Arff (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht
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Die Herren von der Arff (auch: Arffen, Arffe, Arfft, Erfft o. ä.) sind ein nach 1571 erloschenes Kölner Uradelsgeschlecht.


Geschichte
Das Geschlecht wurde zunächst mit dem kurkölnischen Hackhausen im Kirchspiel Worringen sowie ab mindestens dem 21. März 1488 mit dem Sülzhof belehnt.[1] Der Stammsitz in Hackhausen erhielt daraufhin den Namen „Schloss Arff“. Die Herren von der Arff hatten ferner das Kölner Erbtürwärteramt inne.[2]
Mit Goddert van der Arffen tritt das Geschlecht erstmals am 22. Mai 1362 in einer Urkunde auf. Dieser war Vogt und Richter von Hilkeroyde.[2][3] Ferner erscheint Johann van der Arff(g)en am 14. September 1425 als Türwärter.[4] Ob er mit dem Vogt von Bocklemünd desselben Namens identisch ist, ist unklar. Daem von der Arffen war 1467 Türwächter Erzbischofs Ruprecht von Köln. 1485–1499 erscheint Wilhelm von der Arff als erzbischöflicher Türwächter und Rat.[2] Am 1. August 1486 vergab Erzbischof Hermann IV. von Köln das Mannlehen zu Arff vermutlich an Friedrich van der Arff.[5]
Die gesicherte Stammreihe beginnt mit einem unbekannten Herren von der Arff und Christine von Selbach.[2][6] Gottfried von der Arff († 1444) war ab 1405 Abt des Klosters Knechtsteden. Metza von der Arff (Erffe) war in erster Ehe mit Johann von Bocholtz und in zweiter, vor 1444 geschlossener Ehe mit Wilhelm Spede verheiratet. Adam (Daem) von der Arff war 1467 kurkölnischer Türwärter. 1470 erscheint derselbe unter der kölnischen Ritterschaft. Wilhelm von der Arff (urkundlich 1485–1506) war ebenfalls kurkölner Erbtürwächter.[7] Idgen von der Arff, Tochter von Wilhelm von der Arff und Anna von Huiß, heiratete vor 1508 Wolter Scharpmann von Lechenich. Die Eheleute Johann von der Arff zu Winterburg und Margaretha Kolff von Vettelhoven zur Winterburg hatten zwei Töchter: Amalia von der Arff (erscheint 1579 als †) war 1574 mit Adolf von Hall zu Hall vermählt. Elisabeth (oder Margarethe?) von der Arff war mit Wolter Kessel von der Nürburg zu Peppenoven verheiratet. Und Gerhard von der Arff (erscheint 1494 als †) war mit Maria Ud(e)man, Tochter des Heinrich Udman zu Erkelenz, vermählt. Ihr gemeinsamer Sohn Balthas von der Arff starb vor den Eltern.[8]
Mit Catharina von der Arff erlosch das Geschlecht. Durch ihre Heirat mit Albrecht von Baexen fiel der Schloss Arff an die von Baexen.
Stammliste
Folgende Stammliste ist überliefert:[2][5][9][10][11][12].[13][14][15][16]
- N. N. ⚭ Christine von Selbach
- Goddert von der Arff, Herr von der Arff (Hackhausen) (1439) ⚭ N. N. (1498 beide bereits †)
- Friederich von der Arff, Herr von der Arff (Hackhausen) (1486, 1488, 1498) ⚭ 1498 Luckarda von Papeler, Tochter des Alard von Papeler und der Lucarda von Leuendal
- Witgen von der Arff, Besitzer des Sülzerhofes (1498, 1512, 1525, 1542) ⚭ N. N. von Bocholtz
- Gerhard von der Arff, mit dem Sülzhof belehnt, Unterzeichner der Kölner Union (1544, 1549, 1550) ⚭ Anna von Waessem (1545)
- Catharina von der Arff, Gerhards Tochter, ⚭ (vor 31. Januar 1569) Albert von Baexen (1572), mit Sülzhof belehnt, Vater von Johann von Baexen, der mit Arff (1609) und Sülzhof belehnt wurde
- Gerhard von der Arff, mit dem Sülzhof belehnt, Unterzeichner der Kölner Union (1544, 1549, 1550) ⚭ Anna von Waessem (1545)
- Werner von der Arff, Besitzer des Zehnten zu Volmerswerth (1498) ⚭ N. N. Ingenhoff
- Johann von der Arff, Erbtürwärter, Vogt von Bocklemünd 1439, 1457
- Goddert von der Arff, Herr von der Arff (Hackhausen) (1439) ⚭ N. N. (1498 beide bereits †)
Luckart von der Arfft erschien am 19. Mai 1545, jedoch ist nicht bekannt, wie er mit den restlichen von der Arff verwandt ist.[13]
Wappen
Blasonierung: In Silber ein schwarzer Querbalken begleitet von drei (2:1) grünen Eichenblättern. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein offener silberner Flug, die Flügel jeweils mit einem grünen Blatt belegt und ein weiteres zwischen den Flügeln.[2]
Das Wappen der Lukarda von der Arfft, Ehefrau des Albert Schilling von Gustorf, wurde in einer gemalten 16-Ahnentafel der Leerodt in abweichender Tingierung dargestellt: In Schwarz ein goldener Balken begleitet von drei (2:1) goldenen Eichenblättern. Auf dem gekrönten Helm ein offener schwarzer Flug, jeder Flügel mit einem goldenen Eichenblatt belegt und ein weiteres Blatt zwischen den Flügeln.[17]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 8 (hhu.de).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, F. Voigt, Leipzig 1859–1870, S. 104 f. (Google Bücher)
- Walter Lorenz (Hrsg.): Gohr, Nievenheim, Straberg. Quellen zur Geschichte des Amtes Nievenheim, seiner Bewohner und Siedlungen, 1. Teil, Rheinland-Verlag GmbH (in Kommission bei Rudolf Habelt Verlag GmbH), Bonn/Köln 1973 (PDF, 5,1 MB auf lvr.de, abgerufen am 1. März 2026).
- Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 1, Mappe 1–85 (Achatius–Besendriesch) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 58), Köln 1992, S. 381–384.