctic Metagaz umbenannt und unter die russische Flagge gebracht. Das Schiff steht auf Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA.[3]
Beschädigung 2026
Am 3. März 2026 wurde das Schiff 240 km vor der libyschen Hafenstadt Sirte im Mittelmeer von mehreren Explosionen erschüttert und brannte teilweise aus. Nach russischen Angaben wurden die 30 Besatzungsmitglieder nach den Explosionen gerettet. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Der Tanker transportierte Gas von Murmansk im Nordwesten Russlands (via Suezkanal) in Richtung China. Die libysche Küstenwache hatte nach der Explosion zunächst mitgeteilt, das Schiff sei untergegangen. Später wurde jedoch klar, dass das ausgebrannte Schiff mit Schlagseite im Mittelmeer auf Malta zutrieb.[4] Italien bot den maltesischen Behörden nach Angaben eines italienischen Staatssekretärs Unterstützung an, darunter Schiffe zur Eindämmung möglicher Umweltschäden.[5]
Als es auf dem Schiff zu der Explosion kam, hatte es laut einer Pressesprecherin des russischen Außenministeriums 450 Tonnen Schweröl und 250 Tonnen Diesel „sowie eine erhebliche Menge Erdgas“ an Bord.[6] Die Öle könnten, wenn sie austreten, zu einer dauerhaften Verschmutzung in dem Meeresgebiet führen, das zu den artenreichsten im Mittelmeerraum zählt.[4]
Ein Bergungsunternehmen wurde beauftragt, einen Plan für die Bergung des Schiffes auszuarbeiten.[7] Der führerlose Tanker soll in einen libyschen Hafen geschleppt werden, um zu verhindern, dass er weiter in Richtung der Küste von Zuwara treibt.[8] der libysche Ölkonzern National Oil Corporation teilte mit, dass er einen entsprechenden Auftrag an ein Spezialunternehmen erteilt habe. Der Bergungseinsatz soll in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ölkonzern Eni stattfinden.[9]
Am 2. April wurde publik, dass wegen widrigen Wetters das Schleppen Richtung Hafen nicht klappte, weshalb das Schiff vorerst in Richtung offenes Meer gebracht wurde.[10] Beim Bergeversuch soll aufgrund des rauen Wetters die Schlepptrosse gerissen sein und das Schiff treibt wieder im Mittelmeer.[11] Die libyschen Behörden haben die Europäische Union gebeten, ihre Rettungsmaßnahmen durch das EU-Katastrophenschutzverfahren mit zusätzlicher Expertise zu unterstützen.[12]
Eine Recherche des französischen Radio France Internationale (RFI) legt nahe, dass der Tanker von einer in Libyen stationierten ukrainischen Einheit mit einer Seedrohne angegriffen worden ist.[13]
Am 23. April 2026 wird wieder gemeldet, dass ein erneuter Abschleppversuch durch Reißen der Taue wegen Schlechtwetters gescheitert ist.[14]
Technische Daten
Das Schiff wird von einer Dampfturbine mit bis zu 26.985 kW Leistung angetrieben. Die Turbine wirkt über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Festpropeller. Für die Stromerzeugung gibt es zwei von Dampfturbinen mit jeweils 3.450 kW Leistung, einen von einem Dieselmotor mit 3.450 kW Leistung angetriebenen Generator und einen von einem Dieselmotor mit 588 kW Leistung angetriebenen Notgenerator.
Das Schiff hat vier Gasbehälter mit einem Gesamtvolumen von 138.026 m³, acht Pumpen für den Ladungsumschlag, zwei Schiffskräne für die Schlauchübernahme und ein Bugstrahlruder.
Weblink
- zdfheute.de 17. April 2026:
