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Armenversorgungshaus St. Martin

Altersheim in München, dreiflügelige, dreigeschossige Anlage mit Satteldach, reich gegliedert mit mittigem Schweifzwerchgiebel, Kapelle (samt Ausstattung) mit dreiseitigem Chorabschluss und Dachreiter am Südende des Haupttraktes From Wikipedia, the free encyclopedia

Das ehemalige Armenversorgungshaus St. Martin bzw. St.-Martin-Spital ist ein unter Denkmalschutz stehender Gebäudekomplex in München-Giesing, Severinstraße 2/4/6, St.-Martin-Straße 34 und Werinherstraße 33. Der Haupteingang liegt an der Severinstraße.

Geschichte

Die Gebäude im neobarocken Stil wurden von 1892 bis 1894 nach Plänen des Architekten Carl Hocheder erbaut. 1902/1903 erfolgte ein Anbau der Flügel im Norden und Süden durch den städtischen Baubeamten Robert Rehlen im gleichen Stil. Die Grundfläche beträgt ca. 26.000 m², die Gebäude haben 80.000 m³ umbauten Raum.[1] Die vom Münchner Stadtrat im Jahr 2009 geplante Generalsanierung[1] wurde 2026 abgeschlossen.[2] Die Fassade ist in Ocker gehalten. Das Bauwerk ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[3]

Die Beschreibung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege lautet:

„Altersheim St. Martin, dreiflügelige, dreigeschossige Anlage mit Satteldach, reich gegliedert mit mittigem Schweifzwerchgiebel, Kapelle (samt Ausstattung) mit dreiseitigem Chorabschluss und Dachreiter am Südende des Haupttraktes, Pavillon und eingestelltem Eckturm mit Zwiebelhaube am Nordende des Haupttraktes und Eckpavillon mit Walmdach am westlichen Ende des Südflügels, Neubarock, von Carl Hocheder d.Ä., 1892–94, Anbau der Flügel im Norden und Süden durch Robert Rehlen, 1902–03; Einfriedung, mit Pavillons besetzte und verputzte Mauer, gleichzeitig.“

– Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege[4]
Innenraum der kleinen Spitalkirche (2013)

Eingebaut in den Südteil ist die Kapelle St. Martin im 1. Obergeschoss, die 1988 wegen Baufälligkeit geschlossen wurde und seitdem weiter verfiel.[5][6] Die Einrichtung steht komplett unter Denkmalschutz. 2017 wurden das Kirchengebäude profaniert, aus diesem Grund der Tabernakel vom Altar und der Altarstein aus der Tischplatte des Altars entfernt. Die Kapelle wurde im Rahmen des Umbaus zu einem Veranstaltungsraum sorgsam saniert.[2]

Das Gebäude wurde anfänglich als Armenversorgungshaus bzw. Krankenhaus genutzt sowie bis 1988 als Altenheim. Auf dem westlich angrenzenden Grundstück wurde 1988 das „Haus St. Martin“ des Unternehmens Münchenstift gGmbH in Neubauten eröffnet.[7]

Umbau

Eine Generalsanierung des Baudenkmals lief von Januar 2023 bis September 2026 und kostete etwa 112 Millionen Euro. Der Standort der Münchner Volkshochschule startet im Oktober 2026 wieder mit seinen Bildungsangeboten.[2] Einige frühere Nutzer bleiben an in ihren Ersatzstandorten. Das Kindertageszentrum KiTZ, Abteilungen des Sozialreferats und des Stadtjugendamtes und die Münchenstift werden nach der Sanierung zurückkehren. Die ehemalige Kapelle wird als Veranstaltungsraum mietbar sein.[8] Der Altbaukomplex ist Eigentum der Stadtverwaltung München − Kommunalreferat.

Abbildungen

Siehe auch

Literatur

  • Münchener Bürgerliche Baukunst. Abteilung III. St. Martinspital. L. Werner, München 1899.
  • Zeitschrift für Bauwesen, 51. Jahrgang 1901, Heft 1–3, Spalte 15–26 (Text). / Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen, 51. Jahrgang 1901, Blatt 7–9. (Ansichten, Perspektive, Grundrisse, Lageplan)
  • Architektonische Rundschau, 21. Jahrgang 1905, Heft 1, S. 7 (Text, Lageplan, Eckansicht), Tafel 1 (Perspektive).
  • Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verein (Hrsg.): München und seine Bauten. Bruckmann, München 1912, S. 647 f. (als Reprint: Bruckmann, München 1978, ISBN 3-7654-1747-5.)
  • Münchener Städtische Baukunst aus den letzten Jahrzehnten. (Mappenwerk) Callwey, München 1912 ff.
  • Franz Zauner: München in Kunst und Geschichte. Eine Beschreibung von über 500 geschichtlichen und kunsthistisch bedeutsamen Gebäuden und Denkmälern aus alter und neuer Zeit. (= Das bayerische Oberland in Kunst und Geschichte. Band 1). Lindauer, München 1914, S. 184 f.
  • Thomas Guttmann (Hrsg.): Giesing. Vom Dorf zum Stadtteil. Buchendorfer Verlag, Gauting 1990, ISBN 3-927984-04-3, S. 139 ff. (Das Giesinger Martinspital).
Commons: Altersheim St. Martin (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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