Armand Rosenthal
französischer Journalist
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Armand-Maurice-Dieudonné Rosenthal, Pseudonym Jacques Saint-Cère (geboren am 9. November 1855 in Paris; gestorben am 29. Mai 1898 ebenda) war ein französischer Journalist und Essayist.

Leben
Armand Rosenthal war der Sohn von Charles Seligmann Rosenthal und Hermine Bauer. Er war der Neffe von Bernard Bauer[1], einem der Beichtväter von Kaiserin Eugénie. Die Herkunft der Familie ist unklar; möglicherweise stammte sie aus Österreich-Ungarn.[2] Armand Rosenthal leistete 1878 seinen Wehrdienst in Rouen ab, was später als Nachweis seiner französischen Staatsangehörigkeit galt.
1882 hielt sich Rosenthal in Leipzig auf. Er besuchte Leopold von Sacher-Masoch, den Herausgeber der Monatszeitschrift Auf der Höhe. Unter dem Pseudonym R. Armand wurde er von April 1882 bis Juni 1883 ständiger Redakteur dieser Zeitschrift, die allerdings nur 400 Abonnenten zählte.[3]
Rosenthal verließ Leipzig 1883; der Sacher-Masoch-Biografie von Bernard Michel[4] zufolge bereitete er in Paris die Verleihung der Ehrenlegion an Sacher-Masoch vor.[5] Zu dieser Zeit hatte er auch ein Verhältnis mit Wanda von Sacher-Masoch.[6]
In Paris arbeitete er ab 1886 für La Vie parisienne und verwendete dabei verschiedene Pseudonyme wie Mitchi und Jacques Saint-Cère.[7] Ebenfalls 1886 veröffentlichte einen Aufsatz über Deutschland, eine Studie, die offenbar so ernsthaft war, dass sie den Kronprinzen Wilhelm persönlich zu verärgern begann.[8] Saint-Cère trat als politischer Korrespondent für auswärtige Angelegenheiten in den Le Figaro ein. 1888 heiratete er Anna Kalisch, die Tochter des deutschen Dramatikers David Kalisch.
1896 wurde Rosenthal wegen Erpressung und Nötigung verhaftet. Der Millionerbe Max Lebaudy[9] hatte bei dem Bankrott seiner Bank sein Vermögen verloren. Rosenthal wurde freigesprochen, war aber durch diese Affäre zur Zielscheibe antisemitischer Angriffe geworden.[10][11] Er bezog dazu – wieder unter dem Pseudonym Jacques Saint-Cère – in der La Revue blanche Stellung.[12]
Als Alexandre Natanson 1897 das satirische Blatt Le Cri de Paris als Beilage zur Revue blanche herausbrachte, griff er auf Rosenthal zurück. Dieser verfasste mehrere Artikel, starb aber bereits 1898. Er ist auf dem Friedhof Père Lachaise begraben.[13]
Essays und Übersetzungen
- L’Allemagne telle qu’elle est, Paul Ollendorff, 1886
- Richard Wagner et le roi de Bavière : lettres de Wagner à Eliza Wille, Übersetzung Rosenthal, A. Dupret, 1887
- Napoléon à Sainte-Hélène. Rapports officiels du baron Stürmer, commissaire du gouvernement autrichien, Übersetzung von Rosenthal und Hanns Schlitter (éd.), Librairie illustrée, 1888[14]
- Là-bas et ailleurs, Éditions de la Vie parisienne, 1890
- Les Hamlets étrangers, Revue d’art dramatique
- Des Altérations Secondaires de l’Appareil Dentaire, Berger-Levraut, 1896[15]
- La Noce sentimentale, Paul Ollendorff, 1897
Weblinks
- Saint-Cère, Jacques. In: Dictionnaire Octave Mirbeau. Abgerufen am 16. Juni 2026 (französisch).
- Rosenthal, Armand. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Angaben zu Armand Rosenthal in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.