Arctic Metagaz

Flüssiggastanker, Baujahr 2003 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Arctic Metagaz ist ein Flüssiggastanker unter russischer Flagge, der zur russischen Schattenflotte gezählt wird und nach Explosionen und anschließenden Brand am 3. März 2026 führerlos (ohne Mannschaft) mit Schlagseite im Mittelmeer treibt. Ein Versuch, das Schiff in einen Hafen nach Libyen zu schleppen, um Treibstoff (Öle) abzupumpen und so Umweltschäden zu vermeiden, scheiterte bei widrigem Wetter, und es wurde daher auf das offene Meer geschleppt.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Arctic Metagaz
Das Schiff als BW Suez Everett (2012)
Das Schiff als BW Suez Everett (2012)
Schiffsdaten
Flagge Russland Russland
andere Schiffsnamen Metagas Everest (2024–2025)
Everest Energy (2024)
Metagas Everest (2023–2024)
BW Everett (2018–2023)
BW Gdf Suez Everett (2013–2018)
BW Suez Everett (2008–2013)
Berge Everett (2003–2008)
Schiffstyp Flüssiggastanker
Rufzeichen UAFC8
Heimathafen Sotschi
Eigner Lathyrus Shipping
Reederei Ocean Speedstar Solutions (OPC), Mumbai, Indien
Bauwerft Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering
Baunummer 2212
Kiellegung 3. Juni 2002
Stapellauf 31. August 2002
Übernahme 16. Juni 2003
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 277,0 m (Lüa)
266,0 m (Lpp)
Breite 43,4 m
Seitenhöhe 26,0 m
Tiefgang (max.) 12,1 m
Vermessung 93.844 BRZ / 28.154 NRZ
Maschinenanlage
Maschine 1 × Dampfturbine
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 26.985 kW (36.689 PS)
Höchst­geschwindigkeit 19,5 kn (36 km/h)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 77.551,5 tdw
Tankkapazität 138.026 m³
Sonstiges
Klassifizierungen Maritime Register of Shipping
Registrier­nummern IMO 9243148
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Geschichte

Bau, Besitz, Namen, Sanktionierung

Der Flüssiggastanker wurde im Jahr 2000 bestellt. Er wurde als einer von mehreren baugleichen Tankern unter der Baunummer 2212 auf der südkoreanischen Werft Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering für die norwegische Reederei Bergensen gebaut. Die Kiellegung fand am 3. Juni 2002, der Stapellauf am 31. August 2002 statt. Die Ablieferung an die Reederei erfolgte am 16. Juni 2003.[1][2]

Das Schiff wurde mehrfach verkauft und umbenannt. Im April 2025 wurde es in Arctic Metagaz umbenannt und unter die russische Flagge gebracht. Das Schiff steht auf Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA.[3]

Beschädigung 2026

Am 3. März 2026 wurde das Schiff 240 km vor der libyschen Hafenstadt Sirte im Mittelmeer von mehreren Explosionen erschüttert und brannte teilweise aus. Nach russischen Angaben wurden die 30 Besatzungsmitglieder nach den Explosionen gerettet. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Der Tanker transportierte Gas von Murmansk im Nordwesten Russlands (via Suezkanal) in Richtung China. Die libysche Küstenwache hatte nach der Explosion zunächst mitgeteilt, das Schiff sei untergegangen. Später wurde jedoch klar, dass das ausgebrannte Schiff mit Schlagseite im Mittelmeer auf Malta zutrieb.[4] Italien bot den maltesischen Behörden nach Angaben eines italienischen Staatssekretärs Unterstützung an, darunter Schiffe zur Eindämmung möglicher Umweltschäden.[5]

Als es auf dem Schiff zu der Explosion kam, hatte es laut einer Pressesprecherin des russischen Außenministeriums 450 Tonnen Schweröl und 250 Tonnen Diesel „sowie eine erhebliche Menge Erdgas“ an Bord.[6] Die Öle könnten, wenn sie austreten, zu einer dauerhaften Verschmutzung in dem Meeresgebiet führen, das zu den artenreichsten im Mittelmeerraum zählt.[4]

Ein Bergungsunternehmen wurde beauftragt, einen Plan für die Bergung des Schiffes auszuarbeiten.[7] Der führerlose Tanker soll in einen libyschen Hafen geschleppt werden, um zu verhindern, dass er weiter in Richtung der Küste von Zuwara treibt.[8] der libysche Ölkonzern National Oil Corporation teilte mit, dass er einen entsprechenden Auftrag an ein Spezialunternehmen erteilt habe. Der Bergungseinsatz soll in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ölkonzern Eni stattfinden.[9]

Am 2. April wurde publik, dass wegen widrigen Wetters das Schleppen Richtung Hafen nicht klappte, weshalb das Schiff vorerst in Richtung offenes Meer gebracht wurde.[10] Beim Bergeversuch soll aufgrund des rauen Wetters die Schlepptrosse gerissen sein und das Schiff treibt wieder im Mittelmeer.[11] Die libyschen Behörden haben die Europäische Union gebeten, ihre Rettungsmaßnahmen durch das EU-Katastrophenschutzverfahren mit zusätzlicher Expertise zu unterstützen.[12]

Eine Recherche des französischen Radio France Internationale (RFI) legt nahe, dass der Tanker von einer in Libyen stationierten ukrainischen Einheit mit einer Seedrohne angegriffen worden ist.[13]

Am 23. April 2026 wird wieder gemeldet, dass ein erneuter Abschleppversuch durch Reißen der Taue wegen Schlechtwetters gescheitert ist.[14]

Technische Daten

Das Schiff wird von einer Dampfturbine mit bis zu 26.985 kW Leistung angetrieben. Die Turbine wirkt über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Festpropeller. Für die Stromerzeugung gibt es zwei von Dampfturbinen mit jeweils 3.450 kW Leistung, einen von einem Dieselmotor mit 3.450 kW Leistung angetriebenen Generator und einen von einem Dieselmotor mit 588 kW Leistung angetriebenen Notgenerator.

Das Schiff hat vier Gasbehälter mit einem Gesamtvolumen von 138.026 m³, acht Pumpen für den Ladungsumschlag, zwei Schiffskräne für die Schlauchübernahme und ein Bugstrahlruder.

Einzelnachweise

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