Arensnest
Gemeindeteil im Ortsteil Schlamau der Gemeinde Wiesenburg/Mark im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg
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Arensnest ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Schlamau der Gemeinde Wiesenburg/Mark im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]
Arensnest Gemeinde Wiesenburg/Mark | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 9′ N, 12° 26′ O |
| Höhe: | 118 m ü. NHN |
| Postleitzahl: | 14827 |
| Vorwahl: | 033849 |
Ortsansicht | |
Geografische Lage
Die Siedlung liegt rund 4,5 km nördlich des Gemeindezentrums und grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Görzke. Nördlich liegt der Wohnplatz Wohnheim des zugehörigen Wiesenburger Ortsteils Benken. Südlich befindet sich der Ortsteil Schlamau, südöstlich dessen bewohnter Gemeindeteil Schmerwitz. Die Siedlung ist im Norden, Westen und Südwesten von Wald umgeben. Die übrigen Flächen werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt. Die Siedlung ist über eine einzige Straße erreichbar, die von Schmerwitz nach Arensnest führt.
Geschichte und Etymologie

Eine Siedlung Arnsnehste die Dorffstete erschien erstmals in den Jahren 1419/1420, war zu dieser Zeit jedoch bereits wüst gefallen. Der Name leitet sich ausweislich einer Informationstafel des Naturparks Hoher Fläming vom Vogel Adler bzw. dessen Adlernest ab.[2] Es gehörte vor(?) 1419/1420 bis 1524 der Familie Thümen aus Blankensee. Sie verkauften im genannten Jahr die Dorfstett Arnßnest an die Familie Brandt von Lindau aus Wiesenburg. Um 1570 legte Friedrich von Brandt (der Jüngere)[2] ein Vorwerk mit einer Försterei auf der wüsten Feldmark an. Die zu diesem Zeitpunkt offenbar stark verfallene Schäferei wurde hergerichtet; ein Wohnhaus entstand. Einer Überlieferung nach soll Friedrich von Brandt fünf Jahre nach dem Bau erneut mit seinem Pferd vor Ort gewesen sein. Als dieses mit seinem Fuß auf dem Boden stampfte, erklang ein hohles Geräusch. Arbeiter legten daraufhin eine Quelle frei, die das Vorwerk von dieser Zeit an mit Frischwasser versorgte.[2] Arnsnest soll Pfarrkirche von Schlamau gewesen sein. Der Zehnt fiel 1555 und 1575 von Arnsnest jedoch nach Wiesenburg, zu dem Schlamau in dieser Zeit schon als Tochterkirche zugewiesen war. Im Jahr 1575 existierte ein Wohnhaus mit einem Brachmeier. Dieser Amtsträger, der in der Besoldung niedriger eingestuft war als ein Meier, hatte zuvor die Dorfmark an sich genommen und weiter gerodet. Die Siedlung wurde 1592 Arnsnest, ein Forwergk genannt. Dort gab es 1627 insgesamt 450 Schafe, 40 Rinder und 8 Schweine. Im genannten Jahr konnten 588 Scheffel Roggen, 384 Scheffel Gerste und 192 Scheffel Hafer eingefahren werden.
In Arnsnest lebten im Jahr 1777 insgesamt fünf Häusler. Im Vorwerk entstand im Jahr 1837 ein Rittergut mit 13 Wohnhäusern. Das Gut bestand im Jahr 1858 aus einem Abbau Forsthaus und 13 Wohn- sowie 20 Wirtschaftsgebäuden. Es war 3227 Morgen (Mg) groß: 4 Mg Gehöfte, 3 Mg Gartenland, 520 Mg Acker, 2700 Mg Wald. Im Oktober 1868 kam es zu einem großen Brand, bei dem ein Großteil der Ställe und Scheunen zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde. Zur Jahrhundertwende standen in Arnsnest neun Häuser (1900). Die Siedlung bestand 1905 mit Wohnplatz Chausseehaus Neuehütten, 1925 mit Vorwerk und Forsthaus und kam 1929 nach Schlamau. Dort war es 1931 Wohnplatz und ab 1964 ein Ortsteil. Im Ort gab es 1973 das VEG Schmerwitz, Schäferei Arnsnest. Bis in die späten 1980er Jahre existierten in Arensnest noch zahlreiche Landarbeiterhäuser, die im Jahr 2025 nicht mehr vorhanden sind.[2]
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Arnsnest von 1817 bis 1925 | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1817 | 1837 | 1858 | 1871 | 1885 | 1895 | 1905 | 1925 | ||||||||||
| Einwohner | 66 | 80 | 75 | 52 | 46 | 42 | 48 und 4 (C. Neuhütten) | 38 | ||||||||||
Weblinks
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 5–6)
