Arn Chorn-Pond
kambodschanischer Musiker und Menschenrechtler
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Arn Chorn-Pond (Khmer អាន ឆន-ផន; geb. 1966) ist ein kambodschanischer Musiker, Menschenrechtler und Überlebender des Genozids der Roten Khmer.[1][2] Er machte sich durch Erinnerungsarbeit, Jugendhilfe und der Wiederbelebung traditioneller kambodschanischer Musik einen Namen.[3][4]

Leben und Wirken
Chorn-Pond wuchs in Battambang in einer Künstlerfamilie auf, die eine Operntruppe betrieb.[1] Nach der Machtübernahme der Roten Khmer wurde er von seiner Familie getrennt und in einen buddhistischen Tempel gebracht, der als Zwangsarbeitslager für Kinder diente.[1][2][5] Dort lernte er unter akuter Lebensgefahr Flöte zu spielen und musste Propagandamusik für seine Bewacher aufführen, was sein Überleben begünstigte.[2][5][1] Später zwangen ihn die Roten Khmer als Kindersoldat zum Kampf gegen die vorrückenden vietnamesischen Truppen; nach der Flucht durch den Dschungel erreichte er schwer krank ein thailändisches Flüchtlingslager.[2][5][1] Ein US-amerikanischer Helfer, Reverend Peter Pond, brachte ihn in die Vereinigten Staaten und adoptierte ihn später.[2][1] In Neuengland lernte er Englisch, begann öffentlich über den Genozid zu sprechen und studierte später an der Brown University und am Providence College.[1]
Chorn-Pond arbeitete in Providence und Lowell mit kambodschanischstämmigen Jugendlichen, gründete Children of War und Peace Makers und brachte sich in die Gewaltprävention und die Betreuung traumatisierter Jugendlicher ein.[6][3][1][2] Im Jahr 1994 gründete er in Phnom Penh Cambodian Volunteers for Community Development, eine Bürgerinitiative, die Straßenreinigung, Englischunterricht und nachbarschaftliche Hilfe organisierte.[6] In den 1990er-Jahren kehrte er nach Kambodscha zurück, suchte überlebende Meistermusiker auf und baute aus dem Master Performers Program die Organisation Cambodian Living Arts mit auf, die traditionelle Aufführungskünste durch Ausbildung, Auftritte und kulturelle Weitergabe stärkt.[1][4] Mit ländlichen Konzertprogrammen brachte er nahezu verdrängte Klangtraditionen wieder in kambodschanische Gemeinden zurück und verstand Kunst als Mittel von Heilung, Erinnerung und gesellschaftlicher Versöhnung.[1][4][7][3] Seine Lebensgeschichte wurde in der PBS-Dokumentation The Flute Player und in der Oper Where Elephants Weep aufgegriffen; 2012 rückte sie durch den NPR-Beitrag Never Fall Down erneut in den Mittelpunkt.[5][4][7] Das gleichnamige Buch stammt von Patricia McCormick.[8]